Lebensdaten
1697 bis 1774
Geburtsort
Schwandorf
Sterbeort
Ensdorf
Beruf/Funktion
Benediktiner ; Prior von Ensdorf ; geistlicher Schriftsteller
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 119531682 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Schreger, Franz Jacob (Taufname)
  • Schreger, Odilo
  • Schreger, Franz Jacob (Taufname)
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Zitierweise

Schreger, Odilo, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119531682.html [24.10.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Abraham (1651–1738), Metzger, Ratsherr (Senator) in Sch.;
    M Maria Margaretha Friesl (1669–1739);
    6 B (1 früh †), 4 Schw.

  • Leben

    Nach dem Besuch des Jesuitengymnasiums in Amberg trat S. in das Benediktinerkloster Ensdorf ein, wo er 1720 die Profeß ablegte. In der Reichsabtei St. Emmeram und in Michelfeld absolvierte er sein Philosophie- und Theologiestudium, dem 1723 die Priesterweihe folgte. Danach wirkte er in seinem Mutterkloster zunächst als Küchenmeister und Kastner. Von seinem Abt Anselm Meiller (1678–1761) zum Professor bestimmt, unterrichtete er im Rahmen des Hausstudiums den Ordensnachwuchs in Theologie; der geistlichen Unterweisung dienten dabei u. a. seine Meditations- und Exerzitienbücher „Ascetico-biblicum calendarium“ (1730) und „Diurnale asceticum religiosorum“ (1734). Lange Jahre betreute er zudem als Seelsorger und Prediger mehrere Klosterpfarreien. 1749 wählten ihn seine Mitbrüder zum Prior.

    Als Schriftsteller, seit 1752 Mitglied der „Societas Litteraria Germano-Benedictina“, hinterließ S. ein umfangreiches und vielfältiges Werk, das in der Tradition geistlicher Barockliteratur wurzelt. Gleichwohl sind die zumeist vielfach aufgelegten Schriften mit ihrem lehrhaft-praktischen Anliegen bereits vom Denken der Aufklärung angeregt. An die Hausväterliteratur knüpfte das „Haus-Büchlein“ (1736) an, das christl. Ökonomik und praktische Agrarlehre vereint. Einen originellen Beitrag zur apodemischen Literatur stellt das „Reis-Büchlein“ (1753) dar, das kurzgefaßte Beschreibungen von mehr als 100 Reisewegen, lebensnahe Reiseinstruktionen, ärztliche Ratschläge und geistl.-moralische Maßregeln enthält. Die Empfehlungen für eine gesunde Ernährung im „Speiß-Meister“ (1766; Neuausg. hg. v. M. Knedlik, 2006) bildeten einen wichtigen Beitrag zur bewußten Gesundheitsvorsorge nach antikem Vorbild der Diätetik. Auf das Feld benediktinischer Heilkunde führte die „Kleine Haus-Apothecke“ (1774), die der Landbevölkerung einen Spiegel des klösterlichen Arznei- und Therapieschatzes mit seinen pflanzlichen, animalischen und mineralischen Heilmitteln bot.

    S.s Popularität gründete v. a. auf umfassenden Sammlungen, die dem Lesepublikum eine kurzweilige, lebendige Wissensvermittlung und geistreich-witzige Unterhaltung versprachen. Im Stil der Kuriositätenliteratur brachten der „Studiosus jovialis“ (1749), wohl für Schüler höherer Lehranstalten bestimmt, der „Lustig- und Nutzliche Zeit-Vertreiber“ (1753) sowie der „Auszug der Merkwürdigsten Sachen“ (1755) nicht nur vielfältiges Wissensgut historischer, geographischer und naturkundlicher Art, sondern auch Rätsel und Scherzfragen, Schwänke, Lügen- und Sensationsgeschichten. Noch im 19. Jh. wurden S.s Erzählungen z. T. als Kalendergeschichten tradiert.

  • Literatur

    ADB 32;
    P. Lindner, Monasticon Metropolis Salzburgensis antiquae, 1908, S. 549 f.;
    K. Moser-Rath, „Schertz u. Ernst beysammen“, Volkstüml. Erzählgut in geistl. Schrr. d. 18. Jh., in: Zs. f. Volkskunde 61, 1965, S. 38-73, bes. S. 64-67;
    H. Pörnbacher (Hg.), Bayer. Bibl. 3, 1990, S. 1131-38 (Widmung u. Vorrede zu „Auszug d. Merckwürdigsten Sachen“), S. 1256 f.;
    H. Zitzelsberger, Chronik v. Ensdorf, 1991, S. 130 f.;
    M. Knedlik, O. S., Leben u. Werk e. spätbarocken geistl. Autors, in: ders. u. A. Wolfsteiner (Hg.), Lit. Klosterkultur in d. Oberpfalz, FS z. 300. Geb.tag v. O. S., 1997, S. 9-31 (S. 33-56 W-Verz.);
    E. Fendl, Populäre Erzählstoffe b. O. S., ebd., S. 69-84;
    M. Knedlik, Klösterl. Heilkunst, in: ders. u. G. Schrott (Hg.), Res naturae, Die Oberpfälzer Klöster u. d. Gaben d. Schöpfung, 2006, S. 167-88, bes. 183-88;
    H. Alzheimer-Haller, Hdb. z. narrativen Volksaufklärung, 2004;
    Bosl;
    Kosch, Lit.-Lex.3 (W);
    BBKL 18 (W, L);
    LThK3; Enz. d. Märchens (Verz. d. Erzähltypen u. -motive).

  • Autor/in

    Manfred Knedlik
  • Empfohlene Zitierweise

    Knedlik, Manfred, "Schreger, Odilo" in: Neue Deutsche Biographie 23 (2007), S. 527-528 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119531682.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Schreger: Odilo S., Prior der Benedictinerabtei Ensdorf in der Oberpfalz, geboren zu Schwandorf am 2. November 1697, studirte zu München und Ingolstadt, legte am 10. November 1720 die Ordensgelübde ab und wurde späterhin Pfarrer und Lector der Theologie in seinem Stifte. S. war ein Typus jener in weiten Kreisen beliebten Klostergeistlichen, welche den Ernst des Lebens im Umgange wie in Schriften durch harmlosen Scherz zu würzen verstanden. Sein „Studiosus jovialis, seu auxilia ad jocose et honeste discurrendum“, Monachii et Pedeponti (1749) ist übrigens nur zum kleineren Theile unterhaltenden, zum größeren belehrenden Inhalts. Das Buch erlebte, wie auch sein „Lustig und nützlicher Zeitvertreibe", sein „Vorsichtiger Speismeister“ und sein originelles „Reisebüchlein“ zahlreiche Auflagen. Letzteres wurde noch in unserem Jahrhundert öfters nachgedruckt. Auch auf ascetischem Gebiete hat sich S. durch mehrere Schriften bekannt gemacht. Weite Verbreitung fand das Werklein: „Eine gute Nacht, das ist, nützliche Gedanken, vor dem Schlafengehen wohl zu überlegen“. Ursprünglich in München 1772 herausgegeben, erschien es in 7. Auslage ebendaselbst im J. 1870. S. starb als Jubilar in seinem Kloster am 21. September 1774.

    • Literatur

      A. Lindner, Schriftsteller des Benedictinerordens I, 282. — Baader, Lexikon bair. Schriftsteller I, 2, S. 224.

  • Autor/in

    G. Westermayer.
  • Empfohlene Zitierweise

    Westermayer, Georg, "Schreger, Odilo" in: Allgemeine Deutsche Biographie 32 (1891), S. 471 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119531682.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA