Lebensdaten
1499 - 1525
Beruf/Funktion
Philologe ; Klassischer Philologe
Konfession
katholisch,evangelisch?
Normdaten
GND: 119870010 | OGND | VIAF: 52509107
Namensvarianten
  • Wiesendanger, Jakob
  • Ceporinus, Jakob
  • Wiesendanger, Jakob
  • mehr

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Ceporinus, Jakob, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119870010.html [04.08.2021].

CC0

  • Leben

    Ceporinus: Jakob C., Philolog, geb. in dem Züricher Pfarrdorfe Dynhart 1499, hieß eigentlich Wiesendanger. Sein Vater, ein wohlhabender Ziegler, ließ ihn durch den Pfarrer des Orts sorgfältig unterrichten und scheute auch nicht die Kosten, welche der Besuch der Schule in Winterthur und dreier Universitäten erforderte. Zuerst studirte C. in Köln, dann in Wien, zuletzt in Ingolstadt, wo er mit den Sprachstudien auch Mathematik verband und das Glück hatte 1520 bei dem greisen Reuchlin auch die hebräische Sprache zu erlernen. Nach einer Abwesenheit von einigen Jahren kehrte er in seinen Geburtsort zurück, um seine Studien fortzusetzen. Hier verheirathete er sich auch mit einer Laienschwester aus dem bei Winterthur gelegenen Nonnenkloster Röß. Cratander berief ihn als Corrector für griechische Drucke nach Basel. Dort besorgte er auch die erste Ausgabe von Zwingli's „Praeceptiones quaedam, quomodo ingenui adolescentes formandi sint“ (1523) und die erste deutsche Uebersetzung davon in dem „Leerbichlein“ 1524, wol nicht ohne des Verfassers Zustimmung. Dieser Aufenthalt kann nicht lange gedauert haben. Die Reformation bedingte tüchtige Studien in den alten Sprachen und als 1525 Zwingli von dem Chorherrnstifte in Zürich den Auftrag erhielt, ausgezeichnete Lehrer an das nach dem großen Kaiser genannte Carolinum zu berufen, wurde C. im April für die Professur der griechischen und hebräischen Sprache berufen und erhielt zugleich ein Canonicat. Am 19. Juni begann er seine Vorlesungen. Zwingli selbst benutzte seinen Unterricht im Hebräischen. Uebermäßige Anstrengung (Zwingli nennt ihn homo monstrose laboriosus) und Vernachlässigung der Sorge für seine Gesundheit hatten den schwachen Körper früh erschöpft, er starb bereits am 20. December 1525, betrauert nicht blos wegen seiner Gelehrsamkeit, sondern auch wegen der Offenheit und Bescheidenheit seines Charakters. Weil er so früh gestorben ist, hat er nur wenig geschrieben. Am verbreitesten von seinen Schriften ist das oft gedruckte „Compendium grammaticae graecae“ (1526), welches natürlich nur die Formenlehre, aber in sehr übersichtlicher Form umfaßt. Hesiod's „Werke und Tage“ hatte er für seine Vorlesungen hinzugefügt und mit einer brevis declaratio grammatica versehen, die in vielen Ausgaben dieses Dichters im 16. Jahrh. wiederholt ist. In einigen Ausgaben der Grammatik ist auch eine Auswahl von Epigrammen und Hymnen hinzugefügt. Höheren Ansprüchen sollte die mit Anmerkungen (scholia) versehene Ausgabe des Dionysius (Periegeta), Aratos und Proklos dienen; sie ist seit 1523 wiederholt gedruckt. Die Ausgabe des Pindar, ein verbesserter Abdruck der Aldine, war kurz vor seinem Tode vollendet (Basel 1526); in dem Nachworte hat Zwingli dem Freunde ein Denkmal der Dankbarkeit gesetzt. Vgl. Escher in der Allg. Encykl.

  • Autor/in

    Eckstein.
  • Empfohlene Zitierweise

    Eckstein, Friedrich August, "Ceporinus, Jakob" in: Allgemeine Deutsche Biographie 4 (1876), S. 88-89 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119870010.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA