Lebensdaten
1619 - 1681
Geburtsort
Berlin
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Drucker ; Verleger
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 128479957 | OGND | VIAF: 30589926
Namensvarianten
  • Runge, Christoph der Jüngere
  • Runge, Christoph
  • Runge, Christoph der Jüngere
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Zitierweise

Runge, Christoph, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd128479957.html [13.05.2021].

CC0

  • Genealogie

    V Georg ( 1638), Drucker, S d. Christoph d. Ä. ( 1607), Drucker aus Neudamm (Neumark), übernahm um 1599 d. Druckerei im Gymnasium z. Grauen Kloster in B. (beide s. ADB 29);
    M N. N.;
    1) N. N., T d. Christian Sigmund Fischer, Rats- u. Handelsherr in B., 2) Sidonie ( 1671), T d. Johann Rösner, Archidiakon zu St. Marien in B., 3) 1674 Maria Katharina ( 2] David Saalfeld, 1686, Drucker), T d. Peter Thesendoff, Pfarrer d. Prenzlauer St. Nikolai-Kirche;
    14 K, u. a. Christoph ( n. 1740), Drucker.

  • Leben

    Als R. 1644 die Werkstatt seines Großvaters von seiner Mutter übernahm, hatte er zuvor vier Jahre an der Univ. Frankfurt/O. verbracht. Die Geschäfte der Druckerei gingen anfangs nicht gut; noch 1654 mußte er um Stundung seiner Schulden beim Kurfürsten nachsuchen. 1655 erhielt R. das Privileg für eine Berliner Zeitung, die „Berlinischen Einkommenden, Ordinar= & Postzeitungen“. Damit war er der erste Drucker in Berlin, der regelmäßig eine Zeitung herausbrachte. Seit 1648 war es ihm außerdem erlaubt, die eigene Produktion zu verkaufen. R. legte sich eine große Menge von Schrifttypen zu (u. a. Hebr., Syr., Arab., Äthiop. u. Griech.), die ihn bald als spezialisierten Drucker weit über Berlin hinaus bekannt machten. Gesangbücher wurden unter seiner Verlagsproduktion besonders wichtig. Schon seine Mutter hatte 1640 das erste luth. Gesangbuch Berlins gedruckt, das von Johannes Crüger (1598–1662) herausgegeben worden war. R. pflegte die Verbindung mit Crüger weiter und veröffentlichte dessen „Praxis pietatis melica“ seit 1644 in vielen Auflagen. Seit 1650 kamen die „Geistlichen Lieder und Psalmen“ hinzu, in denen u. a. Paul Gerhardts Kirchenlieder abgedruckt wurden, aber auch einige von R.s eigenen Gedichten. 1659 mußte R. das Graue Kloster verlassen und ein Haus neben der Parochialkirche beziehen. 1664 verlor er seine Vormachtstellung in Berlin durch die Privilegierung eines weiteren Buchdruckers, Georg Schulze ( 1685) aus Guben. Bis zu seinem Lebensende hatte R. ständig um die Erneuerung seiner Privilegien zu kämpfen. Sein Geschäft ging nach seinem Tod an seine dritte Frau über, die die Druckerei und den Verlag 1704 an Johann Lorenz ( 1733) verkaufte.

  • Literatur

    ADB 29;
    Rudolf Schmidt, Dt. Buchhändler, Dt. Buchdrucker, 6 Bde., 1902-08;
    E. Consentius, Die Berliner Ztgg. bis z. Reg. Friedrichs d. Gr., 1904;
    A. Georgi, Die Entwicklung d. Berliner Buchhandels bis z. Gründung d. Börsenver. d. dt. Buchhändler 1825, 1926;
    Die dt. Ztgg. d. 17. Jh., Ein Bestandsverz. mit hist. u. bibliogr. Angaben, zus.gest. v. E. Bogel u. E. Blüm, 1971, I, S. 16 ff.;
    III, S. 29 ff.;
    A. Laminski, Die älteste Berliner Ztg. in d. Nikolaibibl. zu Berlin, in: Zbl. f. Bibl.wesen, H. 103, 1989, S. 114-17;
    ders., ebd. H. 104, 1990, S. 320-22;
    Brandenburg. Gel. I (W, L).

  • Autor/in

    Regina Mahlke
  • Empfohlene Zitierweise

    Mahlke, Regina, "Runge, Christoph" in: Neue Deutsche Biographie 22 (2005), S. 262-263 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd128479957.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA