• Leben

    Troger: Simon T., Bildschnitzer aus Haidhausen bei München, war Hirtenknabe und fing, um sich die Langweile zu vertreiben, beim Viehhüten an, mit einem Taschenmesser Figürchen aus Holz zu schnitzen. Dann schnitzte er auch aus Elfenbein Bilder, deren Gewandung er aus braunem Holze zufügte. Diese Figuren stellten Bettler und zerlumpte Leierspieler dar. Schließlich wurde Kurfürst Maximilian III. auf diesen Naturkünstler aufmerksam, stattete ihm einmal einen Besuch ab und ließ ihm bessere Instrumente und Material, sowie Antiken und gute Zeichnungen zustellen. T. gelangte nun auch dazu, wirkliche Kunstwerke darzustellen, wie einen „Neptun“, einen „Raub der Proserpina“, die er aus Elfenbein fertigte und nach seiner gewöhnlichen Art mit braunem Holze bekleidete. Sein Gönner Max III. erwarb verschiedenes für seine Schlösser, schenkte auch Arbeiten an den Dresdener Hof. Ende des 18. Jahrhunderts besaß Bödecker zu Nürnberg einen „Triumph des Bachus“ in 1½ Fuß hohen Figuren, der auf 1000 Dukaten (!) geschätzt wurde. Erblindet und in Armuth starb der Künstler um 1769.

  • Autor/in

    Wilh. Schmidt.
  • Empfohlene Zitierweise

    Schmidt, Wilhelm, "Troger, Simon" in: Allgemeine Deutsche Biographie 38 (1894), S. 634 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd129267724.html#adbcontent

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