Lebensdaten
1832 bis 1902
Geburtsort
Potsdam
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Jurist
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 133616622 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Persius, Friedrich Ludwig Paul
  • Persius, Paul
  • Persius, Friedrich Ludwig Paul
  • mehr

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen im NDB Artikel
Personen in der GND - familiäre Beziehungen

Verknüpfungen auf die Person andernorts

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Persius, Paul, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd133616622.html [16.12.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Ludwig (s. 1);
    M Pauline Sello;
    1859 Anna (1834–1916), |T d. Aurel Rudolf Alexander Moritz Zander (1808-57/58), Oberregierungsrat in Potsdam, und der Marie Charlotte Dorothea Canot (1813-86)|;
    5 K, u. a. Lothar (* 1864), Kpt. z. See, Marineschriftst. (s. Wi. 1922); OvOnkel väterlicherseits der Ehefrau Christian Friedrich Gotthilf Zander (1791–1868), Präs. d. Oberlandesgerichts in Königsberg (Pr.), seit 1856 Kanzler in Preußen (s. Altpreuß. Biogr. II).

  • Leben

    Nach der Schulzeit in Potsdam und dem Studium in Jena und Berlin war P. seit März 1853|zunächst als Auskultator beim Berliner Kammergericht tätig und wechselte im November 1854 an die Regierung von Potsdam, wo er zunächst als Referendar, seit 1858 als Assessor wirkte. 1859 zum Landrat im Kreis Ostprignitz in Kyritz ernannt, wurde P. 1866 für den Wahlkreis West- und Ostprignitz in das preuß. Abgeordnetenhaus gewählt, dem er bis 1876 als Mitglied der konservativen bzw. neukonservativen Fraktion angehörte; 1867 war P. als Abgeordneter dieses Wahlkreises auch Mitglied im ersten, konstituierenden Reichstag des Norddeutschen Bundes. Im Juli desselben Jahres wechselte er als Hilfsarbeiter ins preuß. Innenministerium. Neben Rudolf Friedenthal (1827–90) zählte er hier zu den wichtigsten ministeriellen Protagonisten der preuß. Verwaltungsreformen in der Zeit des konservativ-liberalen Zusammenwirkens. P. verfaßte, z. T. gemeinsam mit Friedenthal, die Gesetzesvorlage der Kreisordnung für die sechs östlichen Provinzen, gewährte dabei Gneistschen Ideen „Zugang“ (Heffter) und begleitete die bis 1872 andauernden Landtagsberatungen der immer wieder neu eingebrachten Regierungsvorlage als Vertreter des Innenministeriums. Auch die Provinzialordnung und vor allem das Verwaltungsgerichtsgesetz von 1875 gingen auf P.s Entwürfe zurück. Im Juli 1867 zum Vortragenden Rat und im Januar 1873 zum Geh. Oberregierungsrat ernannt, amtierte P. 1875-92 als erster Präsident des Oberverwaltungsgerichts. Hier wirkte er insbesondere am institutionellen und personellen Ausbau des Oberverwaltungsgerichts mit. Das wachsende Ansehen des neuen Gerichts fand seinen Ausdruck auch in P.s Berufung zum Mitglied des Staatsrats 1884 und des Herrenhauses 1891. P. kann zwar nicht als „Schöpfer der preuß. Verwaltungsgerichtsbarkeit“ (Egidi) bezeichnet werden, denn damit würde die Rolle des Liberalismus und die tragende Bedeutung Gneists verkannt. Er hat allerdings die konzeptionelle Gestaltung der preuß. Verwaltungsreformgesetzgebung in der Bismarckzeit maßgeblich beeinflußt und später als höchster Repräsentant des Oberverwaltungsgerichts viel dazu beigetragen, daß sich die Verwaltungsgerichtsbarkeit als zunehmend unabhängige Institution im preuß. Staatsgefüge etablieren konnte.|

  • Auszeichnungen

    Wirkl. Geh. Rat (1886); Dr. iur. h. c. (Heidelberg 1900).

  • Literatur

    H. Egidi, P. P., Der Schöpfer d. preuß. Verw.ger.-barkeit, in: M. Baring (Hg.), Aus 100 J. Verw.ger.barkeit, 1963, S. 18-40 (P);
    H. Heffter, Die dt. Selbstverw. im 19. Jh., 1969, S. 511 f., 549, 593 f., 625, 643;
    W. Petermann, Die Mitgll. d. Preuß. Oberverw.ger. 1875-1942, in: Neue Forsch, z. Brandenburg-Preuß. Gesch. 1, 1979, S. 173-237;
    G. Lange, Die Bedeutung d. preuß. Innenmin. F. A. Gf. zu Eulenburg f. d. Entwicklung Preußens z. Rechtsstaat, 1993, S. 120, 141, 187 f., 259;
    E. J. Hahn, R. v. Gneist 1816-1895, Ein pol. Jurist in d. Bismarckzeit, 1995, S. 160 f.;
    M. Schwarz. MdR, Biogr. Hdb. d. Reichstage, 1965;
    B. Mann, Biogr. Hdb. f. d. Preuß. Abg.-haus 1867-1918, 1988;
    BJ VII, 1902.

  • Portraits

    Ölgem. (Berlin, Bundesverw.ger.).

  • Autor/in

    Andreas Thier
  • Empfohlene Zitierweise

    Thier, Andreas, "Persius, Paul" in: Neue Deutsche Biographie 20 (2001), S. 199-200 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd133616622.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA