Lebensdaten
1731 bis 1777
Geburtsort
München
Sterbeort
München
Beruf/Funktion
Architekt ; Stecher
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 118905481 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Cuvilliés, François der Jüngere de
  • Cuvilliés, François de
  • cuvillies, françois de
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Zitierweise

Cuvilliés, François de, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118905481.html [11.12.2019].

CC0

  • Genealogie

    V François s. (1);
    München 24.8.1767 Maria Cath., T des Artillerie-Hauptmanns Ludw. v. Forstner u. der Franzisca; kinderlos.

  • Leben

    C. war Schüler seines Vaters; durch einen Besuch der unter der Leitung von Blondel dem Jüngeren stehenden Academie Royale in Paris wurde seine Ausbildung abgeschlossen. 1757 bekam er wegen seiner „vortrefflichen Bau- und Ingenieurkunst“ eine Stellung beim kurbayerischen Hof. Um 1765 wurde ihm der Titel eines Hauptmanns verliehen. Er wirkte als Mitarbeiter seines Vaters bei den Festdekorationen des Hofes. 1768, nach dem Tode seines Vaters, wurde er neben Lespilliéz zum 2. Oberhofbaumeister ernannt.

    C., im Unterschied zu seinem Vater „Le Capitaine“ genannt, wurde durch seine in Paris erfolgte Ausbildung zu einem der überzeugtesten Vertreter des frühen Klassizismus in München. Kennzeichnend dafür sind seine beiden profanen Bauten in München: die Alte Hauptwache am Marienplatz (1769, noch im Kern erhalten, Thomas-Eck) und der sogenannte „Landschaftliche Neubau“ am Oberanger (1774, Ständehaus, später weibliche Berufsschule), bei dem in eklektizistischer Weise wieder Motive des italienischen späten 17. Jahrhunderts Verwendung fanden. Viel persönlicher und erstaunlicherweise viel mehr in der einheimischen Tradition stehend ist sein Kirchenbaustil, wie er sich in Zell/Pram und Asbach manifestiert. - Wichtiger aber noch ist die Tatsache, daß C. das Stichwerk seines Vaters neu herausgab und ihm auch eigene Entwürfe hinzufügte (zum Beispiel für ein Theater in Frankfurt/Main und andere). Fast der ganze Kreis der in München ansässigen Künstler wurde zu diesem Unternehmen, das sowohl architektonische wie auch bildmäßige Blätter enthält, herangezogen. Unter dem Titel: „Ecôle de l'Architecture Bavaroise“ (1770 folgende) sollte es ein umfassender „Vitruve Bavarois“ mit Musterbeispielen der einzelnen Stilarten werden (zum Beispiel in holländischer beziehungsweise arabischer Manier, dans le goût antique, Chinois, Gothique ancien und Gothique moderne und andere). Leider ist dieses Werk, das für die Beurteilung des Münchener Kunstkreises im 18. Jahrhundert und der in dieser Zeit für wichtig erachteten Vorbilder von besonderer Bedeutung ist, nicht zur Vollendung gelangt.

  • Werke

    Weitere W Mitarb. bei d. Bau d. Residenztheaters in München, 1750-53;
    Ausführung d. v. s. V entworfenen Fassade d. Theatinerkirche St. Cajetan München, 1765/68;
    Entwürfe f. d. (später v. R. A. Boos ausgeführten) St. Joh. Nep.-Brunnen vor d. Jesuitenkolleg in München, 1769;
    Neuanlage d. Parterres im Schloßpark Nymphenburg, 1769/70;
    Entwurf f. d. ehem. Benediktinerklosterkirche Asbach, 1772 ff.;
    Erweiterung d. Gfl. Tattenbachischen Schlosses u. Entwurf f. d. Pfarrkirche in Zell a. d. Pram, 1771-77;
    2 Skizzenbücher (im Bes. d. Hist. Ver. v. Oberbayern u. d. Staatl. Graph. Slg., Inv. Nr. 32461, München).

  • Literatur

    (s. a. L zu 1); Österr. Kunsttopogr. XXI, 1927, Die Denkmale d. polit. Bezirks Schärding, S. 112 ff.;
    R. Guby, Die ostbaier. Grenzmarken 17, 1928, S. 1 ff.;
    Kunstdenkmäler Bayerns, Niederbayern, BA. Griesbach, 1929, S. 41 ff., mit Taf. III u. IV;
    K. Steinbart, Joh. Gg. Greift, 1935, S. 26 mit Taf. 30 b u. c;
    Ilse Hoffmann, Der süddt. Kirchenbau am Ausgang d. Barock, 1938, S. 30/32, 80 ff.;
    N. Lieb, Münchener Barockbaumeister, 1941, S. 17 mit Anm. 63-80, S. 221.

  • Autor/in

    Gerhard Woeckel
  • Empfohlene Zitierweise

    Woeckel, Gerhard, "Cuvilliés, François de" in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 453-454 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118905481.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA