Lebensdaten
1866 bis 1931
Geburtsort
Teesdorf (Niederösterreich)
Sterbeort
Prag
Beruf/Funktion
Tierpathologe
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 137434561 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Dexler, Hermann
  • Dexler, H.

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Zitierweise

Dexler, Hermann, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd137434561.html [13.07.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Josef (* 1842), k. u. k. Veterinärinspektor in Pottendorf (Niederösterreich), S des Fabrikschmieds Josef in Pottendorf u. der Barbara Resch;
    M Mathilde (* 1844), T des Handschuhmachers Ignaz Fischer in Wien u. der Theresia Ederer;
    B Gustav (1869–1943), Oberveterinärrat;
    Maria, T des Frdr. v. Perko, k. k. Hofrat des Obersten Gerichts- u. Cassationshofes.

  • Leben

    D. absolvierte seine Fachstudien in Wien 1884-88, wurde zum Tierarzt promoviert und begann im selben Jahre seine berufliche Laufbahn als kaiserlich und königlicher Bezirkstierarzt in Leoben (Steiermark). Die Tätigkeit eines Verwaltungsbeamten ließ dem jungen Feuergeist zu wenig Zeit für die Bearbeitung der ihn interessierenden wissenschaftlichen Probleme, und deshalb kehrte er 1893 nach Wien zurück, wo er als Assistent der Lehrkanzel für Spezielle Pathologie und Therapie der Tierärztlichen Hochschule über ein reichhaltiges Krankenmaterial und ein geeignetes Betätigungsfeld für seinen lebhaften Forschungsdrang verfügen konnte. Bereits die ersten Arbeiten beschäftigten ihn mit neuropathologischen Themen (Hydrocephalus internus acquisitus, Enchondrosis intervertebralis, Pachymeningitis ossificans), ließen ihn aber auch die Notwendigkeit anatomischer und physiologischer Grundlagenforschung erkennen. Im Hirnforschungsinstitut Heinrich Obersteiners führte er eine Reihe vergleichend-morphologischer und histologischer Untersuchungen des Zentralnervensystems der Haustiere durch. Von bleibender Bedeutung sind unter anderem die dort entstandenen Arbeiten über das Chiasma fasciculorum opticorum, das binokuläre Sehen der Pferde und die Pyramidenbahnen von Schaf und Ziege. 1895 erfolgte seine Ernennung zum Adjunkten (Oberassistenten), 1897 seine Habilitation. Schon ein Jahr später wurde er als außerordentlicher Professor für Seuchenlehre und Vorstand des Tierärztlichen Institutes an die Medizinische Fakultät der Prager deutschen Universität berufen. Neben vielen gehaltvollen wissenschaftlichen Publikationen veröffentlichte er hier die Monographie „Die Nervenkrankheiten des Pferdes“ (Wien 1899), das erste veterinär-neurologische Werk. 1901 studierte er in Australien die Morphologie und Entwicklungsgeschichte der Dugongs (Seekühe). Die Zeit zwischen beiden Weltkriegen war für D. eine sehr fruchtbare Arbeitsperiode. Eine Reihe von Untersuchungen galt dem Hydrocephalus internus acquisitus; der spinalen Kompressions-Myelitis und -Neuritis des Hundes (diese Publikationen dienten Jahrzehnte später als Forschungsgrundlage bei der Aufklärung des Nucleus-pulposus-Prolapses des Menschen und der Hunde); den postinfektiösen Gehirn- und Rückenmarksveränderungen der Haustiere; den Neoplasmen und parasitären Erkrankungen der nervösen Zentralorgane; der Neuritis chron. interstitialis der Cauda equina des Pferdes und insbesondere der Psychologie und den psychotischen Erkrankungen der Tiere. Im letztgenannten Arbeitskreis war er führend und ist besonders bei der Stellungnahme gegen die „sprechenden“|und „denkenden“ Pferde und Hunde beziehungsweise ihre Besitzer und Manager hervorgetreten. 1925 wurde er ordentlicher Professor, 1928 Dr. med. vet. honoris causa der Tierärztlichen Hochschulen in Wien und Budapest.

  • Werke

    Weitere W Erkrankungen d. Nervensystems, in: Tierheilkde. u. Tierzucht, hrsg. v. Stang u. D. Wirth, Wien 1932 (W);
    Erkrankungen d. Zentralnervensystems d. Haustiere, in: Hdb. d. norm. u. path. Physiol., 1929;
    Anatomie d. Zentralnervensystems, in: Hdb. d. Vgl. Anatomie d. Haustiere, hrsg. v. Ellenberger u. Baum, 1943;
    Mitarbeiter am: Lehrb. d. vgl. Physiol. d. Haustiere, 1925, u. Hdb. d. spez. path. Anatomie d. Haustiere, hrsg. v. Joest, 1926. W-Verz. in: Prager Archiv f. Tiermedizin 6, 1926, S. 1-6.

  • Literatur

    E. Frauchinger, in: Schweiz. Archiv f. Tierheilkde. 93, Zürich 1951, S. 359-64 (P);
    J. Schreiber, in: Wiener tierärztl. Mschr. 43, 1956, S. 257-60.

  • Autor/in

    Josef Schreiber
  • Empfohlene Zitierweise

    Schreiber, Josef, "Dexler, Hermann" in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 630-631 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd137434561.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA