Lebensdaten
erwähnt 1545, gestorben 1573
Geburtsort
Torgau
Sterbeort
Königsberg (Preußen)
Beruf/Funktion
Drucker
Konfession
evangelisch?
Normdaten
GND: 132784300 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Daubmann, Johann
  • Daubmann, Hans
  • Daubmann, Johann
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Zitierweise

Daubmann, Hans, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd132784300.html [27.05.2020].

CC0

  • Genealogie

    Anna;
    1 S, 2 T, u. a. Bonifacius, der einige Drucke unter seinem Namen herausbrachte, Cordula ( Buchdrucker u. Verlagsbuchhändler Gg. Osterberger [um 1542-1602], der von seinem Schwager dessen Anteil kaufte u. damit der eigentliche Nachfolger der bewährten D.schen Druckerei wurde [s. ADB XXIV]).

  • Leben

    D., der am 23.12.1545 zu Nürnberg eingebürgert wurde, hatte Wohnung in der Judengasse und einen Buchladen am Rathaus. Er druckte zuerst zusammen mit Wolf Fugger, bald aber allein. Sein Druckereibetrieb dürfte nicht umfangreich gewesen sein: zuerst hatte er nur einen, ab 1550 2 Setzer. Ab Mitte 1551 leistete der Poet Michael Lindener Korrekturdienste bei ihm. Neben Schriften von Leonhard Culmann, Otto Brunfels, Kaspar Huberinus, Martin Paeonius und anderen, nebst 2 Liedersammlungen brachte er als größtes Verlagswerk das „Arzneibuch“ als Nachdruck der Erfurter Originalausgabe 1549 heraus, von dem er später in Königsberg noch 3 Ausgaben (1555, 1556, 1585) veranstaltete. Auch im Verlag und Vertrieb von fliegenden Blättern war er eifrig tätig (Porträts der Landgrafen Philipp von Hessen, Georg von Leuchtenberg, des Kurfürsten Johann Friedrich von Sachsen und anderen). Mit dem Rat der Stadt geriet er mehrere Male in Konflikt wegen des Druckes von anstößigen Blättern und Flugschriften. Diese Tatsaüe begünstigte auch im Frühjahr 1554 seine Übersiedlung nach Königsberg, wohin ihn Herzog Albrecht berufen hatte. Hier entfaltete er in der Folge eine rege Tätigkeit sowohl als Universitätsbuchdrucker, wozu er am 19.6.1558 bestallt worden war, als auch als einziger Drucker der Stadt und Landschaft, öfters auftretende Schwierigkeiten mit der Universität bereinigte der Herzog, der auch durch ein erneutes Privileg 1564 seiner Druckerei größeren Aufschwung zu geben versuchte. Die Zahl seiner Drucke muß recht groß gewesen sein, worunter sich auch zahlreiche Schriften in polnischer und vereinzelt in litauischer und preußischer Sprache befanden. Ob D. auch der Verfasser einer „Chronica, Außzug aus preußischen Chroniken“ und eines „Wokabularz rozmáitach“ (polnisch-deutsche Phraseologie, beide 1566) war, ist noch zu klären.

  • Literatur

    C. Wendeler, in: Archiv f. Lit.gesch. 7, 1877 bis 1878, S. 434 ff., bes. S. 457 ff., 555;
    K. Lohmeyer, in: Archiv f. Gesch. d. dt. Buchhandels 18, 1896, S. 48 ff.;
    K. Schottenloher, in: Börsenbl. f. d. dt. Buchhandel 95, 1928, S. 117 ff.;
    P. G. Thielen, Die Kultur am Hofe Albrechts v. Preußen (1525–1568), 1953, S. 110 ff.;
    J. Benzing, H. D. u. s. Drucke zu Nürnberg, in: Mitt. aus d. Stadtbibl. Nürnberg 5, 2, 1956, S. 19 ff.;
    ThB;
    Benzing, Buchdrucker (auch f. Gg. Osterberger).

  • Portraits

    s. G. W. Panzer, Verz. d. nürnberg. Portraiten, Nürnberg 1790, S. 35.

  • Autor/in

    Josef Benzing
  • Empfohlene Zitierweise

    Benzing, Josef, "Daubmann, Hans" in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 525 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd132784300.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Daubmann: Johann D., Buchdrucker, druckte von 1546—1548 zu Nürnberg. Er war aus Torgau in Sachsen gebürtig und wurde im J. 1553 von Herzog Albrecht von Preußen nach Königsberg berufen, um die Schriften der Professoren der Universität in seiner Officin zu drucken, welche dann unterm 19. Juni 1558 zu einer akademischen Buchdruckerei erhoben wurde. Obgleich er schon im J. 1554 druckte, erhielt er doch erst sein Buchdruckerprivilegium am 16. August 1564 ausgestellt, nach welchem kein Anderer in dem Fürstenthum weder öffentlich noch heimlich drucken sollte, sowie den Buchführern verboten wird, bei höchster Strafe, Ungnade und Legung des Handels, die von D. gedruckten deutschen, lateinischen oder polnischen Bücher nachzudrucken und zu verkaufen. Er selbst kam einmal in Untersuchung, welche er sich durch den Druck einiger uncensirten Schriften Scalich's und der Libelle gegen Vergerius zugezogen hatte. Er starb im J. 1573 und stand bis dahin seiner Druckerei vor, welche von seinen Erben, mit Erlaubniß des Markgrafen Georg Friedrich, fortgesetzt wurde. Außer der Druckerei besaß er eine Papiermühle und einen Buchladen, auch wurde ihm zugestanden, zu seinen Büchern und Buchladen einen Buchbindergesellen halten zu dürfen. D. schrieb eine kurze Chronik von Preußen, ohne seinen Namen zu nennen. Unter seinen Druckwerken, welche er in Nürnberg druckte und herausgab, sind seine beiden Liedersammlungen, von 1547 und ohne Jahr, die bekanntesten; aus seiner Königsberger Officin gingen sehr viele Werke hervor.

    • Literatur

      Goedeke, Grundriß 124. Gräße, Lehrbuch III. I. Abth. S. 161 und S. 189. Geschichte der Buchdruckereien in Königsberg. S. 6 u. 7. Pisanski, Entwurf der preußischen Litterärgeschichte I, 217 und II, 60. Uhland, Volkslieder I. S. 976.

  • Autor/in

    Kelchner.
  • Empfohlene Zitierweise

    Kelchner, Ernst, "Daubmann, Hans" in: Allgemeine Deutsche Biographie 4 (1876), S. 769 unter Daubmann, Johann [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd132784300.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA