Lebensdaten
1858 bis 1919
Geburtsort
Lippstadt (Westfalen)
Sterbeort
Düren (Rheinland)
Beruf/Funktion
Apparatebauindustrieller
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 13570782X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Canzler, Carl

Orte

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Zitierweise

Canzler, Carl, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd13570782X.html [19.04.2019].

CC0

  • Genealogie

    Vorfahren sind bis in das 15. Jh. in Thüringen als Bauern od. Soldaten zu verfolgen;
    V Frdr. August (1825–68), Husaren-Stabstrompeter, dann Küster an der ev. Marienkirche in Lippstadt, S des Joh. Andr., Schulze u. Gerichtsschöppe in Schafau (Thür.);
    M Josefine Höhne, Lehrerin aus Westfalen;
    ⚭ Margarete (* 1864, kath.), T des Heinr. Friesdorf, Bauer in Herrig b. Lechenich (Bez. Köln), aus rheinischer Bauernfamilie;
    S Heinr. (* 1888), Diplomingenieur, Inhaber u. Leiter des väterlichen Unternehmens, Ehrensenator der TH Karlsruhe (1952).

  • Leben

    Nach vierjähriger Lehrzeit bei einem Kupferschmiedemeister in Lippstadt ging C. nach zunftmäßig abgelegter Gesellenprüfung (1877) in die „Fremde“. Er wanderte nach altem Handwerkerbrauch und sparte dabei für sein Studium am Technikum Buxtehude (1885). Für sein Ansehen unter den Berufskollegen zeugt, daß er - schon kurz nach abgelegter Meisterprüfung - 1888 als Delegierter nach Berlin entsandt wurde, um aus der alten Kupferschmiedezunft die Gewerkschaft der Kupferschmiede Deutschlands entstehen zu lassen. 1890 gründete er in Elsdorf bei Düren eine eigene Kupferschmiede, die mit Hilfe seiner tüchtigen Ehefrau behauptet und gefestigt wurde. 1894 wurde der Betrieb nach Düren verlegt, und bald begannen nun Jahre des Versuchens und Erfindens. Das Zusammenarbeiten mit Ingenieuren und Chemikern aus den auftraggebenden Industrien brachte C. mit den Problemen des Extrahierens und Destillierens, des Wärmens und Kühlens, des Kochens und des Verdampfens, - wie man heute sagt - mit der Verfahrenstechnik in innige Berührung. Eine Reihe von Erfindungen aus dieser Zeit zeugen von der vielseitigen Betätigung auf diesem Gebiet. Um die Jahrhundertwende kam die Gasschmelzschweißung auf, die für die Technik eine Umwälzung in Konstruktion und Fertigung mit sich brachte. Auf dem Gebiete des Apparatebaues hat C. als Bahnbrecher an der Einführung des Gasschmelzschweißens und der Vervollkommnung seiner Anwendung gewirkt. Während die Eisenschweißung bald befriedigende Ergebnisse erzielte und weitgehend im Handwerk und in der Industrie eingeführt wurde, bereitete die Kupferschweißung aus technologischen und metallurgischen Gründen große Schwierigkeiten. C. stürzte sich mit dem Eifer eines Forschers und der ihm eigenen Zähigkeit auf dieses Problem, und es entstand das „Verfahren zur autogenen Schweißung von Kupfer, unter Verwendung eines phosphorhaltigen Kupferdrahtes als Zusatzmittel, dadurch gekennzeichnet, daß dem Zusatzmaterial noch Silber zugesetzt ist“. So lautete der Anspruch des ihm 1912 erteilten Patentes, nach dem noch heute in aller Welt unter Verwendung von „Canzlerdraht“ Kupfer geschweißt wird. Diese Kupferschweißung ist von so großer Bedeutung geworden, weil sie im Gegensatz zur Hartlötung säurebeständige Nähte ergab.

    C.s Werkstätte zählte trotz der Ungunst der Verhältnisse bei seinem Tode rund 40 Beschäftigte. Die C.-Werke wurden von Heinrich C. zu einem weltbekannten Unternehmen des Apparatebaus für die chemische Industrie entwickelt.

  • Werke

    Aufsätze üb. Schweißtechnik in d. Zs. Autogene Metallbearbeitung.

  • Literatur

    G. Nonnenmacher, Von d. Kupferschmiede zum Großapparatebau 1890-1940, 1940 (P).

  • Autor/in

    Joseph Free
  • Empfohlene Zitierweise

    Free, Joseph, "Canzler, Carl" in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 130 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd13570782X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA