Lebensdaten
erwähnt 1204, gestorben 1215
Sterbeort
Verona
Beruf/Funktion
Bischof von Ratzeburg ; Prämonstratenser
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 139285237 | OGND | VIAF: 100570935
Namensvarianten
  • Philipp v. Ratzeburg
  • Philipp
  • Philipp v. Ratzeburg
  • mehr

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Zitierweise

Philipp, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd139285237.html [23.09.2020].

CC0

  • Leben

    Über Herkunft und Ausbildung P.s ist nichts bekannt. Er war Kanoniker des Ratzeburger Prämonstratenser-Domstiftes und Kaplan Bischof Isfrieds von Ratzeburg (reg. 1178/80-1204). Nach dessen Tod wurde er in einer umstrittenen Wahl von einem Teil des Kapitels zum Nachfolger gewählt, während sich der andere Teil für den Dompropst und späteren Bischof Heinrich (reg. 1215-28) entschied. Beide Parteien unterwarfen sich dem Schiedsspruch des holstein. Gf. Albert von Orlamünde (um 1182–1245), der die Vogtei über das Bistum innehatte und den Streit zugunsten P.s entschied. Daraufhin empfing dieser in Bremen durch Ebf. Hartwig v. Uthlede (reg. 1185-1207) die Bischofsweihe. 1205 und 1209 wirkte er als Weihbischof im Bistum Utrecht. Unter dem Episkopat P.s ist 1210 erstmals der Gebrauch eines Siegels durch das Ratzeburger Domkapitel belegt.

    Vom dän. Kg. Waldemar II. (1170–41) erlangte P. 1205 die Bestätigung der Freiheiten der Ratzeburger Kirche und des Domkapitels. Durch verschiedene Stiftungen förderte er den Ratzeburger Dom und vermehrte die Einkünfte und Besitzungen des noch jungen, 1158 errichteten Bistums.

    1210 begleitete er Otto IV. auf seinem Italienzug, doch wechselte er 1213 im deutschen Thronstreit auf die Seite Friedrichs II., der nach der Schlacht von Bouvines 1214 Kg. Waldemar II. alle Länder jenseits von Elbe und Eide übertrug, darunter das Bistum Ratzeburg sowie die eroberten wendischen Länder. Dies bestätigten 1216/17 die Päpste Innozenz III. und Honorius III.

    1211 beteiligte sich P. mit dem Erzbischof von Riga, Albert v. Bekeshovede (reg. 1199-1229), den Bischöfen von Paderborn, Bernhard v. Oesede (reg. 1204-23), und Verden, Iso v. Wölpe(reg. 1205–31), sowie dem Zisterzienser und späteren Bischof von Semgallen, Bernhard zur Lippe (reg. 1218-24), am Kreuzzug nach Livland. Dort ist er als Mitkonsekrator Dietrichs v. Treyden (reg. 1211-1219) zum Bischof von Dorpat sowie mehrfach in Vertretung des Erzbischofs belegt. Er missionierte im Thorner Land und trat schließlich mit Dietrich v. Treyden die Reise nach Rom zum IV Laterankonzil an. Nachdem sie auf der Überfahrt nach Gotland durch ein Unwetter nach Oesel verschlagen worden waren und sich heftiger Angriffe der Bewohner zu erwehren hatten, erkrankte P. auf der Weiterreise schwer und starb in Verona.

  • Quellen

    Qu u. L G. M. C. Masch, Gesch. d. Bisthuras Ratzeburg, 1835, S. 106-15; Meklenburg. UB, hg. v. d. Ver. f. Meklenb. Gesch. u. Altertumskde., 1-25A, 1863-1936, 25B, 1977 (Register); H. Windus, Die kath. Kirche in Ratzeburg, 1908, S. 28 f.; G. Krüger, Das Land Ratzeburg, 1934. Neudr. 1994, S. 21, 25; K. Schmaltz, KGesch. Mecklenburgs I, 1935; H.-J. Freytag, Die Bischöfe v. Ratzeburg als Landesherren im MA, in: H. H. Schreiber (Hg.), Der Dom zu Ratzeburg, Acht Jhh., 1954, S. 18-30; Mecklenburg. Gesch., Von d. Anfängen bis z. Landständ. Union v. 1523, Auf d. Grundlage v. H. Witte neu bearb. v. M. Hamann, 1968; J. Petersohn, Der südl. Ostseeraum im kirchl.-pol. Kräftespiel d. Reichs, Polens u. Dänemarks v. 10. bis 13. Jh., Mission – Kirchenorganisation – Kultpol., 1979, S. 65-96 u. ö.; H.-G. Kaack, Ratzeburg, Gesch. e. Inselstadt, Reg.sitz – Geistl. Zentrum – Bürgerl. Gemeinwesen, 1987 (Qu, L); C. Brodkorb, in: Gatz IV (im Druck).

  • Autor/in

    Clemens Brodkorb
  • Empfohlene Zitierweise

    Brodkorb, Clemens, "Philipp " in: Neue Deutsche Biographie 20 (2001), S. 385 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd139285237.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA