Lebensdaten
1682 bis 1760
Geburtsort
Schmalkalden
Sterbeort
Schmalkalden
Beruf/Funktion
Schmied ; Philosoph
Konfession
evangelisch?
Normdaten
GND: 120435713 | OGND | VIAF: 29788658
Namensvarianten
  • Wagner, Johann Valentin genannt Tell
  • Tell, Johann Valentin (genannt)
  • Wagner, Johann Valentin
  • mehr

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Wagner, Johann Valentin, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd120435713.html [25.10.2020].

CC0

  • Leben

    Wagner: Johann Valentin W. genannt Tell, Schmied (Zain-Schmied) und Gradirmeister zu Schmalkalden, geboren am 14. Decbr. 1682 in Schmalkalden, am 17. Decbr. 1760 daselbst, der durch seine Wißbegierde und eifriges Selbststudium es zu einem nicht unbedeutenden Wissen auf den Gebieten der Mathematik, Physik und Philosophie brachte, verschiedene Maschinen erfand und in seinen Schriften namentlich die Wolff'sche Philosophie in verständlicher, aber nicht gerade tiefer Weise vertheidigte. Sie sind zusammen erschienen unter dem Titel: „J. V. W. s junioris verschiedene zur Vertheidigung und Erläuterung der Wolffischen Philosophie zum Theil schon vorhin gedruckte, zum Theil von neuem aufgesetzte kleine Schriften, nebst zweien mathematischen Tractätlein von der Mondwelt und einigen Maschinen mit Kupfern“ (Frankf. u. Leipzig 1735). Abgesehen von den beiden genannten „Tractätlein“ sind darin enthalten: „Sendschreiben an einen Prediger, der die Wolffischen Schriften zu lesen sich vorgenommen, darinnen die Vorurtheile von der Fatalität aller Dinge benommen werden“, sodann „Bescheidene und mit Saltz gewürtzte Entscheidung, einige zwischen Herrn D. und Prof. Langen und Herrn Hoff-Rath und Prof. Wolffen entstandene philosophische Streitigkeiten betreffend“. Diese Schrift hatte der Verfasser an Wolff gesandt mit der Bitte um ein Gutachten darüber, ob er dessen Ansichten richtig wiedergegeben habe; sie wurde dann ohne sein Wissen 1725 gedruckt und, da sie viel Beifall fand, in 2. Auflage mit einer Vorrede Joh. Ulrich Cramer's (Frankf. u. Leipz. 1731) herausgegeben. Ferner finden sich in der Sammlung: „Die auf einen Felsen gegründete Pyramide der Wolffianischen Philosophie oder Noch fernere Erläuterung einiger in derselben übel verstandener Lehren von Gott, der Welt und der Seele des Menschen", „Dancknehmlichste Schuldigkeit vor die Freunde und treuhertzige Ermahnung an die Feinde der Wolffischen Philosophie“. „Vernünfftige Gedanken über eine Eigenschafft der menschlichen Seele“, „Bedencken über de Cordua vernünfftige Gedancken vom Schatz-Graben und Thomasii Lehrsätze vom Laster der Zauberey“. Außer den Schriften dieser Sammlung ist noch von W. erschienen: „Nosce te ipsum. Nützliche Selbstkenntniß der Menschen“ (Marb. 1739).

    • Literatur

      Carl G. Ludovici, Ausführlicher Entwurfs einer vollständigen Historia der Wolff'schen Philosophie. — Zedler's Universal-Lexicon. — Mittheilungen des Hrn. Superintendenten u. Oberpfarrer Obstfelder in Schmalkalden.

  • Autor/in

    Heinze.
  • Empfohlene Zitierweise

    Heinze, Max, "Wagner, Johann Valentin" in: Allgemeine Deutsche Biographie 40 (1896), S. 507-508 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd120435713.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA