Lebensdaten
1818 bis 1882
Beruf/Funktion
Feldzeugmeister
Konfession
katholisch?
Normdaten
GND: 139175504 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Philippovic, Josef
  • Philippovic von Philippsberg, Josef Freiherr
  • Philippovic, Josef
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Zitierweise

Philippovic von Philippsberg, Josef Freiherr, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd139175504.html [14.07.2020].

CC0

  • Leben

    Philippović: Josef Freiherr Ph. von Philippsberg, k. k. Feldzeugmeister und Commandeur des Maria-Theresienordens, wurde als Sohn eines k. k. Hauptmanns von altbosnischem christlichem Adel zu Gospić in der ehemaligen Likaner Militärgrenze am 28. April 1818 geboren und trat schon im 16. Lebensjahre als Cadett in das Likaner Grenzregiment Nr. 1. Am 1. April 1836 zum Pioniercorps transferirt, erhielt er seine militärische Ausbildung in der Tullner Pionier-Corpsschule. Am 1. April 1839 erfolgte seine Beförderung zum Unterlieutenant II. Cl., am 16. December 1842 zum Unterlieutenant I. Cl., am 29. September 1843 zum Oberlieutenant bei gleichzeitiger Uebersetzung in den Generalquartiermeisterstab und am 20. September 1847 seine Beförderung zum Hauptmann. Die Feldzüge von 1848 und 1849 machte er in Ungarn als Souschef der Generalstabsabtheilung des 1. Corps unter Feldmarschalllieutenant Freiherrn v. Jellačic mit. 1848 betheiligte sich P. an der Unterdrückung des Aufstandes in Wien und zwar speciell an dem Gefechte bei der Sophienbrücke und bei der Erstürmung von Wien, machte die Gefechte bei Schwechat, Parendorf, Altenburg und das Tressen von Moor mit. Während dieses Feldzuges erfolgte am 13. November 1848 seine Beförderung zum Major im Warasdiner Grenz-Infanterieregiment; ferner wurde P. für seine Leistungen in dem Feldzuge von 1848 im J. 1849 mit dem Militär-Verdienstkreuze ausgezeichnet. Im Feldzuge 1849 kämpfte er in dem Gefechte bei Tétény, in den Schlachten bei Kapolna, bei Isaszeg, in drei Recognoscirungsgefechten bei Pest, in dem Treffen bei O'Becse und in der Schlacht bei Hegyes; für seine hervorragenden Leistungen in letzterer Schlacht wurde er mit dem Ritterkreuz des Leopoldordens ausgezeichnet. Am 12. September 1851 bei gleichzeitiger Beförderung zum Oberstlieutenant zum Generaladjutanten des Feldzeugmeisters Banus Jellačic ernannt, verblieb er in dieser Stellung bis zu seiner am 1. Januar 1853 erfolgten Beförderung zum Obersten und Commandanten des Warasdiner Kreuzer Grenzregiments Nr. 5. Am 19. April 1859 zum Generalmajor und Brigadier beim 8. Corps ernannt, legte er unter Feldzeugmeister Ritter v. Benedek am 24. Juni desselben Jahres in der Schlacht bei Solferino so hervorragende Umsicht und Tapferkeit an den Tag, daß er in Anerkennung dieser Leistungen durch Allerhöchste Entschließung am 17. December 1859 mit dem Orden der Eisernen Krone II. Classe ausgezeichnet, sodann in Gemäßheit der Ordensstatuten am 20. März 1860 in den erblichen Freiherrnstand erhoben wurde. Nach dem Kriege ging er als Brigadier nach Semlin und fungirte in den Jahren 1861, 1864 und 1865 als kaiserlicher Commissär bei dem serbischen Kirchencongreß in Carlowitz; aus diesem Anlasse wurde er am 24. November 1864 mit dem Ritterkreuze des St. Stefansordens ausgezeichnet. Im Kriegsjahre 1866 fand Ph. als Generalmajor und Adlatus des Commandanten des 2. Corps, Feldmarschalllieutenants Grafen Thun-Hohenstein, Verwendung, that sich in der Schlacht bei Königgrätz und im Treffen bei Blumenau in bravouröser Weise hervor und trug durch seine Umsicht und Thatkraft erheblich dazu bei, daß der Donauübergang bei Preßburg im Besitze des 2. Armeecorps verblieb. Noch während des Feldzuges am 16. Juli 1866 zum Feldmarschalllieutenant befördert, wurde ihm für die Leistungen in diesem Feldzuge die Allerhöchste belobende Anerkennung zu Theil. Am 6. September 1866 wurde P. zum Commandanten der 1. Truppendivision in Wien ernannt, am 5. December 1867 wurde ihm das Infanterieregiment Nr. 35 verliehen und am 18. Januar 1870 erfolgte seine Berufung auf den Posten des Divisionärs in Innsbruck bei gleichzeitiger Ernennung zum Landesvertheidigungs-Obercommandanten für Tirol und Vorarlberg. Im 4. Januar durch die Verleihung der Würde eines geheimen Rathes ausgezeichnet, erfolgte am 28. Januar desselben Jahres seine Beförderung zum Feldzeugmeister und Ernennung zum commandirenden General in Brünn, von welchem Posten er bald darauf am 14. Juni 1874 zum commandirenden General in Prag ernannt wurde.

    Im J. 1878 an die Spitze der zur Occupation von Bosnien und der Herzegowina bestimmten Truppen berufen, erließ P. am 27. Juli eine Proklamation an die Bewohner dieser Länder, überschritt am 29. Juli die Save bei Brod, trat sofort den Marsch nach Dervent an und erhielt durch die Recognoscirungen nach Maglaj und Zepče, welche die ersten blutigen Opfer kosteten, den Beweis, daß er es mit fanatisirten, zum entschlossensten Widerstand bereiten Gegnern zu thun habe. Nach der unter lebhaftem Gefechte erfolgten Besetzung von Maglaj erhielt der Feldzeugmeister die Zusicherung einer ansehnlichen Verstärkung, jedoch wartete er dieselbe nicht ab, sondern beschloß die Angriffsbewegungen auf Sarajevo fortzusetzen, lieferte den Gegnern am 7. August das Gefecht von Zepče, langte am 11. August mit dem Gros in Zeníca an, vollzog am 13. August bei Vitez die Vereinigung mit den Vortruppen, lieferte dann die siegreichen Gefechte bei Belatovac, Kakany, Višoka, Kiseljak, Blazny und besetzte am 19. August nach einem hartnäckigen Widerstande der Gegner Sarajevo. Um 4 Uhr Nachmittags wehte die kaiserliche Standarte auf den Zinnen der Citadelle, und Ph. hielt, von dem friedlichen Theile der Bevölkerung freudigst begrüßt, den Einzug in Bosniens Hauptstadt. Der Kaiser ernannte den Feldzeugmeister am 20. August 1878 zum Commandanten der 2. Armee und verlieh ihm gleichzeitig in Anerkennung seiner ausgezeichneten Führung während der Occupationsaction die Kriegsdecoration des Großkreuzes des Leopoldsordens.

    In kurzer Zeit stellte Frhr. v. Ph. die Ruhe und Ordnung in den occupirten Ländern wieder her, so daß bei Auflassung des Commandos der 2. Armee derselbe ein Allerhöchstes Handschreiben vom 18. November 1878 erhielt, in welchem ihm für die rasche Bewältigung des bewaffneten Widerstandes, Herstellung der Ruhe, Ermöglichung einer geregelten Administration „der wohlverdiente Dank und die vollste Anerkennung“ ausgesprochen wurde. In sein früheres Verhältniß nach Prag zurückversetzt, erhielt Ph. mit Allerhöchstem Handschreiben vom 2. Mai 1879 als weitere Belohnung das Commandeurkreuz des Maria-Theresienordens. Anläßlich seines 50jähr. Militärdienstjubiläums geruhte der Kaiser am 26. October 1879 ein Allerhöchstes huldreiches Handschreiben an den Jubilar zu erlassen. Am 6. April 1881 wurde Ph. zum commandirenden General in Wien ernannt, am 8. April 1882 jedoch auf seine Bitte in der gleichen Eigenschaft nach Prag zurückversetzt, wo er bis zu seinem letzten Athemzuge in treuer Pflichterfüllung gewirkt hat. Er starb am 6. August in Prag infolge eines Schlaganfalles. Ph. war ein strammer schneidiger Krieger, dem das Glück mit seltener Ausdauer von Anfang bis zum Ende seiner glänzenden Soldatenlaufbahn zur Seite stand.

    • Literatur

      Acten des k. u. k. Kriegs-Archivs. — Lukes, Maria Theresien-Orden. — Armeeblatt 1889.

  • Autor/in

    Sommeregger.
  • Empfohlene Zitierweise

    Sommeregger, "Philippovic von Philippsberg, Josef Freiherr" in: Allgemeine Deutsche Biographie 53 (1907), S. 54-55 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd139175504.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA