Lebensdaten
erwähnt 1611 oder 1617 , gestorben 1. Hälfte 17. Jahrhundert
Geburtsort
Saint-Omer
Sterbeort
Würzburg
Beruf/Funktion
Komponist
Konfession
katholisch?
Normdaten
GND: 131659359 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Vincentius, Caspar
  • Vincent, Caspar
  • Vincent, Gaspard
  • mehr

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Vincentius, Caspar, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd131659359.html [25.03.2019].

CC0

  • Leben

    Vincentius: Caspar V., ein Componist aus dem Ende des 16. und Anfange des 17. Jahrhunderts, der aus Speier gebürtig war und zuerst an der Hauptkirche zu Speier um 1611 Organist war, dann um 1617 an die Andreaskirche in Worms kam und von dort gegen 1625 an der Kathedrale in Würzburg als Organist wirkte (die Stellungen sind durch seine Druckwerke festgestellt, dagegen ist obige Geburtsstadt fraglich). Vincentius (oder Vincenz) war ein großer Verehrer des sogenannten Generalbasses, unter dem man seiner Zeit eine Begleitung der Gesänge auf der Orgel oder dem Claviere nach einem bezifferten Basse verstand. Einer Begleitung die, wie wir von Seb. Bach wissen, sehr kunstvoll, aber auch wieder sehr einfach sein konnte und bestimmt war, die etwa schwachen oder gar unbesetzten Chorstimmen zu unterstützen oder fehlende Intervalle zu ersetzen. Es liegt auf der Hand, daß eine derartige Begleitung je nach den Fähigkeiten des Organisten ausfiel und das seine Stimmengewebe der Compositionen des 16. Jahrhunderts eher verderben als bessern konnte und doch war man im 17. Jahrhundert ganz erpicht darauf, selbst ältere Gesangswerke von Lassus und Palestrina damit zu versehen und sie im Drucke herauszugeben. So setzte auch V. zu Lassus' Magnum opus, von Lassus' Söhnen 1604 herausgegeben, im J. 1625 einen Generalbaß und gab denselben mit einer Vorrede heraus, welche seine Ansichten darüber entwickelt (theilweise abgedruckt in Monatshefte f. Musikg., Bd. 4, S. 209). Ebenso versah er Abraham Schadaeus großes Sammelwerk „Promptuarium music.“ 1611, 1612, 1613 und 1617 in 4 Theilen mit einem Generalbaß, dessen 4. Theil er selbst nach dem Absterben Schadaeus' herausgab. In dem Werke von Schadaeus ist er mit 30 lateinischen Gesängen zu 5, 6, 7 und 8 Stimmen vertreten, von denen einige dann Bodenschah in seine späteren Sammelwerke wieder aufnahm (siehe meine Bibliographie, S. 912). Leider fehlen die Partituren zu seinen Gesängen, so daß ein Urtheil über seine Schreibweise bis jetzt nicht feststellbar ist. Sein hinzugefügter Generalbaß aber beweist recht schlagend, wie unmöglich es dem Begleitenden gewesen sein muß den Gesang ohne Störung zu begleiten, denn die Bezifferung, die allein im Stande war ein Bild von der Stimmenführung zu geben, ist so mager, daß|sich nur hin und wieder einige Zahlen finden; alles Uebrige mußte der Organist nach Gutdünken hinzufügen; daß es den Stimmen eine Hilfe gewähren konnte, ist nur dann denkbar, wenn er die Composition sehr genau kannte. Der Schreiber dieser Zeilen hat in seiner Jugend oft genug aus so einer Generalbaßstimme Kirchencantaten begleiten müssen und weiß daher, wie unsicher eine solche Begleitung bei einem fremden Satze ausfallen muß. Man behilft sich dann eben mit den einfachsten dünn gehaltenen Accordfolgen.

  • Autor/in

    Rob., , Eitner.
  • Empfohlene Zitierweise

    Eitner, Robert, "Vincentius, Caspar" in: Allgemeine Deutsche Biographie 39 (1895), S. 734-735 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd131659359.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA