Lebensdaten
1548 bis 1611
Geburtsort
Sankt Joachimsthal
Beruf/Funktion
geistlicher Dichter
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 123210410 | OGND | VIAF: 72294891
Namensvarianten
  • Winter, Erasmus
  • Winterus, Erasmus
  • Winther, Erasmus
  • mehr

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen in der GND - Bekannte und Freunde

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Winter, Erasmus, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd123210410.html [14.04.2021].

CC0

  • Leben

    Winter: Erasmus W., Dichter geistlicher Lieder, wurde im J. 1548 in der böhmischen Bergstadt Joachimsthal geboren, wo sein Vater Küster war, hat in Leipzig (nach Koch in Wittenberg) studirt, wurde Magister und stand seit 1573 zu Wistritz und Churwitz in Böhmen als Pastor. Im J. 1579 ward er Pastor zu Meuselwitz im Altenburgischen und als solcher starb er am 17. September 1611 an der Pest. Er ließ eine Anweisung, Betrübte und Kranke zu trösten unter dem Titel: „Thesaurus consolationum in casibus tragicis et inopinatis oder Christlicher Seelenschatz u. s. f.“ drucken; wann die erste Ausgabe dieses Werkes erschienen ist, vermag der Unterzeichnete nicht anzugeben; spätere Ausgaben erschienen Frankfurt a. M. 1667, Nürnberg 1687 und öfter. In diesem Werke befinden sich zwei Lieder von ihm: „Ach Herr, mit großen Schmerzen“ und „Mein Sach hab ich zu Gott gestellt"; beide Lieder finden sich in den Leipzig 1638 und Erfurt 1648 herausgegebenen Gesangbüchern und haben von hier aus ihren Weg in viele spätere Gesangbücher gefunden. Ein drittes Lied von ihm: „Als Raguel sein Tochter hatt Tobiä vertraut ins Ehbett“ befindet sich in den von ihm Leipzig 1596 herausgegebenen „Vier Hochzeitspredigten“. Ein viertes Lied: „Gott stehet in seiner Gemein“ befindet sich in seinem „Speculum magistratus politici“, Eisleben 1592. Ob ein fünftes Lied, das ihm später zugeschrieben wird, nämlich das Lied: „Wenn dich Unglück thut greifen an“, wirklich von ihm ist, ist mindestens zweifelhaft; es findet sich in den Gesangbüchern Jena 1609 und Hamburg 1612, sodann in den Dulcan'schen Hausgesänglein, Altenburg 1613, immer ein wenig verschieden und in abweichender Folge der Strophen; den Namen Winter's nennt erst das Rigaische Gesangbuch von 1676, während das Lied früher einem Dichter V. B. zugeschrieben wird; auch dieses Lied fand eine größere Verbreitung; es befindet sich auch in der Zugabe zum ersten Freylinghausischen Gesangbuch.

    • Literatur

      Die Lieder: Wackernagel. Das deutsche Kirchenlied, Band V, S. 359 s., 434 und 1375. — Wetzet, Hymnopoeographia III, 437. —
      Koch, Geschichte des Kirchenliedes u. s. f., 3. Aufl., Bd. 2, S. 215. —
      Fischer, Kirchenliederlexikon, 2. Hälfte, S. 348 und sonst unter den Liederanfängen. — Goedeke, 2. Aufl., III, 150 f.

  • Autor/in

    l. u.
  • Empfohlene Zitierweise

    l. u., "Winter, Erasmus" in: Allgemeine Deutsche Biographie 43 (1898), S. 465 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd123210410.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA