• Leben

    Stieber: Gottfried St., Geschichtsforscher und Archivar. Geboren zu Ansbach am 7. August 1709, besuchte er zuerst die gelehrte Schule seiner Vaterstadt und begab sich weiterhin nach Jena, um daselbst Jura zu studiren. Gegen Ende des Jahres 1732 in seine Heimath zurückgekehrt, widmete er sich der archivalischen Laufbahn, für welche er in hohem Grade berufen war und auf welcher er in aufsteigender Linie die amtliche Stellung fand, die ihn vollauf befriedigen konnte. Als Schriftsteller hat er in erster Linie auf dem Gebiete der brandenburgisch-ansbachischen Geschichte gearbeitet, sein Hauptverdienst hat er sich jedoch als Archivar erworben. Ph. W. Gercken (s. A. D. B. IX, 1), der ihn und sein Archiv mehrere Jahre vor seinem Tode besuchte, weiß diese Verdienste des „würdigen und überaus fleißigen Mannes“ nicht genug zu loben.|Vor allem rühmt er die musterhaften Repertorien, die St. über den reichen Inhalt seines Archivs in den verschiedensten Richtungen angelegt hat, darunter Repertorisirung der Sammlung von Reichstagsacten und Kreisacten von dem 15. Jahrhundert angefangen. St. ist am 18. December 1785 zu Ansbach gestorben.

    • Literatur

      Vgl. Meusel, Lexikon VI, 385—87, wo die Schriften Stieber's aufgeführt sind. — Ph. W. Gercken, Reisen, 2. Thl., S. 415—19. — Hirsching, Hist.-litt. Handbuch, 13. Bd., S. 322.

  • Autor/in

    W.
  • Empfohlene Zitierweise

    W., "Stieber, Gottfried" in: Allgemeine Deutsche Biographie 36 (1893), S. 172-173 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117244619.html#adbcontent

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