• Genealogie

    Aus polnischer Bauernfamilie;
    1844 Maria Gutowska.

  • Leben

    Früh dem religiösen Liberalismus zuneigend, ließ C. sich doch nach Ausbildung in Posen und Gnesen 1842 die Priesterweihe erteilen. Wegen seiner liberalen Predigten wurde C.,|der ursprünglich Domvikar in Posen war, in das Dorf Wyri bei Posen strafversetzt und kam schließlich 1844 als Vikar nach Schneidemühl. Seine intimen Beziehungen zu der jungen Polin Maria Gutowska wie auch die Fortsetzung seiner liberalen Predigten führten zu seiner Suspension vom Pfarramt. Seinem Austritt aus der katholischen Kirche (22.8.1844) schloß sich sehr bald ein großer Teil der Gemeinde in Schneidemühl an und konstituierte sich unter seiner Leitung zur „Christlich-apostolisch-katholischen Gemeinde“, die die (römisch)-katholisch Lehre von der Sündenvergebung, dem Primat, der Heiligenverehrung, dem Gebot des Fastens und des Priesterzölibats verwarf, das Abendmahl in beiden Gestalten empfing und den Abendmahlgottesdienst in der Muttersprache feierte. Anfang 1845 verband er sich mit Johann Ronge und gliederte seine Gemeinde dessen deutschkatholischer Bewegung an. Am 12.7.1845 erfolgte C.s Degradierung und Exkommunikation. Anfangs noch gemäßigt, wandte sich C. seit 1860 immer stärker vom christlichen Denken ab und wurde Wanderredner des „Bundes freier religiöser Gemeinden“.

  • Werke

    Rechtfertigung meines Abfalls v. d. röm. Hofkirche, 1845;
    Sendschreiben an alle christl.-apost. kath. Gemeinden, 1845;
    Der Nachlaß d. sterbenden Papstes, 141874;
    Offenes Glaubensbekenntnis d. christl.-apost.-kath. Gemeinde in Schneidemühl, 1844.

  • Literatur

    RGG;
    LThK.

  • Autor/in

    Konrad Algermissen
  • Empfohlene Zitierweise

    Algermissen, Konrad, "Czerski, Johann" in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 461 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd102448523.html#ndbcontent

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