Lebensdaten
1874 bis 1944
Geburtsort
Berlin
Sterbeort
Eberswalde
Beruf/Funktion
Forstmann
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 11926580X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Dengler, Alfred

Orte

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Zitierweise

Dengler, Alfred, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11926580X.html [19.07.2019].

CC0

  • Genealogie

    Fam. stammt aus Schlesien;
    V Ludwig (1834–1919), Geh. Kanzleirat, S des Joseph, Schneidermeister, u. der Pauline Giesel;
    M Klara (1847–1935), T des Försters Anton Rasim ( 1878) u. der Caroline Pollack;
    Kronberg (Taunus) 1903 Elisabeth (1881–1952), T des Forstmeisters Ernst Lade (1849–1921) u. der Auguste Kleinschmidt;
    1 S, 2 T, u. a. Hilde (⚭ Eilhard Wiedemann [* 1891], Prof., Leiter der Forstlichen Versuchsanstalt Niedersachsen).

  • Leben

    D. studierte an der Universität Berlin und der Forstakademie Eberswalde. Nach dem Assessorenexamen 1901 war er als Assistent 8 Jahre am botanischen Institut in Eberswalde und ein weiteres am pflanzenphysiologischen Institut der Universität Berlin tätig. Zwischendurch promovierte er 1903 zum Dr. oec. publ. in München. 1912-21 leitete er als Oberförster beziehungsweise als Forstmeister das Revier Reinhausen bei Göttingen und 1921-27 das Revier Chorin bei Eberswalde. In Rheinhausen begann seine erste Lehrtätigkeit an der Forstakademie Hannoversch Münden und der Universität Göttingen. 1922 wurde er als Ordinarius für Waldbau nach Eberswalde berufen. Nach kurzer Ruhestandszeit übernahm er 1939 erneut seine früheren dienstlichen Aufgaben. Auf Grund starker seelischer Depressionen schied er 1944 freiwillig aus dem Leben. - D. war einer der bedeutendsten Forstwissenschaftler, der die Entwicklung des Forstwesens in den Jahrzehnten nach dem 1. Weltkrieg maßgebend beeinflußt hat. Er vereinigte in sich umfangreiche botanische Kenntnisse, sehr gründliche Ausbildung in den naturwissenschaftlichen Arbeitsmethoden mit reichen forstlichen Erfahrungen. Sie befähigten ihn zu außerordentlich vielseitiger Forschungsarbeit, die in seinem „Waldbau auf ökologischer Grundlage“ (31944) ihre Krönung fand. Bereits die Dissertation „Die Horizontalverbreitung der Kiefer“ (1908) zeigt seine überragende kritische Arbeitsweise und ist bis heute unangefochten geblieben. In dem berühmten Streit um die Dauerwaldfrage lehnte D. Einseitigkeiten und Verallgemeinerungen ab und hob immer wieder die Standortsbedingtheit aller waldbaulichen Maßnahmen hervor. Das Lieblingsforschungsgebiet D.s während der letzten 15 Jahre seines Lebens war die forstliche Vererbungswissenschaft. Er führte in Deutschland die ersten exakt wissenschaftlichen Baumkreuzungen durch. - Dr. honoris causa Hannoversch Münden (1939), Ehrenmitglied der Forstwissenschaftlichen Gesellschaft Finnlands (1934), Goethemedaille (1944).

  • Literatur

    H. Hesmer, Zum 60. Geburtstag v. Prof. D., in: Forstarchiv 10, 1934, S. 118 (P);
    A. Olberg, Zum 70. Geburtstag …, in: Zs. f. d. ges. Forstwesen 76, 1944. S. 1 (P);
    ders., A. D., Zur 10. Wiederkehr s. Todestages am 15. Okt. 1944, in: Forstarchiv 25, 1954, S. 237 (W, P);
    H. Rührig, dasselbe, in: Allg. Forstzs. 9, 1954, S. 460 (P);
    E. Wagenknecht, in: Archiv f. Forstwesen 3, 1954, S. 724 (W, P).

  • Autor/in

    Albert Richter
  • Empfohlene Zitierweise

    Richter, Albert, "Dengler, Alfred" in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 594 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11926580X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA