Lebensdaten
1907 bis 1992
Geburtsort
Breslau
Sterbeort
Düsseldorf
Beruf/Funktion
Eisenhüttenmann
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 139892087 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Petersen, Ulrich
  • Pethersen, Ulrich

Orte

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Zitierweise

Petersen, Ulrich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd139892087.html [16.06.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Karl, Maschinenbauing.;
    M Elsbeth Winter;
    1) Ursula Kober ( 1966), 2) Hildegund Kriebel;
    2 S aus 1).

  • Leben

    Nach dem Besuch des Gymnasiums studierte P. an der TH Breslau das Hüttenfach. Als Diplom-Ingenieur trat er 1935 in die Mannesmannröhren-Werke AG ein, damals noch ein vertikal gegliederter Montankonzern, bei dem jedoch der größte Teil der Vormaterialfertigung auf das Traditionsprodukt Stahlrohr ausgerichtet war. Er begann im Werk Bous/Saar, wurde 1939 Walzwerkschef in Remscheid und kehrte 1941 als Oberingenieur für die gesamten Warmbetriebe nach Bous zurück. 1943 übernahm P. die Leitung des Werkes Schönbrunn bei Mährisch-Ostrau, das zur damaligen Tochtergesellschaft Mannesmannröhren-Werke Komotau AG gehörte. Unter schwierigen Bedingungen gelang es ihm, die Produktion durch den Bau neuer Anlagen und die verbesserte Ausbildung der Walzmannschaften zu modernisieren und wirtschaftlicher zu gestalten. Nach dem 2. Weltkrieg leitete P. das Stammwerk Remscheid, das er zu Beginn der 50er Jahre ebenfalls modernisierte, ehe er 1955 die technische Leitung des damals größten und technisch anspruchsvollsten Röhrenwerkes in Düsseldorf-Rath übernahm. Seit 1957 Vorstandsmitglied der Mannesmann-Hüttenwerke AG, wurde er mit der technischen Leitung der Hütten- und Walzwerke in Huckingen, Gelsenkirchen und Finnentrop betraut. Nach der Fusion der entflochtenen Tochtergesellschaften mit der Mannesmann AG wurde P. 1959 zum stellvertretenden und ein Jahr später zum ordentlichen Vorstandsmitglied der Mannesmann AG ernannt. Ihm oblag die technische Betreuung aller Hütten-, Stahl- und Walzwerke des Konzerns.

    Im Rahmen eines umfangreichen Ausbauprogramms im Hütten- und Röhrenbereich förderte P. nachdrücklich neue Entwicklungen der Stahl- und Walzwerkstechnik und erwarb sich insbesondere bleibende Verdienste um die Vervollkommnung des seit 1950 bei Mannesmann entwickelten Stahl-Stranggießens zur Betriebsreife. Er ließ im Werk Gelsenkirchen die erste Strangguß-Großversuchsanlage der Welt und dann im Werk Huckingen die erste Großproduktionsanlage für Brammen-Bogenstrangguß errichten. Mit der Entwicklung des Stranggießens für Massenstahl verhalf er dem Verfahren zum Durchbruch. Heute werden weltweit über 90% der Stahlerzeugung im Strang vergossensen. P.s Bemühungen trugen 1959 entscheidend zum Abschluß des Generallizenzvertrages der deutschen Stahlindustrie mit der Firma „Brassert Oxygen Technik“ über die Anwendung des Sauerstoff-Aufblasverfahrens bei. Ebenso ging die Errichtung einer gemeinschaftlichen Großumschlagsanlage für Erz in Rotterdam-Europort in der 2. Hälfte der 60er Jahre maßgeblich auf seine Initiative zurück.|

  • Auszeichnungen

    Dr.-Ing. E. h. (TH Aachen 1968); Carl-Lueg-Denkmünze (1975).

  • Werke

    Betriebsversuche z. Leistungssteigerung d. Hochofens durch Einsatz v. Pellets, in: Stahl u. Eisen 83, 1963, S. 1397-1407 (mit H. Kahlhöfer u. A. Send);
    Stranggießen v. Stahl, Chancen z. Strukturanpassung, ebd. 108, 1988, S. 435 f.;
    Stahlstranggießen, Zum Btr. v. Mannesmann an d. Entwicklung e. neuen Verfahrensschrittes d. Stahlerzeugung, in: H. A. Wessel (Hg.), Kontinuität im Wandel, 100 J. Mannesmann 1890-1990, 1990, S. 511-26.

  • Literatur

    H. A. Wessel, Das Hüttenwerk Krupp-Mannesmann, Ein Duisburger Unternehmen u. seine Gesch., 1990, S. 148-71;
    ders., Die techn. Leiter d. Huckinger Hüttenwerks, 1997, S. 25 f.;
    Mannesmann Rohr-Post 1960, H. 14, S. 7;
    Mannesmann-Informationen 1955, Nr. 1, S. 11;
    ebd. 1957, Nr. 5, S. 7;
    Unser Werktag (Mannesmann-Werkszs.) 1967, Nr. 8/9, S. 14;
    ebd. 1972, Nr. 9, S. 3. |

  • Quellen

    Qu Mannesmann-Archiv, Düsseldorf.

  • Portraits

    Fotos im Mannesmann-Archiv, Düsseldorf.

  • Autor/in

    Horst A. Wessel
  • Empfohlene Zitierweise

    Wessel, Horst A., "Petersen, Ulrich" in: Neue Deutsche Biographie 20 (2001), S. 259 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd139892087.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA