Lebensdaten
1782 bis 1831
Geburtsort
Berlin
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Justizrat ; Musikdilettant
Konfession
evangelisch?
Normdaten
GND: 131757784 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Wollanck, Friedrich
  • Wollancke, Friedrich
  • Wollank, Friedrich

Porträt(nachweise)

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen in der GND - Bekannte und Freunde

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Wollanck, Friedrich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd131757784.html [20.04.2019].

CC0

  • Leben

    Wollanck: Friedrich W., ein Justizrath und Musitdilettant, geboren am 3. November 1782 zu Berlin, vom 5. zum 6. September 1831 ebendort. Schon als Knabe zeigte sich seine Vorliebe für Musik. Er besuchte das Joachimsthalsche Gymnasium und studirte dann auf den Wunsch der Eltern Jura, zuerst 1801 in Frankfurt a. O., dann in Halle. Als Sohn wohlhabender Eltern brauchte er sich um des Lebens Nothdurft nicht zu sorgen und konnte sich neben seinen Rechtsstudien mit Muße der Pflege der Musik hingeben. Schon als Gymnasiast hatte er bei Gürrlich Compositionsunterricht genossen, und im gastlichen Elternhaus verkehrten viele angesehene Musiker, von denen er Belehrung und Anregung erhielt, wobei seine Compositionsversuche zur Aufführung gelangten. Im J. 1803 kam er als Auscultator ans Stadtgericht in Berlin, wurde 1805 Referendar, 1808 Assessor, am 19. Februar 1811 Justizcommissar beim Stadtgericht, und 1813 erhielt er den Titel eines Justizrathes. Ueberall wo Musik gemacht wurde, war W. dabei. Schon im J. 1799 trat er unter Fasch in die Singakademie, 1808 war er einer der Mitbegründer der Zelter'schen Liedertafel, für die er an 26 Lieder für Männerchor componirte. Alle durchreisenden und concertirenden Virtuosen, wie Rode, Spohr u. A., verkehrten in seinem Hause, und da er selbst Violinist war, fand er reichlich Gelegenheit, sich zu vervollkommnen. Auf einer Reise nach Dresden lernte er Karl Maria v. Weber kennen, mit dem er stets in freundschaftlichem Briefverkehr blieb. Derselbe feuerte ihn an, eine Oper zu schreiben. Diese Anregung fiel auf fruchtbaren Boden und erzeugte die Singspiele: „Der Alpenhirt“ in 3 Acten, von Kost gedichtet, am 19. Februar 1811 in Berlin aufgeführt, ferner „Thibaut“ von Lowis, ein Liederspiel in 1 Act mit Chören, und zu Gubitz Drama „Lieb's und Frieden“ schrieb er Lieder und Chöre, welches am 22. October 1813 zur Aufführung gelangte. Die kgl. Bibliothek zu Berlin besitzt im Mjer. 23 330 die erste und letzte Composition. 1826 besuchte er Paris und lernte dort Cherubini, Rossini u. A. kennen. Als sich in Berlin die irrthümliche Nachricht verbreitete, Cherubini sei gestorben, schrieb er ein Requiem zur Todtenfeier desselben, doch sollte es nicht für Cherubini, sondern für ihn selbst sein, denn als die Cholera 1831 Deutschland zum ersten Male heimsuchte, erlag auch er der Epidemie. Die Singakademie und Liedertafeln feierten sein Gedächtniß und weiheten im nächsten Jahre sein Grabdenkmal ein. Außer obigen Singspielen schrieb er zahlreiche Lieder, die op. 1 bis 20 im Druck erschienen sind, sowie noch eine Nachlese aus seinen hinterlassenen Compositionen erschien. Auch Instrumentalwerke schrieb er, wie Ouverturen, Quartette, Sextette, Concerte, Sonaten u. A. Nur zwei Bagatellen erschienen bei Trautwein.

    • Literatur

      Allgem. musik. Lpz. Ztg. 33, 727 (in 14, 838 der Abdruck eines Liedes) und v. Ledebur's Lexikon.

      Es gibt noch einen Joh. Ernst Wilhelm Wollanck, von dem die kgl. Bibliothek in Berlin im Mscr. 18 555 ein Salve regina für Tenor und Instrumente besitzt. Man weiß nicht, ob er mit Obigem in irgend einem Verwandtschaftsgrade steht.

  • Autor/in

    Rob., , Eitner.
  • Empfohlene Zitierweise

    Eitner, Robert, "Wollanck, Friedrich" in: Allgemeine Deutsche Biographie 44 (1898), S. 142 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd131757784.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA