Dates of Life
erwähnt 413, gestorben 419
Occupation
Westgotenkönig
Religious Denomination
keine Angabe
Authority Data
GND: 139141308 | OGND | VIAF: 100444744
Alternate Names
  • Walja
  • Walja, König der Westgoten
  • Walja, Rex Visigothorum
  • more

Quellen(nachweise)

Objekt/Werk(nachweise)

Places

Map Icons
Marker Geburtsort Place of birth
Marker Wirkungsort Place of activity
Marker Sterbeort Place of death
Marker Begräbnisort Place of interment

Localized places could be overlay each other depending on the zoo m level. In this case the shadow of the symbol is darker and the individual place symbols will fold up by clicking upon. A click on an individual place symbol opens a popup providing a link to search for other references to this place in the database.

Citation

Walja, Index entry in: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd139141308.html [24.04.2024].

CC0

  • Biographical Presentation

    Walja, König der Westgothen, a. 413—419, der Nachfolger des Sigrich (s. A. D. B. XXXIV, 301), der sehr feindlich gegen die Römer in seinem (spanischen) Reich aufgetreten war. W. verbesserte sofort die Behandlung der römischen Kaisertochter Placidia, der Wittwe Athaulf's (s. A. D. B. I, 630), führte aber die Kämpfe gegen die römischen sowie gegen die vandalischen (asdingischen und silingischen), alanischen, suebischen Besatzungen der Städte fort, von Barcelona westlich an der Südküste Spaniens bis nach Cadix vordringend. Gleichwol nahm er in dem vielumstrittnen Lande den alten Plan Alarich's I. (s. A. D. B. I, 173) wieder auf, nach Afrika überzusetzen: trennte jetzt doch nur die schmale Meerenge von jenem gepriesenen Kornlande; Stürme und der Mangel an Schiffen brachten ihn davon ab. Als nun aber Constantius, der Feldherr des Kaisers Honorius, seine Absichten auf die Hand von dessen Schwester Placidia erneuerte und mit einem Heere die Pyrenäen überschritt, war W. sehr bereit, seinen Frieden mit dem Kaiser zu machen. Placidia ward nun aus einem Hinderniß der Versöhnung — Constantius hatte sie Athaulf nicht lassen wollen — eine Beförderung des Verständnisses. W. erhielt für ihre Auslieferung 600 000 Scheffel Weizen für sein darbendes, in unstätem Fechten und Umherziehen vom Ackerbau abgehaltenes Volk und übernahm die Verpflichtung, im Dienste des Kaisers die andern in der Halbinsel eingedrungenen Barbaren zu bekämpfen; nun traten die Westgothen in die Stellung von Bundesvölkern, die 412—415 jenen andern Barbaren vom Kaiser eingeräumt worden war; ihre Siege von 416—418 gelten als Siege des Kaisers, W. sendet gefangene Vandalenkönige an Honorius, der sie zu Rom im Triumph aufführt. Gegen die schwächern Nachbarn — Silingen und Alanen — erfocht W. manche Vortheile, auch die stärkeren Asdingen drückte er in die gallicischen Gebirge zurück.

    Aber schon Ende 418 zog das Volk aus Spanien wieder völlig ab und erhielt durch Vertrag die römische Provinz Aquitanica secunda mit den Städten noch einiger Nachbarlandschaften, das später Septimanien genannte Gebiet (s. die Umgrenzung und die Aufzählung der wichtigsten Städte „Könige der Germanen“ V, 68 f.), in Spanien behielten sie damals nicht Landschaften, abgesehen von|ihren im Dienste der Römer in einzelnen römischen Städten verbleibenden Besatzungen.

    Die Anregung zu der Rückwanderung ging wol von den Römern aus: man wollte die Westgothen in der entlegenen Halbinsel nicht allzu mächtig werden lassen, aber auch W. mochte das fruchtbare Land an der Garonne dem durch lange Kämpfe stark mitgenommenen Spanien vorziehen und der Gebirgskrieg gegen die nun zusammengeschlossene vandalische und suebische Macht bot mehr Gefahren denn verlockende Aussichten. Schon im J. 419 starb W., seine Tochter ward die Mutter des Kaisermachers Rikimer; sein Nachfolger Theoderich I. war ihm nicht verwandt.

    • Literature

      Quellen und Literatur: Könige der Germanen V. Würzburg 1870.

  • Author

    Dahn.
  • Citation

    Dahn, Felix, "Walja" in: Allgemeine Deutsche Biographie 40 (1896), S. 730-731 [online version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd139141308.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA