Lebensdaten
1813 bis 1883
Geburtsort
Altencelle
Sterbeort
Greifswald
Beruf/Funktion
Theologe
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 117368652 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Wieseler, Karl Georg
  • Wieseler, Carolus Georgius
  • Wieseler, Karl
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Quellen(nachweise)

Orte

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Zitierweise

Wieseler, Karl Georg, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117368652.html [21.02.2019].

CC0

  • Leben

    Wieseler: Karl Georg W., evang. Theologe, Bruder des Vorigen. Zu den Schriftstellern, welche erfolgreich die Auffassung und Behandlung der Urgeschichte des Christenthums durch David Strauß und Christ. Ferd. Baur in gelehrten Arbeiten bekämpft und einer besonnenen evangelisch-lutherischen Gesammtauffassung der Theologie das Wort geredet haben, gehört die sehr achtbare Gestalt Wieseler's, welcher als Senior der theologischen Facultät zu Greifswald 1883 starb. Er stammte aus Alten-Celle bei Celle in Hannover, wo er am 26. (nach der Luthardt'schen Kirchenzeitung, s. unten, „am 28.") Februar 1813 geboren wurde. Seine Studien machte er auf der Landesuniversität Göttingen 1830—1834, auf welcher damals nach dem Erlahmen des Rationalismus die biblische Vermittlungstheologie Lücke's zur Herrschaft gekommen war. Lücke und Gieseler waren seine eigentlichen Lehrer. Durch ihre Vermittlung erhielt er 1836 eine Stelle als Repetent am dortigen Stift, wurde 1839 Privatdocent und 1843 außerordentlicher Professor der theologischen Facultät zu Göttingen. 1851 folgte er einem Rufe als ordentlicher Professor der Theologie nach Kiel, 1863 nach Greifswald. Hier wurde er 1870 Consistorialrath. Nach Begehung seines 70. Geburtstages hatte er sich einer Augenoperation unterworfen, die zwar glücklich bestanden wurde, an deren Folgen er aber doch unerwartet zusammenbrach. Er hatte noch die Freude gehabt, das starke Aufblühen der Greifswalder theologischen Facultät nach den schweren Zeiten numerischen Rückgangs mitzuerleben. Er starb am 11. März 1883.

    Seine Schriften bewegen sich meist auf dem Gebiete der neutestamentlichen Kritik, Exegese und Einleitung; eine kleinere Anzahl betrifft reformationsgeschichtliche Themata; doch sind letztere nur Nebenarbeiten geblieben. Wir nennen zunächst seine Erstlingsarbeiten „Chronologische Synopse der Evangelien" (1843); „Chronologie des apostolischen Zeitalters" (1848); sodann seinen „Commentar über den Brief Pauli an die Galater" (1859); weiter die „Untersuchungen über den Hebräerbrief“ (1860 f.); „Beiträge zur richtigen Würdigung der Evangelien“ (1869); „Geschichte des Bekenntnißstandes der lutherischen Kirche Pommerns" (1870); „Die deutsche Nationalität der kleinasiatischen Galater" (1877); „Die Christenverfolgungen der Cäsaren“ (1878); „Zur Geschichte der neutestamentlichen Schrift und des Urchristenthums“ (1880); „Untersuchungen zur Geschichte und Religion der alten Germanen in Asien und Europa“ (1881). Dazu: „Ueber Luthers Geburtsjahr“ in der Zeitschr. f. hist. Theol. 1874.

    • Literatur

      Vgl. Evangelische Kirchenzeitung (begr. von Hengstenberg) hsg. von Zöckler, Jahrg. 1883, S. 280. — Allg. ev.-luth. Kirchenzeitung hsg. von Luthardt, Jahrg. 1883, Sp. 286.

  • Autor/in

    Paul Tschackert.
  • Empfohlene Zitierweise

    Tschackert, Paul, "Wieseler, Karl Georg" in: Allgemeine Deutsche Biographie 42 (1897), S. 433 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117368652.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA