Lebensdaten
1914 bis 1986
Geburtsort
Posen
Sterbeort
Westwood bei Los Angeles (Kalifornien, USA)
Beruf/Funktion
Schauspielerin ; Schriftstellerin
Konfession
jüdischer Vater
Normdaten
GND: 118591452 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Peiser, Lilli Marie (eigentlich)
  • Harrison, Lilli (verheiratete, in 1. Ehe)
  • Thompson, Lilli (verheiratete, in 2. Ehe)
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Zitierweise

Palmer, Lilli, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118591452.html [16.08.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Alfred Peiser ( 1934, jüd.), Dr. med., Arzt;
    M Rose Lissmann, Schausp.;
    Schw Irene (* 1910), Tänzerin, Hilde (* 1919), Schausp., Schriftst. od. Zeichnerin (s. W);
    1) 1943 ( 1957) Rex (eigtl. Reginald Carey) Harrison (1908–90, 1989 Sir, 2] Kay Kendall, 1927–59, Schausp., 3] Rachel Roberts, 1927–80, Schausp.), aus Huyton (Lancashire, England), Schausp., S e. Börsenmaklers in Liverpool, 2) 1957 Carlos Thompson (eigtl. Carlos Mundin Schafter) (1923–90), aus Buenos Aires (Argentinien), Schausp., Schriftst., S v. dt.-schweizer. Einwanderern;
    1 S aus 1) Carey Harrison (* 1944), Schriftst.

  • Leben

    Nach dem Abitur in Berlin und kurzem Schauspielunterricht, u. a. bei Lucie Höflich, debütierte P. 1932 am Berliner Rose-Theater. Noch im selben Jahr wurde sie an das Darmstädter Landestheater engagiert und spielte u. a. in Shaws „Pygmalion“. 1933 emigrierte sie zunächst nach Paris, 1934 nach London. Hier spielte sie an Boulevardbühnen und im Film. Ihr erster großer Erfolg war „The Great Barrier“ (1936), ein Film über den Bau der kanad. Eisenbahn. P.s herbe Melancholie, ihre Disziplin, Distinguiertheit und zurückhaltend akzentuierte Körperlichkeit entsprach dem Weiblichkeitsbild des engl. Films. Die Gestaltung gebändigter oder unausgelebter erotischer Versuchungen blieb lange ihr besonderes Aufgabengebiet, das jedoch selten konsequent ausgeleuchtet wurde. Ein internationaler Erfolg, sowohl auf der Bühne wie auch im Film, gelang ihr an der Seite Rex Harrisons in „The Rake's Progress“ (1945). Nach dem Krieg setzte P. ihre Karriere in den USA fort. Ihr bemerkenswertester Film ist „Body and Soul“ (1947), wo sie einem karrieresüchtigen Boxer einfühlsam zur Seite steht. Zumeist agierte sie jedoch in Unterhaltungsfilmen, etwa „The Four Poster“ (1952, dt.: „Das Himmelbett“). 1949-54 spielte sie an verschiedenen Broadway-Theatern und hatte hier, meist an der Seite ihres Mannes, große Erfolge, etwa in Shaws „Cesarand Cleopatra“ (1949), van Drutens „Bell, Book and Candle“ (1950) oder Frys „Venus Observed“ (1952).

    1954 trat P. zum ersten Mal in einem deutschen Film auf: als Zirkusdirektorin in der Musikkomödie „Feuerwerk“. Sie spielte „Anastasia – Die letzte Zarentochter“ (1956), „Eine Frau, die weiß was sie will“ (1957) oder die Heimerzieherin Fräulein v. Bernburg in dem mißlungenen Remake von „Mädchen in Uniform“ (1958). Auch als Bordellbesitzerin in Shaws „Frau Warrens Gewerbe“ (1959) und als Alice in „Paarungen“ (1967, Verfilmung v. Strindbergs „Totentanz“) gab sie den Figuren eine für ihre Spielweise charakteristische charmante Glätte. Sensibel und selbstbewußt agierte sie als „Lotte in Weimar“ (DDR 1974). P., die seit 1960 in der Schweiz lebte, war eine der wenigen deutschen Schauspielerinnen, die in den 50er und 60er Jahren erfolgreich auch in internationalen Filmen auftraten. Sie wirkte in 28 brit., 25 amerik., 5 franz., 2 ital. und 33 deutschen Film- oder Fernsehproduktionen mit. Bereits 1950/51 hatte sie in den USA eine eigene Fernsehshow. In Deutschland erlangte sie große Popularität mit Showmoderationen, Personality-Sendungen, den TV-Episodenspecials „Eine Frau bleibt eine Frau“ (1972-76) sowie mit ihrer zweibändigen Autobiographie und vielgelesenen Unterhaltungsromanen.|

  • Auszeichnungen

    Filmbänder in Silber u. Gold d. Dt. Filmpreises (1956, 1957 u. 1978); Gr. BVK (1974).

  • Werke

    Autobiogr.: Dicke Lilli – gutes Kind, 1974;
    Der rote Rabe, 1977. – Romane: Umarmen hat seine Zeit, 1979;
    Nachtmusik, 1981;
    Eine Frau bleibt e. Frau, 1982;
    Um e. Nasenlänge, 1984;
    Wenn d. Nachtvogel schreit, 1986. – Zu Hilde Peiser: Die kunter-bunte Spielkiste, gepackt u. zus.genagelt v. Erich Georgi u. H. P., 2um 1931.

  • Literatur

    J. Weno, L. P., 1957 (P);
    M.-L. Scherer, Der Vogel hat gut singen, in: Der Spiegel 34, 1977;
    H. Holba. in: Reclams Filmlex., 1984, S. 287-89 (P);
    V. Baer, in: Der Tagesspiegel v. 30.1.1986;
    E. Bauschmid, in: SZ v. 30.1.86 (P);
    NZZ v. 31.1.1986;
    H.-D. Seidel, in: FAZ v. 30.1.1986;
    M. O. Hübner, L. P., 1986 (P);
    G. Mittag, in: Schwesternreise ins Exil, hg. v. K. Raabe, 1997;
    Lex. Filmschausp. Internat, hg. v. H.-M. Bock, 1995;
    CineGraph;
    Munzinger;
    BHdE II;
    Kosch. Lit.-Lex.3.

  • Autor/in

    Jürgen Kasten
  • Empfohlene Zitierweise

    Kasten, Jürgen, "Palmer, Lilli" in: Neue Deutsche Biographie 20 (2001), S. 23 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118591452.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA