Lebensdaten
1914 bis 1997
Geburtsort
Oberlahnstein
Sterbeort
Erlangen
Beruf/Funktion
Elektroingenieur ; Industriemanager
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 128693290 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Plettner, Bernhard

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Zitierweise

Plettner, Bernhard, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd128693290.html [16.06.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Bernhard, Ing.;
    M N. N. Derstroff;
    B Helmut (1926–92), 1976-91 Vors. d. Geschäftsführung d. Osram GmbH, 1978-87 d. Bosch-Siemens Hausgeräte GmbH (BSHG), Ehrensenator d. TU München (s. Munzinger);
    1955 Ursula Ganswindt.

  • Leben

    Nach dem Besuch des humanistischen Gymnasiums in Bad Kreuznach studierte P. an der TH Darmstadt Elektrotechnik. Als Diplom-Ingenieur trat er 1940 in die „Siemens-Schuckertwerke AG“ in Berlin ein, wo er zunächst in der Projektierung und Planung sowie im Vertrieb von Anlagen der Industrie und Energieversorgung im In- und Ausland tätig war. 1949 wurde er stellvertretender Leiter der Exportabteilung und in dieser Eigenschaft schwerpunktmäßig für das Überseegeschäft verantwortlich, seit 1955 leitete er die Projektierungsabteilungen für die Grundstoffindustrie. 1959 wurde P. Vorstandsmitglied der Siemens-Schuckertwerke, 1961 stellvertretender Vorstandsvorsitzender und 1962 Vorstandsvorsitzender. Bei der Zusammenführung der drei Siemens-Stammfinnen „Siemens & Halske“, „Siemens-Schuckertwerke“ und „Siemens-Reiniger-Werke“ in die „Siemens AG“ 1966 rückte P. in das dreiköpfige Vorstandspräsidium auf. 1968 trat er als stellvertretender Vorsitzender an die Seite des Siemens-Vorstandschefs Gerd Tacke (1906–97); nach dessen Ausscheiden 1971 wurde P. Vorstandsvorsitzender der „Siemens AG“.

    P., der als nüchtern-rationell denkender Pragmatiker und strategischer Planer galt, leitete wegweisende Entwicklungen bei Siemens ein. Die Verstärkung der internationalen Aktivitäten und der beschleunigte Ausbau der Position von Siemens auf dem amerik. Elektromarkt, z. B. durch die Kooperation mit „Allis-Chalmers“ und den Aufbau von „Siemens Corporation“ mit Sitz in Iselin (New Jersey) zählen zu seinen größten Verdiensten. Technische Spitzenleistungen und Innovationen trieb er vor allem in der Mikroelektronik und Datenverarbeitung sowie in der Reaktortechnik voran. Den Bereich Energieerzeugung, eines der Kernarbeitsgebiete von Siemens, stärkte er insbesondere durch die 1969 gemeinsam mit der AEG gegründeten Tochtergesellschaften „Kraftwerk Union AG“ (KWU) und „Transformatoren Union AG“ (TU), die später von Siemens übernommen wurden. 1975 übernahm Siemens die Mehrheit der angeschlagenen Siemens-Beteiligungsgesellschaft „Osram GmbH“, die sich seit 1976 unter der Leitung von P.s Bruder Helmut rasch erholte und 1978 in den Alleinbesitz von Siemens überging. Seine Zeit als Vorstandsvorsitzender war durch streng ertragsorientiertes Management und striktes Kostendenken gekennzeichnet. Nach seinem Ausscheiden als Vorstandsvorsitzender 1981 wurde P. als Nachfolger von Peter v. Siemens (1911–86) zum Aufsichtsratsvorsitzenden der „Siemens AG“ gewählt. Da diese einfluß-reiche Position bis dahin traditionell von einem Mitglied der Siemens-Gründerfamilie gehalten wurde, war P. der erste Nicht-Familienangehörige in diesem Amt. 1988 schied er aus Altersgründen aus dieser Position aus.|

  • Auszeichnungen

    Mitgl. d. Kuratoriums (1963–97) u. d. Verw.-rats d. Dt. Mus. (1973–93, seit 1989 Vors.); Vorstandsmitgl. d. Stifterverbandes f. d. dt. Wiss. (1964–97); Dr.-Ing. E. h. (TH Braunschweig 1966, Erlangen-Nürnberg 1984); Mitgl. d. Senats (Wahlsenator) d. MPG (1972–84); Präsidiumsmitgl. d. BDI (1973–84); Ehrensenator d. Univ. Erlangen-Nürnberg (1974) u. d. TU München (1978); Bayer. Verdienstorden (1974); „Manager d. Jahres“ (1977); Verw.ratsmitgl. d. German. Nat.mus. (1983–89); japan. Orden 1. Kl. v. Hl. Schatz (1983); Gr. BVK mit Stern (1984); Ehrenbürger d. Stadt Erlangen (1992).

  • Werke

    Zur Berechnung d. elektr. Einzelantriebes v. Zuckerzentrifugen, in: Siemens-Zs. 23, 1943, Nr. 4;
    Möglichkeiten d. Automatisierung im Hüttenwerk durch elektron. Verfahren, in: Stahl u. Eisen 80, 1960, Nr. 8, S. 508-13;
    Wandel d. Ing.aufgaben im Fortschritt d. Technik, in: Elektrotechn. Zs. B. 28, 1976, Nr. 26, S. 948 f.;
    Vertrauen in d. Technik, Vertrauen in d. Menschen, Ausgew. Reden, Aufss. u. Interviews, hg. zu seinem 65. Geb.tag, 1979;
    Die Wirtsch. braucht d. vielseitig gebildeten Menschen, 1981;
    Kernkraftnutzung nach Tschernobyl, Tatsachen, Überlegungen u. Betrachtungen, 1986;
    Wackersdorf – Symbol d. Fortschritts? Übermut d. Technik?, 1986;
    Das Kernkraftwerk – Verkappte Bombe? Handhabbar? Verantwortbar? Wirtschaftlich u. sicher?, 1987;
    Strahlen, Strahlung – Gesetzmäßigkeiten, Wirkungen, Gefahren, 1987;
    Die Nutzung d. Wind- u. Sonnenenergie mit d. Mitteln d. Technik v. heute: Der Königsweg d. Energie-wirtsch., 1987;
    Abenteuer Elektrotechnik, Siemens u. d. Entwicklung d. Elektrotechnik seit 1945, 1994.

  • Literatur

    FAZ v. 30.11.1979 u. 5.11.1997;
    VDI Nachrr. v. 30.10.1987;
    Fränk. Tag v. 18.11.1997;
    SZ v. 20.8.1971, 1.12.1974, 1.12.1979, 1.12.1984, 1.12.1989, 5.5. u. 5.11.1997;
    Handelsbl. v. 25.11.1971 u. 28.11.1974;
    Der Spiegel v. 24.9.1973 u. 10.11.1997;
    Vision v. Mai 1975;
    Die Zeit Nr. 38 v. 10.9.1976;
    Nürnberger Nachrr. v. 5.11.1997;
    Erlanger Nachrr. v. 5.11.1997;
    Börsen-Ztg. v. 5.11.1997;
    Munzinger.

  • Autor/in

    Wilfried Feldenkirchen
  • Empfohlene Zitierweise

    Feldenkirchen, Wilfried, "Plettner, Bernhard" in: Neue Deutsche Biographie 20 (2001), S. 537 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd128693290.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA