Wrangell, Margarete von
- Lebensdaten
- 1876 oder 1877 – 1932
- Geburtsort
- Moskau
- Sterbeort
- Stuttgart-Hohenheim
- Beruf/Funktion
- Agrarwissenschaftlerin ; Pflanzenbiologin ; Agrikulturchemikerin ; Chemikerin
- Konfession
- mehrkonfessionell
- Normdaten
- GND: 118807927 | OGND | VIAF: 25398911
- Namensvarianten
-
- Wrangell, Margarethe von
- Wrangell, Margarete Mathilde von
- Wrangell, Margarethe Baronesse von (geborene)
- Wrangell, Daisy von
- Andronikow, Margarethe Fürstin (verheiratete)
- Andronikov, Margarethe Fürstin (verheiratete)
- Andronikof-Wrangell, Margarete Fürstin (verheiratete)
- Andronikov-Wrangell, Margarete Fürstin (verheiratete)
- Andronikow-Wrangell, Margarete Fürstin (verheiratete)
- Wrangell, Margarete von
- Wrangell, Margarethe von
- Wrangell, Margarete Mathilde von
- Wrangell, Margarethe Baronesse von (geborene)
- wrangell, margarethe baronesse von
- Wrangell, Daisy von
- Andronikow, Margarethe Fürstin (verheiratete)
- andronikow, margarethe fürstin
- Andronikov, Margarethe Fürstin (verheiratete)
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- Wrangell, Margarete
- Wrangell, Margarethe
- Wrangell-Andronikow, Margarete von
- Wrangell, M.
- Wrangell, M. von
- Andronikow, Margarethe von
- Andronikow, Margarethe
- Von Wrangell, Margarethe
Vernetzte Angebote
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- * BBLD - Baltisches biografisches Lexikon digital [2012-]
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Personen in der NDB Genealogie
- Adelsfamilie
- Andronikov, Mikhail Abelovich Fürst
- Andronikov, Sofia Agnes Eva Fürstin / verheiratete
- Ungern-Sternberg, Karl von
- Ungern-Sternberg, Leonhard von
- Wrangell, Alexander Andreas Baron von
- Wrangell, Gustav Baron von
- Wrangell, Ida Baronesse von / geborene und verheiratete
- Wrangell, Karl Fabian Baron von
- Wrangell, Karl Jakob Wilhelm Baron von
- Wrangell, Marie Charlotte Elisabeth Baronesse von / verheiratete
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Wrangell, Margarete Mathilde (Daisy) von (Baronesse), verheiratete Fürstin Andronikov-W. (Andronikow-W., Andronikof-W.)
| Agrikulturchemikerin, * 25.12.1876/7.1.1877 Moskau, † 31.3.1932 Stuttgart-Hohenheim, ⚰ Reval. (russisch orthodox, später evangelisch)
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Genealogie
Aus dt.-balt. →Adelsfam.;
V →Karl (Carl) Fabian (1839–1889), a. d. H. Raick (Estl.), russ. Oberst, S d. →Karl Jakob Wilhelm Baron v. W. (1793–1857), auf Jotma, u. d. →Marie Charlotte Elisabeth v. Wrede (1811–74);
M →Ida (1843–1926), aus Reval, Lehrerin, T d. →Alexander Andreas Baron v. Wrangell (1800–89), Jur., u. d. Johanna Julie v. Jason;
Ur-Gvv →Gustav Baron v. W. (1736–1818);
⚭ Sasbachwalden (Schwarzwald) 1928 Fürst Vladimir (Wladimir) Mikhailovich († n. 1935) Biogr. v. W. (s. L), S d. →Mikhail Abelovich Fürst Andronikov (Andronikow, Andronikof) (1852–1888) u. d. →Sofia Agnes Eva v. Ungern-Sternberg (1852–84);
Ur-Gvm d. Ehemanns →Karl Frhr. v. Ungern-Sternberg (1773–1830), Kurator u. Zeichenlehrer an d. Domschule in Riga, Maler (s. ThB);
Gvm d. Ehemanns →Leonhard Frhr. v. Ungern-Sternberg (1804–87), russ. Gen.lt. d. Kav. (beide s. Dt.balt. Biogr. Lex.). -
Biographie
W. verbrachte ihre Kindheit in Moskau, Ufa und Reval. Nach Besuch einer dt.sprachigen Mädchenschule 1888–93 und dem Lehrerinnenexamen 1894 in Reval gab sie hier mehrere Jahre Privatunterricht in Naturwissenschaften, beschäftigte sich mit Malerei und schrieb Kurzgeschichten. Seit 1904 studierte sie Naturwissenschaften in Leipzig und Tübingen. 1909 wurde sie an der Univ. Tübingen bei dem Chemiker →Wilhelm Wislicenus (1861–1922) zum Dr. rer. nat. promoviert. Im Anschluß arbeitete W. als wissenschaftliche Assistentin an der Landwirtschaftlichen Versuchsstation in Dorpat und 1910 als Praktikantin bei dem Nobelpreisträger William Ramsey in London über Fragestellungen der Radioaktivität. 1911 wurde sie Assistentin|am Institut für Anorganische und Physikalische Chemie in Straßburg und hospitierte 1912 einige Monate bei der zweimaligen Nobelpreisträgerin →Marie Curie in Paris. Danach leitete W. die Versuchsstation des Estländ. Landwirtschaftlichen Vereins in Reval, wo ihre Hauptaufgabe in der Kontrolle von Saatgut, Futter- und Düngemittel bestand. Während der Oktoberrevolution wurde ihr Institut geschlossen und sie selbst verhaftet. 1918 gelang ihr die Flucht nach Deutschland.
Seit Sommer 1918 forschte W. an der Landwirtschaftlichen Hochschule Hohenheim über die Wirkung von Bodenphosphaten auf den Wuchs von Kulturpflanzen und habilitierte sich 1920 für Agrikulturchemie. 1922 war sie einige Monate Mitarbeiterin des KWI für Physikalische Chemie und Elektrochemie in Berlin-Dahlem bei →Fritz Haber (1868–1934) und entwickelte mit ihm eine kolorimetrische Methode zur Bestimmung von Spuren an Phosphaten in wässrigen Lösungen, ein Meilenstein für die Agrikulturchemie. Zur o. Professorin für Pflanzenernährung an der Hochschule Hohenheim ernannt, wurde sie 1923 erste Ordinaria an einer dt. Hochschule. Das Reichslandwirtschaftsministerium ließ ihr ein Institut mit Laboratorien, Gewächshäusern und Versuchsfeldern anlegen, in dem sie mit 16 promovierten Mitarbeitern, z. B. →Percy Lieb (* 1893), und dem bei ihr habilitierten →Ludwig Meyer (1894–1964) die Verfügbarkeit von Kalium und Phosphat, Ammonium und Nitrat in Böden und deren Wirksamkeit als Nährstoff verschiedener Kulturpflanzen untersuchte. Bis zu ihrem Tod forschte und lehrte W. zur Ernährung landwirtschaftlicher Kulturpflanzen. Auf sie gehen zwei Methoden zur Gewinnung der Bodenlösung zurück, die bis in die 1980er Jahren erfolgreich bei der Waldschadensforschung in Mitteleuropa eingesetzt wurden. Seit 1970 wurden Aspekte ihres Lebens und ihres sozialen Umfeldes in zahlreichen Veröffentlichungen eingehend beleuchtet und sie zu einem zentralen Gegenstand der Frauen- und Geschlechterforschung gemacht.
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Auszeichnungen
|Mitgl. d. Internat. Union of Soil Sciences u. d. dt. Bodenkundl. Ges.;
– Gedenkstein, Hochschule Hohenheim;
M. v. W.-Stiftung e. V. (seit 1992);
M. v. W.-Habil.progr. (seit 1997). -
Werke
|Phosphorsäureaufnahme u. Bodenreaktion, 1920 (Habil.schr.);
Gesetzmäßigkeiten b. d. Phosphorsäureernährung d. Pflanze, 1922;
Ernährung u. Düngung d. Pflanzen, in: F. Areboe, J. Hansen u. Th. Roemer (Hg.), Hdb. d. Landwirtsch., 1929, S. 295–395;
Die Unters. d. Bodens u. d. Nährstoffversorgung d. Pflanze n. M. v. W., in F. Honcamp (Hg.), Hdb. d. Pflanzenernährung u. Düngerlehre, Bd. 1, 1931, S. 914–29. -
Literatur
|O. Nolte, in: Die Phosphorsäure, Arbb. über Phosphorsäurefragen 2, 1932, S. 193–95;
A. Meyer, in: Die Naturwiss. 22, 1932, S. 322–24;
M. v. W., Das Leben e. Frau 1876–1932, Aus Tagebüchern, Briefen u. Erinnerungen, dargest. v. Fürst Wladimir Andronikow, 1878–1932, 1935, 1942 u. 1950 (P, unvollst. W-Verz.);
C. Lück, Acht Lebensschicksale, 1937;
Th. Heuß, in: Dt. Gestalten, Stud. z. 19. Jh., ³1951, S. 479–86;
I. v. Hubertus-Himmelstjerna, Daisy, aus d. Leben e. gr. Frau u. Forscherin, M. v. W., 1957;
E. Hruschka, in: Mitt.bl. d. dt. Akademikerinnenbundes 63, 1963, S. 11–22;
R. Reichelt, M. v. W., ihr Leben u. Werk, in: Hauswirtsch. Bildung 48, 1974, S. 182–90 (unvollst. W-verz.);
R. Feyl, in: Der lautlose Aufbruch, Frauen in d. Wiss., ²1982, S. 166–77;
M. Ripl-Schmidt, Wider d. verkochte u. verbügelte Leben, Frauenemanzipation in Stuttgart seit 1800, 1990, S. 213–22;
U. Fellmeth, M. v. W., d. erste Ordinaria in Dtld., in: Hohenheimer Themen, Zs. f. kulturwiss. Themen 7, 1998, S. 3–23;
M. Schmitt, in: H. Inhetveen u. M. Schmitt (Hg.), Pionierinnen d. Landbaus, 2000, S. 75–79 (P);
S. M. Schwarzl u. W. Wunderlich, in: Nachrr. aus d. Chemie 49, 2001, S. 824 f.;
H.-P. Blume u. L. Reintam, Die Bedeutung M. v. W.s f. d. Agrikulturchemie, in: Hohenheimer Hh. d. Bodenkde. 83, 2007, S. 95–123 (W-Verz., P);
Lb. Schwaben 15 (P);
Wissenschaftlerinnen KWI. -
Autor/in
Hans-Peter Blume -
Zitierweise
Blume, Hans-Peter, "Wrangell, Margarete Mathilde (Daisy) von (Baronesse), verheiratete Fürstin Andronikov-Wrangell (Andronikow-Wrangell, Andronikof-Wrangell)" in: Neue Deutsche Biographie 28 (2024), S. 514-515 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118807927.html#ndbcontent