Lebensdaten
erwähnt 415, gestorben 417
Beruf/Funktion
Ostgotenkönig
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 143183303 | OGND | VIAF: 163948550
Namensvarianten
  • Thorismund
  • Thorismund, Rex Ostrogothorum

Zitierweise

Thorismund, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd143183303.html [09.08.2020].

CC0

  • Leben

    Thorismund, amalischer Ostgothenkönig c. a. 415—417, Sohn und Nachfolger des Königs Hunimund, eines Sohnes von Ermanarich. Seit 375 standen die Ostgothen zwar noch unter eigenen amalischen Königen, aber diese mußten die Oberherrschaft der Hunnen anerkennen: Versuche, sie abzuschütteln, scheiterten (s. Winithar): nur die den Mongolen sich fügenden Könige vermochten sich zu behaupten. Th. erfocht im zweiten Jahre seiner Herrschaft einen glänzenden Sieg über die Gepiden, starb aber bald darauf durch einen Sturz vom Pferd. Wenn die gothische Ueberlieferung das Volk diesen König so tief betrauern läßt, daß es 40 Jahre hindurch keinen Nachfolger wählt, auf daß sein Andenken unter ihm fortlebe, bis der junge Walamer (s. diesen), der Sohn seines Vetters Wandalar (s. diesen), herangereift sei, so verräth schon die für solchen Zweck viel zu lang bemessene Frist, daß die Sage hier etwas verhüllt: wahrscheinlich die Unterbrechung der Königsreihe durch unmittelbare Herrschaft der Hunnenchane, die so lange keine Könige der Ostgothen duldeten.

    • Literatur

      Quellen und Litteratur: s. Theodemer, Walamer und Widemer; vgl. den Stammbaum der Amaler: Könige der Germanen II.

  • Autor/in

    Dahn.
  • Empfohlene Zitierweise

    Dahn, Felix, "Thorismund" in: Allgemeine Deutsche Biographie 38 (1894), S. 120 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd143183303.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA