Lebensdaten
1551 bis 1607
Geburtsort
Zwickau
Sterbeort
Bad Schwalbach (früher Langenschwalbach, Hessen)
Beruf/Funktion
reformierter Theologe
Konfession
reformiert
Normdaten
GND: 117664669 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Kratsch, Paul
  • Crocius, Paul
  • Kratsch, Paul
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Zitierweise

Crocius, Paul, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117664669.html [17.10.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Matthias (Kratsch) (1479-1557), luth. Prediger in Zwickau u. Thurm, der besonders in den Auseinandersetzungen mit den „Zwickauer Propheten“ eine Rolle gespielt hat;
    M Catherina ( 1579), T des Paul Henrichs;
    ⚭ Sara ( 1643), T des kurkölnischen Berginspektors Martin Rodich;
    S Johannes s. (1), Ludw. s. (2).

  • Leben

    C. wandte sich dem reformierten Bekenntnis zu und wurde Prinzenerzieher bei den Grafen Johanndem Älteren von Nassau-Dillenburg und Ludwig von Wittgenstein in Berleburg. Mit seinen Schülern besuchte er die Universität Heidelberg und andere Brennpunkte reformierter Theologie (Genf, Sedan, Basel). In Basel erwarb er 1582 die Würde eines Dr. theol., 1583 fand er auf Veranlassung des Caspar Olevianus eine Stellung als Pastor und Inspektor in Laasphe. Einen Ruf als Nachfolger Olevians in der Leitung des Pädagogiums in Herborn lehnte er ab, doch folgte er 1607 einer Berufung des Landgrafen Moritz von Hessen als Inspektor der Grafschaft Katzenelnbogen und Pastor von Langenschwalbach zur Einführung des reformierten Bekenntnisses. C. besonderes Verdienst ist die Herausgabe der beiden Bücher: 1. Groß Martyrbuch vnd Kirchen-Historien, darinnen herrliche vnd in Gottes Wort geründte glaubensbekandnussen …, Hanau 1606. Es bringt eine Übersetzung der bekannten Märtyrergeschichten, die Jean Crespin, der Freund Calvins, erstmalig 1554 in französischer Sprache veröffentlichte. Das Werk war lange Zeit „eine Hauptlektüre der heranzubildenden reformierten Jugend Deutschlands“. 2. Predigten H. Johannis Calvini vber das Buch Job, Herborn 1587/88, eine umfangreiche Üersetzungsarbeit in 4 Bänden. Es handelt sich darin um die 159 bekanntesten Predigten Calvins.

  • Literatur

    F. E. Claus, J. C., 1857, S. 1-3;
    F. W. Cuno, Bll. d. Erinnerung an Dr. Kaspar Olevanius, 1887, S. 87-92;
    F. L. Rutgers, Calvijns invloed op de Reformatie in de Nederlanden, Leiden 21901. - Zu V Matthias: R. Grünberg, Sächs. Pfarrerbuch II, 1, 1940, S. 466.

  • Literatur

    zum Gesamtartikel: ADB IV (L) ;
    Strieder II;
    PRE;
    RGG.

  • Autor/in

    Walter Hollweg
  • Empfohlene Zitierweise

    Hollweg, Walter, "Crocius, Paul" in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 418 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117664669.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Crocius: Paul C., 27. Juli 1551 als Sohn des Predigers Matthias C. zu Zwickau geboren, ließ sich am 27. Aug. 1571 zu Basel zum Dr. theol. promoviren, war dann Hofmeister des Prinzen von Oranien, hernach mehrerer anderer Grafen und Edelleute, worauf er erst Prediger und Inspector zu Laasphe in der Grafschaft Wittgenstein und hernach Prediger zu Langenschwalbach wurde, als welcher er am 5. Sept. 1607 starb. Er übersetzte das (zuerst in französischer Sprache erschienene) „Große Martyr-Buch und Kirchenhistorien“, welches in erster Ausgabe 1617 zu Hanau und hernach mit einer Fortsetzung bis 1656 zu Bremen 1682 erschien.

    • Literatur

      Vgl. Strieder, Grundlage einer hess. Gelehrtengesch. Bd. II. S. 392 bis 393.

  • Autor/in

    Hp.
  • Empfohlene Zitierweise

    Hp., "Crocius, Paul" in: Allgemeine Deutsche Biographie 4 (1876), S. 602 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117664669.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA