Lebensdaten
unbekannt
Beruf/Funktion
bayerisch-fränkisches Fürstengeschlecht
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 118840622 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Meranien, Herzöge von
  • Andechs
  • Meranien, Herzöge von

Quellen(nachweise)

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Zitierweise

Andechs, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118840622.html [13.12.2018].

CC0

  • Leben

    Grafen von A. nannte sich, um 1095 zuerst nachweisbar, ein Zweig der Grafen von Dießen, beginnend mit Grafen von Andechs nannte sich, um 1095 zuerst nachweisbar, ein Zweig der Grafen von Dießen, beginnend mit Berthold III. ( um 1100). Dessen Gattin Gisela, eine der Erbtöchter Ottos von Schweinfurt, brachte umfangreichen Besitz am Obermain mit Kulmbach und der Plassenburg an das Haus. Sein Sohn Berthold IV. ( 1151) legte durch seine Ehen mit Sophie von Istrien und Kunigunde von Vornbach den Grund zu der nachmaligen Größe des Geschlechts. Dazu half auch die Ehe seiner Schwester Adelheid mit dem kinderlosen Grafen Arnold von Greifenstein bei Bozen ( nach 1170), dem Beherrscher der wichtigen Alpengrafschaften. Bertholds IV. ältester Sohn Poppo gewann durch Heirat das Erbe des Grafen Reginboto von Giech. Sein Bruder Berthold V. ( 1188) war die große Persönlichkeit des Hauses. Er beerbte 1148 Poppo, 1157 den Wolfratshausener Zweig der Grafen von Dießen, 1158 den kinderlosen Grafen Ekbert III. von Vornbach, 1166 den Grafen Arnold von Greifenstein; 1173 wurde er Markgraf von Istrien. Bertholds Macht reichte von Thüringen bis an die Adria. Sein Sohn Berthold VI. ( 1204) wurde 1180-82 Herzog von Meranien (d. h. Kroatien und Dalmatien). Seine Söhne Otto I. ( 1234) und Heinrich ( 1228) teilten. Der letztere wurde Markgraf von Istrien und erhielt die meisten bayerischen Besitzungen. Herzog Otto I. erwarb 1208 durch Heirat mit der Stauferin Beatrix die Pfalzgrafschaft Burgund (Franche-Comté). Heinrich geriet mit einem dritten Bruder, Ekbert, seit 1203 Bischof von Bamberg ( 1237), in die Reichsacht wegen angeblicher Teilnahme an der Ermordung König Philipps. Die Burg A. wurde zerstört, die Besitzungen Heinrichs kamen an Bayern. Mit Otto II., Ottos I. kaum 25jährigem Sohn, erlosch am 19.6.1248 der Mannesstamm des Hauses. Die fränkischen Besitzungen kamen schließlich an die Burggrafen von Nürnberg. - An sonstigen Persönlichkeiten des Geschlechtes sind zu erwähnen: Otto, 1165 Bischof von Brixen, 1177-96 Bischof von Bamberg; Poppo, 1239-45 Bischof von Bamberg; Berthold, 1206 Erzbischof von Kolocza, 1218 Patriarch von Aquileja ( 1251); Mathilde ( 1160), Äbtissin von Edelstetten; Eufemia ( 1180), Äbtissin von Altomünster; Mechthild ( 1254), Äbtissin von Kitzingen; Gertrud ( 1213), Schwester Ottos I., Gattin des Königs Andreas von Ungarn und Mutter der heiligen Elisabeth von Thüringen; Hedwig (heilig, 1243), Gemahlin Herzog Heinrichs von Schlesien.

  • Literatur

    K. Trotter, in: O. v. Dungern, Genealog. Hdb. z. bayr.-österr. Gesch., Graz 1931, S. 6-28;
    E. v. Oefele, Gesch. d. Grafen v. A., 1877;
    F. Tyroller, A. in d. Hdb. d. altbaier. Hochadels (ungedr.);
    ders., Die ältere Geneal. d. Andechser, = Wiss. Beil. z. Jb. d. Wittelsbacher Gymnasiums in München, 1952; s. a.
    G. Wolff, Bücherkde. d. fränk. Gesch. H. 1, 1937.

  • Autor/in

    Franz Tyroller
  • Empfohlene Zitierweise

    Tyroller, Franz, "Andechs" in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 266 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118840622.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA