• Leben

    Ullmann: Joh. Christoph U., Doctor der Philosophie, Professor der Philosophie und Finanzwissenschaft, ferner der Staatswissenschaft, sowie der Berg- und Hüttenkunde an der Universität Marburg, seit 1816 mit dem Titel eines kurfürstlich hessischen Oberbergrathes beehrt, war am 3. September 1771 zu Kassel geboren. Auf der Universität Marburg widmete er sich dem Studium der Finanzwissenschaft, wo er auch durch die „Dissertatio inauguralis physicophilosophica explanans elementorum effectus formando ac destruendo in tellurem conspicuos“ (1792) sich habilitirte und nach und nach in die Stellung eines a. o. und ordentlichen Professors für verschiedene Fächer gelangte. Besonders beschäftigte sich U. mit mineralogischen und geologisch-montanistischen Studien seines Vaterlandes. Als deren Ergebniß publicirte er: „Mineralogische Berg- und Hüttenmännische Beobachtungen über die Gebirge, den Grubenbau und die Hüttenwerke der Hessen-Casselschen Landschaft an der Edder“ in 2 Stücken 1801 bis 1802. Außerdem erschien von ihm die Schrift: „Systematisch tabellarische Uebersicht der mineralogisch einfachen Fossilien mit erläuternden Anmerkungen und den Resultaten mehrerer chemischen Zerlegungen, auch ausführliche Beschreibung verschiedener entdeckter Fossilien“ (1814). Ferner lieferte U. eine Beschreibung des Frauenbergs in Hessen. Ihm zu Ehren wurden die früher unter dem Namen Frankenberger Kornähren und fälschlicher Weise für versteinerte Getreideähren gehaltenen, im Kupferschiefer bei Frankenberg vorkommenden Zapfen einer Coniferengattung „Ullmannia“ benannt. U. starb am 21. August 1821 in Marburg.

    • Literatur

      Strieder, Hess. Gel.- u. Schriftst.-Lex.

  • Autor/in

    v. Gümbel.
  • Empfohlene Zitierweise

    Gümbel, Wilhelm von, "Ullmann, Johann Christoph" in: Allgemeine Deutsche Biographie 39 (1895), S. 196 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd100683983.html#adbcontent

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