Lebensdaten
1895 bis 1961
Geburtsort
Ronneburg (Thüringen)
Sterbeort
Mainz
Beruf/Funktion
Sprachwissenschaftler ; Indogermanist
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 118741551 | OGND | VIAF: 62344080
Namensvarianten
  • Porzig, Walter
  • Porzig, Walter Julius
  • ポルツィヒ, ヴァルター
  • mehr

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Zitierweise

Porzig, Walter, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118741551.html [12.08.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Max (1865–1910), Dr. iur., Oberlandesger.rat in Jena, zuletzt Reichsger.rat in Leipzig, 1904-07 kons. MdR (s. Wi. 1908; BJ 15, Tl.), S d. Julius, Rittergutspächter in Hohenkirchen (Kr. Zeitz), u. d. Ottilie Kahnt;
    M Hedwig, T d. Julius Brauer,. Gutsbes. in Kauritz, u. d. Emilie Gabler;
    1919 Gertrud Müller;
    5 K.

  • Leben

    P. beendete sein 1913 begonnenes, durch die Einberufung zum Militär unterbrochenes Studium der Vergleichenden Sprachwissenschaft, Klassischen Philologie und Indologie in Jena, München und Leipzig 1921 mit der Promotion in Jena aufgrund der von Ferdinand Sommer angeregten Dissertation „Die syntaktische Funktion des Coniunctivus imperfecti im Altlateinischen“. 1922 erfolgte in Leipzig die Habilitation mit einer Arbeit über „Die Hypotaxe im Rigveda. I“ (in: Indogerman. Forsch. 41, 1923, S. 210-303), die 1925 zu seiner Berufung als Ordinarius für Vergleichende Sprachwissenschaft und Klassische Philologie in Bern führte. Dort wurde er 1935 wegen seiner nationalsozialistischen Aktivitäten entlassen und nach einem Stellentausch mit dem Schweizer Albert Debrunner zum Professor in Jena berufen. Eine Professur in Straßburg 1941-45 bekleidete er, da er Militärdienst leistete, nur nominell. Nach 1945 zunächst Privatgelehrter, wurde er 1951 Professor für Vergleichende Indogerman. Sprachwissenschaft in Mainz (1956/57 Dekan, 1960 emeritiert).

    Als Vertreter einer philologisch orientierten Sprachwissenschaft hat P. wichtige Arbeiten zum Altindoarischen, Griechischen und Lateinischen vorgelegt, die sorgfältig zwischen synchronischer und diachronischer Betrachtung, zwischen Aufnahme und Interpretation des Befundes unterscheiden. Schon früh traten P.s Neigung zu sprachtheoretischen Fragen und seine Aufgeschlossenheit für moderne Methoden wie die synchronische Sprachbetrachtung und die bedeutungs- und inhaltsbezogene Sprachwissenschaft zutage, die auch seine weit verbreitete Darstellung „Das Wunder der Sprache, Probleme, Methoden und Ergebnisse der modernen Sprachwissenschaft“ (1950, 91993, span. 1964, 21970) auszeichnen. Mit dem Aufsatz „Der Begriff der inneren Sprachform“ (in: Indogerman. Forsch. 41, 1923, S. 150-69) wurde P. zum eigentlichen Begründer des Neuhumboldtianismus in der deutschen Sprachwissenschaft.

    Seine Arbeiten zur Wortforschung konzentrieren sich auf die Wortfeldtheorie. Hierher gehören auch die Studien zu den Bezeichnungen für Abstrakta (v. a. Nomina actionis) und zu deren Entstehung, die zu dem grundlegenden Werk über „Die Namen für Satzinhalte im Griechischen und im Indogermanischen“ (1942) führten. Später wandte sich P. vorwiegend Problemen der historischen Sprachgeographie zu. Sein Buch über „Die Gliederung des indogerman. Sprachgebiets“ (1954, Nachdr. 1974), das eine möglichst umfassende Betrachtung anstrebt, zeigt eine verfeinerte Methode der Auswertung. Ergänzende Studien galten den altgriech. Dialekten und den altital. Sprachen. Als erster hat P. in einem konkreten Fall (Illujankas u. Typhon, in: Kleinasiat. Forsch. 1, 1930, S. 379-86) nachgewiesen, daß im griech. Mythos altkleinasiat. Sagengut fortlebt.|

  • Auszeichnungen

    korr. Mitgl. d. Ak. d. Lit. u. d. Wiss. zu Mainz (1959).

  • Werke

    Weitere W u. a. Die wichtigsten Erzz. d. Mahabharata, aus d. Sanskrit übers., 2 Bde., 1923/24;
    Die att. Tragödie d. Aischylos, 1926;
    Bedeutungsgeschichtl. Stud., in: Indogerman. Forsch. 42, 1924, S. 221-74;
    Sprachgeograph. Unterss. zu d. altgriech. Dialekten, ebd. 61, 1954, S. 147-69;
    Altital. Sprachgeographie, in: Indogermanica, FS f. W. Krause, 1960, S. 170-89.

  • Literatur

    W. P. 1895-1961, Würdigung durch d. Phil. Fak. d. Johannes Gutenberg-Univ. Mainz, 1962 (P, W-Verz. S. 28-47);
    H. Humbach, in: Gnomon 34, 1962, S. 426-28;
    L. M. Eichinger, in: Lex. Grammaticorum. hg. v. H. Stammerjohann, 1996.

  • Autor/in

    Rüdiger Schmitt
  • Empfohlene Zitierweise

    Schmitt, Rüdiger, "Porzig, Walter" in: Neue Deutsche Biographie 20 (2001), S. 645-646 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118741551.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA