Lebensdaten
1829 - 1897
Geburtsort
Klagenfurt
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
österreichischer Admiral
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 120619172 | OGND | VIAF: 54983310
Namensvarianten
  • Daublebsky, Maximilian
  • Sterneck zu Ehrenstein, Maximilian Freiherr von
  • Daublebsky von Sterneck zu Ehrenstein, Maximilian Freiherr
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Zitierweise

Daublebsky von Sterneck zu Ehrenstein, Maximilian Freiherr, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd120619172.html [12.06.2021].

CC0

  • Genealogie

    Deutsches Ratsgeschlecht in Budweis, 1620 geadelt;
    V Joseph (1775–1848), WGR, Appellationsgerichtspräsident u. Landeshauptmann v. Kärnten, S des Jakob Eusebius (Frhr. seit 1792), Gubernialrat, Kammerprokurator v. Mähren (B des Franz Eusebius Ignaz, s. Genealogie 2), u. der Josefine Rupp v. Feilberg;
    M Franziska (1790–1862), T des Joh. Frhr. v. Kaiserstein auf Krastowitz u. der Elis. (Schw des Industriellen u. Chemikers Franz Paul Frhr. v. Herbert, 1759–1811, s. ADB XII); Vetter 2. Grades Robert s. (2);
    Sandhof b. Klagenfurt 1896 Lydia Griswold (1862–1921), Wwe des Richard D. Frhr. v. Sterneck z. Ehrenstein, verw. v. Dziembowski, wiedervermählt Frhr. K. v. Hammerstein-Loxten, T des Großkaufmanns George Griswold in New London (Connecticut), u. der Lydia Alley; D. besaß von der Wwe Amalie Pabst geb. Freiin v. Spiegelfeld (1831–1910) einen außerehelichen, jedoch anerkannten S Maximilian D. v. Eichhain (seit 1918, 1865-1939), k. u. k. Vizeadmiral.

  • Leben

    D. genoß seine militärische Erziehung am Marine-Collegium zu Venedig. 1848 beteiligte er sich mit Auszeichnung an der Expedition gegen Ancona und an der Blockade|Venedigs. Da die Offiziere der österreichischen Kriegsmarine, die italienische Volksangehörige waren und einen sehr bedeutenden Prozentsatz des kaiserlich und königlichen Seeoffizierkorps stellten, aus der österreichischen Flotte ausgeschieden waren, avancierten die im Dienste verbliebenen mit außerordentlicher Schnelligkeit. D. wurde 1855 Schiffsleutnant, 1860 Fregattenkapitän - als solcher war er schon Flaggenkapitän W. von Tegetthoffs bei dem Seetreffen bei Helgoland - und erreichte 1866 den Rang eines Linienschiffskapitäns. Er erhielt das Kommando über die Panzerfregatte „Ferdinand Max“, auf welcher Tegetthoff in der Seeschlacht bei Lissa seine Admiralsflagge setzte. Während des Gefechts kommandierte D. das Flaggschiff mit ebenso großer Ruhe, wie bedeutendem Geschick; es gelang ihm, das feindliche Admiralschiff, den „Re d'Italia“, in den Grund zu bohren. Tegetthoff ging so weit, D. das Hauptverdienst an dem Sieg bei Lissa zuzuschreiben. Für diese Tat wurde D. mit dem Kleinkreuz des Militär-Maria-Theresien-Ordens ausgezeichnet. 1872 nahm D. an der Polarexpedition des Grafen Hans Wilczek teil. Elf Jahre danach bestellte ihn der Kaiser mit dem Rang eines Viceadmirals (seit 1888 eines Admirals) zum Chef der Marinesektion des Reichskriegsministeriums und Marine-Kommandanten.

    D. ist nächst Tegetthoff der bedeutendste Flottenführer Österreich-Ungarns. Er bewährte sich nicht nur als praktischer Seetaktiker, sondern wurde der Organisator der modernen österreichisch-ungarischen Seemacht. Unter seiner Leitung wurden zahlreiche marinewissenschaftliche Lehrbehelfe verfaßt, er führte die alljährlichen kriegsmäßigen Flottenmanöver ein, begründete die Donauflottille, die sich im ersten Weltkrieg hervorragend bewährte, und wandte sein Augenmerk ganz besonders dem Aufbau der damals neuen Torpedowaffe zu. Ferner leistete D. bedeutende kulturelle Arbeit durch die Erbauung des Marinekasinos und der Marinekirche „Madonna del Mare“. Vor allem aber arbeitete er unermüdlich an der sozialen Besserstellung der Arsenalarbeiter und erbaute im Zuge dieser Tendenzen zahlreiche Arbeiterwohnungen und den Marinekindergarten zu Pola. Ferner erweiterte D. die Marinevolksschulen und erreichte die Verlegung des Staatsgymnasiums von Pisino nach Pola. Nur durch D.s Bemühungen war es den folgenden Marinekommandanten möglich, die kaiserlich und königliche Flotte auf jenen Stand zu bringen, auf welchem sie zu Beginn des ersten Weltkriegs war.

  • Werke

    Erinnerungen a. d. J. 1847-97, Wien 1901, hrsg. v. seiner Witwe mit einer biogr. Skizze v. J. Frhr. v. Benko.

  • Literatur

    ADB XLVII;
    J. Lukeš, Mil. Maria-Ther.-Orden. Wien 1890 (P);
    ÖBL;
    K. Wollanka, in: BJ II, S. 387 bis 391.

  • Autor/in

    Nikolaus von Preradovich
  • Empfohlene Zitierweise

    Preradovich, Nikolaus von, "Daublebsky von Sterneck zu Ehrenstein, Maximilian Freiherr" in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 523 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd120619172.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Daublebsky: Maximilian D., Freiherr von Sterneck zu Ehrenstein, k. u. k. Admiral, geboren am 14. Februar 1829 zu Klagenfurt als Sohn des im J. 1848 verstorbenen wirkl. geheimen Rathes und Landeshauptmanns Joseph D. v. St., erhielt seine erste maritime Erziehung im Marinecollegium in Venedig, aus welchem er im J. 1847 als Marinecadett in die k. k. Kriegsmarine eingereiht wurde. Am 1. Mai 1848 zum officiersdienstthuenden|Cadetten ernannt, machte D. noch in demselben Jahre die Expedition gegen Ancona mit, wobei er als Commandant einer der drei den Dampfer „Curtatone“ begleitenden, mit Geschützraketen bestückten Boote, durch sein beharrliches, während der Nacht unterhaltenes Feuer gegen die Batterien des Hafens, wesentlich dazu beitrug, daß diese den „Curtatone“ in seinem Angriffsmanöver nicht stören konnten. Am 1. April 1852 rückte D. zum Fregattenfähnrich, am 1. April 1855 zum Schiffslieutenant, am 24. November 1859 zum Corvetten- und am 27. April 1860 zum Fregattencapitän vor. Im Jahre 1864 wurde D. Commandant der Fregatte „Schwarzenberg“ und Flaggencapitän des nach dem Seetreffen von Helgoland zum Contreadmiral ernannten Wilhelm v. Tegetthoff, in welcher Stellung er auch nach seiner Beförderung zum Linienschiffscapitän, 4. Mai 1866, verblieb. Als solcher commandirte er während des Krieges gegen Italien das Admiralschiff Tegetthoff's, den Panzer „Erzherzog Ferdinand Max“. Neben dem genialen Tegetthoff gebührt wohl D. das Hauptverdienst an dem glänzenden Siege, den die kleine österreichische Escadre am 20. Juli 1866 bei Lissa errungen. Um dem Befehle Tegetthoff's, „Panzerschiffe den Feind anrennen und zum Sinken bringen“, nachzukommen, legte D. nur wenig Gewicht auf die voraussichtlich geringe Artilleriewirkung seines Schiffes, und wählte die entscheidendere, wenn auch schwerer zu handhabende Waffe, „die Ramme“, getreu dem damals noch vielfach angezweifelten Grundsatze Tegetthoff's, „daß ein noch so mächtiges Schiff auch von einem weniger großen niedergerannt werden kann“. Um nun den eigenen Rammstoß in seiner vollen Wucht zur Wirksamkeit zu bringen, mußte der „Ferdinand Max“ möglichst senkrecht auf die feindliche Schiffswand auftreffen. Ohne vor der Wahl dieses gefährlichen Mittels zurückzuschrecken, steuerte D. sofort nach erhaltenem Befehl gegen den „Ré d'Italia“, den er zwar vorne rammte, aber ohne durchschlagenden Erfolg, da der Stoß in schiefer Richtung erfolgt war. Um diese Zeit erfolgte das Signal des Admirals, „Holzdivision unterstützen“. In Ausführung dieses Befehls rammte D. ein zweites Panzerschiff, den „Palestro“. Der Stoß gelang besser als der erste. Zwar widerstand der feindliche Panzer, aber das Schiff verlor doch seine Kreuzmarsstange und Besahngaffel, letztere mit einer Tricolore, die auf das Vordercastell des „Ferdinand Max“ stürzte, wo sie festgebunden als Trophäe zurückblieb. Seit Beginn des Kampfes war hauptsächlich die Panzerfregatte „Ré d'Italia“, welche man für das feindliche Admiralschiff hielt, das Ziel der heftigsten Angriffe. Dieses Schiff, von welchem sich der italienische Admiral Graf Persano vor Beginn der Schlacht auf den „Affondatore“ begeben hatte, wehrte sich, indem es volle Breitseiten abfeuerte und die ganze Equipage auf Deck berief, um eine Enterung abzuweisen, kreuzte dann aber, nachdem es im Kampfe das Steuerruder verloren hatte, den Curs des „Ferdinand Max“. D. sah dies und ertheilte sofort den Befehl zum Rammen. Mit ganzer Macht rammte der „Ferdinand Max“ gegen die linke Flanke des „Ré d'Italia“. Dieser ließ nun mit aller Anstrengung nach vorwärts arbeiten, um wo möglich dem Stoße zu entgehen oder ihn wenigstens abzuschwächen, doch verlegte ihm eine österreichische Panzerfregatte den Weg; er ließ deshalb die Maschine wieder mit voller Kraft nach rückwärts arbeiten. In diesem Augenblicke jedoch, in welchem der „Ré d'Italia“ gewissermaßen regungslos dalag, erhielt er den Todesstoß in die Backbordseite. Panzer, Fütterung, Planken und Rippen waren zerschmettert. Der Sporn des „Ferdinand Max“, der sich 6½ Fuß in die feindliche Flanke eingebohrt hatte, löste sich bald aus dem feindlichen Schiffskörper und ließ ein Leck von 137 Fuß im Gevierte zurück. Binnen weniger als 2½ Minuten versank, mit dem Vorschiff voraus, der „Ré d'Italia“. Noch einmal hatte D. Gelegenheit, in|dieser Schlacht seine Manövrirkunst im glänzendsten Lichte zu zeigen. Unmittelbar nachdem alle Vorbereitungen zur Rettung der Schiffbrüchigen getroffen worden waren, stürmte der italienische Panzer „Ancona“ gegen das kaiserliche Admiralschiff. D. wich blitzschnell dem verderbendrohenden Stoß aus und so dicht glitt der „Ferdinand Max“ an dem feindlichen Schiffe vorbei, daß die Bedienungsmannschaft des österreichischen Schiffes die Setzer in die Geschützmündungen nicht einführen konnte. „Linienschiffscapitän Baron Sterneck“, so berichtete Tegetthoff später, „führte mit einem Schiffe ein Manöver aus, für welches zwar von allen Seestaaten in neuester Zeit Schiffe gebaut werden, welches jedoch zur Stunde auf offener See, wo Freund und Feind unter voller Dampfkraft in Fahrt, von keiner Marine noch ausgeführt wurde. Daß Linienschiffscapitän Baron Sterneck, unter heftigem Kanonenfeuer mit bewunderungswürdiger Kaltblütigkeit und Unerschrockenheit sein Schiff führte, bin ich so glücklich als Augenzeuge bestätigen zu können; ihm ist hauptsächlich der Erfolg des Tages zuzuschreiben“. D., welcher unmittelbar nach der Schlacht bei Lissa mit dem Ritterkreuze des Leopoldordens ausgezeichnet wurde, erhielt in der Promotion vom 29. August 1866 das Ritterkreuz des Maria-Theresienordens.

    Während der dem Feldzuge folgenden Friedensepoche nahm D. regen Antheil an den organisatorischen Arbeiten Tegetthoff's und wirkte als Militär-Hafencommandant in Pola und als Leiter sämmtlicher Schulschiffe hauptsächlich dadurch, daß er die Ausbildung von Officieren und Mannschaft auf neue, den gegenwärtigen Anforderungen entsprechende Grundlagen stellte. Im J. 1871 unternahm D. mit dem Grafen Wilczek eine Fahrt nach Nowaja Semlja, um dem Nordpolfahrer Weyprecht Lebensmittel zuzuführen, wurde am 31. October 1872 zum Contreadmiral ernannt und leitete als solcher die im J. 1873 in die spanischen Gewässer entsendete Escadre, um bei den bestehenden Wirren die Interessen der Monarchie zu wahren. Nachdem D. am 25. December 1875 zum Commandanten des Seearsenals in Pola ernannt worden war, wurde er am 17. November 1883 Viceadmiral und Chef der Marinesection des Reichskriegsministeriums. Den weitfliegenden aber wohlbegründeten Ideen Daublebsky's, der im Interesse des Ansehens und der wirthschaftlichen Hebung der Monarchie eine bedeutende Vermehrung der Flotte plante, stellten sich unüberwindliche Hindernisse entgegen und nur die allerbescheidensten seiner Wünsche sah er in Erfüllung gehen. Um so eifriger arbeitete er an der Vervollkommnung des ihm zur Verfügung stehenden Materials. Er führte die so nothwendigen jährlichen Flottenmanöver ein, die er selbst leitete, und sorgte, in der Erkenntniß, daß einem Mangel an Zahl in-erster Linie durch eine höhere Leistungsfähigkeit und Tüchtigkeit des Personals abgeholfen werden könne, dafür, daß Officiere und Mannschaften auf Schul- und Missionsschiffen eine gründliche seemännische und taktische Ausbildung erhielten; dann schuf er zum Theil in Ausgestaltung der noch in früherer Zeit von ihm als Hafencommandanten in Pola begonnenen Einrichtungen, Marineschulen verschiedener Kategorien, Arbeiterhäuser, Wohnhäuser für Unterofficiere u. s. w. Am 10. Juli 1884 wurde D. die Würde eines geheimen Rathes verliehen, am 25. October 1888 erfolgte seine Ernennung zum Admiral. Im J. 1896 vermählte sich D. mit seiner Nichte, doch schon am 5. December 1897 erlag er in Wien einer Herzlähmung.

    • Literatur

      Lukeš, Militärischer Maria-Theresienorden. Wien 1890. — Biographisches Jahrbuch und deutscher Nekrolog. Herausg. von A. Bettelheim. Berlin 1898, II, 387.

  • Autor/in

    Oskar Criste.
  • Empfohlene Zitierweise

    Criste, Oscar, "Daublebsky von Sterneck zu Ehrenstein, Maximilian Freiherr" in: Allgemeine Deutsche Biographie 47 (1903), S. 623-625 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd120619172.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA