Lebensdaten
gestorben vor 526
Beruf/Funktion
Vandalenkönigin ; Schwester Theoderichs des Großen
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 138530025 | OGND | VIAF: 90813045
Namensvarianten
  • Amalafrida

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Amalafrida, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd138530025.html [15.06.2024].

CC0

  • Biographie

    Amalafrida, Schwester Theoderich's des Großen, wurde von diesem, gemäß seinem Trachten, durch Verschwägerungen die germanischen Königsgeschlechter sich näher zu bringen, als Wittwe mit dem (gleichfalls verwittweten) König der Vandalen in Afrika, Thrasamund (a. 496—523), dem glänzendsten Herrscher dieses Volkes nach dem gewaltigen Geiserich, vermählt (vor a. 510): die engste Verbindung der beiden germanischen Staaten gemein-gothischen Stammes, zumal gegenüber dem gemeinschaftlichen Feinde, Byzanz — war die einzig richtige Staatskunst für beide. Theoderich gab der Schwester ein Ehrengeleit von 1000 (?) Vornehmen seines Dienstadels und diesen 3000 gemeinfreie Krieger zur Bedienung mit und schenkte ihr als Mitgift das für die Vandalen wegen seiner strategischen Bedeutung wichtige Vorgebirge Siciliens, Lilybaeum; die Byzantiner wollten daher die der Braut persönlich zugewendete Schenkung nach deren Tod nicht als Zubehör des Vandalenreiches gelten lassen; ein auf die Abgrenzung bezüglicher Gedenkstein mit der Inschrift „finis inter Vandalos et Gotos“, ist erhalten. Nach Thrasamund's Tod (a. 523) führte der Nachfolger Hilderich (a. 523—530) einen schroffen höchst verderblichen Umschlag in dem Verhältniß des Reiches zu den Ostgothen und zu Byzanz herbei. Unter allen Germanenstaaten der Zeit am zwingendsten aufeinander angewiesen waren Vandalen und Ostgothen: ihnen drohte die nächste Gefahr von Byzanz; sie konnten am leichtesten zur Abwehr sich unterstützen, ihre Streitmittel zu See und Land ergänzen. Wie viel schwieriger würde sich Belisar's Unternehmen gegen die Vandalen gestaltet haben, hätten diesen die mächtigen und nahen Gothen von Italien aus Hülfe geleistet, was bei Erhaltung der von Thrasamund (s. A. D. B. XXXVIII, 134) gepflegten Freundschaft sicher geschehen wäre. Statt dessen wurde das gothische Sicilien der Hauptstützpunkt für den Angriff auf Afrika und förderte Flotte und Reiterei der Byzantiner so wesentlich, daß die Gothen behaupten konnten, nichts so kräftig wie ihre Hülfe habe den Sieg Belisar's herbeigeführt. Den Bruch mit den Gothen verschuldete Hilderich oder ließ ihn doch geschehen. Er beschuldigte A. gefährlicher Umtriebe gegen König und Reich der Vandalen — etwa Unterwerfung durch die Ostgothen? — und veranlaßte sie so, Schutz bei den Feinden und Nachbarn der Vandalen, den freien Berbern ("Maurusier“, sagen die Quellen) zu suchen. Aber bei Kapsa kam es zu einem Gefecht (wol zwischen den verfolgenden Tausendschaften Hilderich's mit Amalafrida's begleitenden Gothen (und jenen Berbern?); die Schwester des großen Theoderich ward gefangen und starb im Kerker, wahrscheinlich ermordet. Ihre|Gothen wurden erschlagen. Ihr Bruder (gest. a. 526) konnte bei der damals sein Reich bedrohenden Gährung im Innern einen Rachezug nach Afrika nicht wagen, noch viel weniger sein Nachfolger, der Knabe Athalarich und dessen Mutter, die Regentin Amalaswintha. Doch unterstützte nun die Regierung zu Ravenna in jeder Weise den Feldzug Belisar's, indem sie ihm Sicilien und dessen reiche Mittel zur Verfügung stellte.

    • Literatur

      Quellen und Litteratur: Dahn, die Könige der Germanen, II, München 1862, S. 161, 164; — Urgeschichte der germanischen und romanischen Völker, I, Berlin 1898, S. 177—180, 244.

  • Autor/in

    Dahn.
  • Zitierweise

    Dahn, Felix, "Amalafrida" in: Allgemeine Deutsche Biographie 45 (1900), S. 761-762 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd138530025.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA