Dates of Life
1748 - 1803
Occupation
Philosoph ; Professor in Marburg
Religious Denomination
evangelisch?
Authority Data
GND: 117376280 | OGND | VIAF: 59242363
Alternate Names
  • Tiedemann, Dietrich
  • Tiedemann, Dieterich
  • Tidemann, Dietrich
  • more

Relations

Outbound Links from this Person

Personen in der GND - familiäre Beziehungen

Inbound Links to this Person

The links to other persons were taken from the printed Index of NDB and ADB and additionally extracted by computational analysis and identification. The articles are linked in full-text version where possible. Otherwise the digital image is linked instead.

Places

Map Icons
Marker Geburtsort Place of birth
Marker Wirkungsort Place of activity
Marker Sterbeort Place of death
Marker Begräbnisort Place of interment

Localized places could be overlay each other depending on the zoo m level. In this case the shadow of the symbol is darker and the individual place symbols will fold up by clicking upon. A click on an individual place symbol opens a popup providing a link to search for other references to this place in the database.

Citation

Tiedemann, Dietrich, Index entry in: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117376280.html [10.05.2021].

CC0

  • Life

    Tiedemann: Dietrich T., eklektischer Philosoph und Geschichtschreiber der Philosophie, geboren am 3. April 1748 zu Bremervörde im Herzogthum Bremen als Sohn des rechtskundigen Bürgermeisters T. Nachdem er auf den Schulen in Bremervörde, in Verden und auf dem lutherischen Gymnasium (Athenäum) zu Bremen seine Vorbildung genossen hatte, bezog er 1767 die Universität Göttingen, wo er bei Kästner mathematische Vorlesungen hörte, von Weber in das Gebiet der Philosophie eingeführt wurde und sich im übrigen dem Studium der Theologie widmete. Durch seinen Jugendfreund Meiners, der mit ihm zusammen in Göttingen studirte, vielfach gefördert, gab er schließlich die theologische Laufbahn auf, versenkte sich statt dessen in die philosophische Litteratur und faßte zugleich, durch Reisebeschreibungen angeregt, den Plan, eine Geschichte der Menschheit zu schreiben. Im J. 1769 übernahm er eine Stelle als Hofmeister der Kinder des Barons Budberg in Livland, kehrte von dort 1774 nach Göttingen, wo inzwischen Meiners Professor geworden war, zurück und vervollkommnete in Heyne's philologischem Seminar seine Kenntniß der classischen Sprachen. Auf Heyne's Empfehlung wurde er 1776 zum Professor der lateinischen und griechischen Sprache am Collegium Carolinum in Kassel ernannt. Seine freie Zeit benutzte er hier zu erneutem eifrigem Studium der Philosophie und ihrer Geschichte; er neigte sich materialistischen Anschauungen zu, wurde aber durch Tetens in persönlichem und brieflichem Gedankenaustausch von diesen Ansichten gänzlich zurückgeführt. Kant's Kritik der reinen Vernunft interessirte ihn aufs lebhafteste, ohne ihn jedoch ganz für sich zu gewinnen und seinen, theils auf Leibnitzischer Metaphysik, theils auf Locke'scher Erkenntnißtheorie beruhenden Ueberzeugungen untreu zu machen. Im J. 1778 verheirathete sich T. mit Sophie Rothausen in Kassel. Als 1786 die Mehrzahl der Professoren des Collegium Carolinum an die Universität Marburg versetzt wurde, siedelte auch T. dorthin über, erhielt in Marburg die ordentliche Professur für Philosophie und wurde bald darauf zum Hofrath ernannt. Seine Vorlesungen an der Universität erstreckten sich über Logik, Metaphysik, Naturrecht, Moral und Philosophie der Geschichte. Aus seiner Ehe gingen vier Kinder hervor, von denen der älteste Sohn, Friedrich T. (s. u.), sich als Mediciner einen sehr geachteten Namen erworben hat. T. starb zu Marburg am 24. Mai 1803. — Von seinen sehr zahlreichen Schriften, die theils ins historische, theils ins theoretische Gebiet hineinfallen, mögen hier folgende hervorgehoben werden: „System der Stoischen Philosophie“ (3 Theile, Leipzig 1776); „Untersuchungen über den Menschen“ (3 Theile, Leipzig 1777—78); „Griechenlands erste Philosophen etc.“ (Leipzig 1780); „Hermes Trismegist's Poemander und Asklepias, oder von der göttlichen Macht und Weisheit“ (Berlin u. Stettin 1781); „Theaetet, oder über das menschliche Wissen, ein Beitrag zur Vernunftkritik“ (Frankfurt a. M. 1794); „Geist der speculativen Philosophie“ (6 Bände, Marburg 1791—97); „Handbuch der Psychologie, herausgegeben mit einer Biographie des Verfassers von L. Wachler“ (Leipzig 1804). In Tiedemann's handschriftlichem Nachlaß fanden sich außerdem reiche Materialien zu einer Geschichte der Menschheit vor.

    • Literature

      F. W. Strieder's Hessische Gelehrtengeschichte XVI, 182, woselbst ein vollständiges Register von Tiedemann's Schriften. — K. W. Justi in den Hessischen Denkwürdigkeiten 4. Thl., 2. Abth., S. 46 ff. — Meusel's Gelehrtes Teutschland VIII ff.

  • Author

    O. Liebmann.
  • Citation

    Liebmann, Otto, "Tiedemann, Dietrich" in: Allgemeine Deutsche Biographie 38 (1894), S. 276-277 [online version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117376280.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA