Lebensdaten
1803 bis 1877
Geburtsort
Hannover
Sterbeort
Paris
Beruf/Funktion
Mechaniker ; Instrumentenbauer
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 116697237 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Ruhmkorff, Heinrich Daniel
  • Ruhmkorf, Henri
  • Rühmkorff, Heinrich Daniele
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Zitierweise

Rühmkorff, Heinrich Daniele, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116697237.html [17.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Friedrich Gottlieb (1769–1829), Postschirrmeister in H., S d. Johann Christian (1729–74) u. d. Sophie Katharina Lauenstein;
    M Sophia Dorothea Margaretta Kuchuk (1779–1848);
    9 Geschw Ludwig (1804–61), Friedrich Gottlieb (1809–73), Bernhard (1815–71); – wohl ledig;
    N Eduard (1863–1933, Antoniette ten Doornkaat-Koolman, 1863–1959, aus H.);
    Gr-N Heinrich Gerhard Toni (1904–82, Wilhelmine, * 1907, T d. Florentin Ernst Ludwig Hallwachs, 1872–1945), in Langen;
    Ur-Gr-N Peter Edu Wilhelm (* 1937), in Melbourne (Australien), Gerhard (* 1939).

  • Leben

    R. erhielt seine erste Ausbildung bei einem Drechsler in Hannover. Nach Abschluß der Lehre suchte er während einer mehrjährigen Wanderschaft durch Deutschland, nach Paris und nach London, Kontakt zu berühmten Instrumentenbauern. In London arbeitete er in der Werkstatt von Joseph Brahmah, in Paris fand er Anstellung bei Charles Chevalier. 1839 eröffnete R. in Paris eine eigene Werkstatt und machte sich rasch einen Namen als Verfertiger elektrischer und elektromagnetischer Apparaturen. 1842 wurde seine Vorrichtung zur Erhöhung der Empfindlichkeit eines Galvanometers in den Wochenberichten der franz. Akademie der Wissenschaften erwähnt. 1844 wurde eine thermo-elektrische Meßvorrichtung R.s, 1849 eine Vorrichtung zur Demonstration des Einflusses eines Magnetfelds auf die Polarisation von Licht mit einer Silbermedaille der franz. Industrie-Ausstellung ausgezeichnet. Um 1850 wandte sich R. der Entwicklung von Induktionsspulen zu. Seine Vertrautheit mit elektrischen Erscheinungen, mechanisches Geschick und systematische Arbeitsweise ließen aus prinzipiell bereits bekannten Elementen Instrumente von solcher Perfektion entstehen, daß sich in physikalischen Laboratorien für mehrere Jahrzehnte der Name „Rühmkorff“ als Synonym für die Induktionsspule einbürgerte. Mit diesen Spulen konnten Funken bis zu 40 cm Länge erzeugt werden. Sie ermöglichten eine Vielzahl physikalischer Experimente und bedeutender Entdeckungen. So dienten sie als ideale Spannungsquelle für die Untersuchung elektrischer Effekte in Gasen, z. B. in Geißler- und Crookesröhren, und gehörten zur Laborausstattung bei der Entdeckung der Radio- und Röntgenstrahlung sowie des Elektrons. Außerdem fanden R.s. Spulen Anwendung in der Medizin und bei der Zündung von Sprengstoffen. 1855 wurden sie auf der Pariser Weltausstellung mit einem ersten Preis ausgezeichnet. R. zeigte die Vielfalt seiner elektromechanischen Instrumente auch auf den Ausstellungen in Paris 1867 und Moskau 1872. Die Apparate sind in zeitgenössischen Lehrbüchern beschrieben, ein gedruckter Katalog ist nicht bekannt.|

  • Auszeichnungen

    Mitgl. d. franz. Physikal. Ges.; Rr.kreuz d. Ehrenlegion (1855); Trémont-Preis d. franz. Ak. d. Wiss. (1858); Volta-Preis d. Inst. de France (1864); Gr. Ehrenmedaille f. Kunst u. Wiss. d. Stadt Hannover (1864).

  • Literatur

    ADB 29;
    Nature v. 27.12.1877, S. 169;
    E. Glaeser, Biogr. nat. des contemporains, 1878;
    E. Kosack, H. D. R., Ein Lb. zu seinem 100. Geb.tag, 1903 (P);
    Matschoss, Technik, 1925;
    M. F. Alphandéry, Dict. des inventeurs français, 1963;
    P. Brenni, in: Bull, of the Scientific Instrument Soc. 41, 1994, S. 4 (P);
    G. Shiers, The Induction Coil, in: Scientific American 224, 1971, S. 80;
    Pogg. II, III;
    Lex. Elektrotechniker;
    DSB;
    Biogr. Lex. Hannover.

  • Autor/in

    Anita Kuisle
  • Empfohlene Zitierweise

    Kuisle, Anita, "Rühmkorff, Heinrich Daniele" in: Neue Deutsche Biographie 22 (2005), S. 221 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116697237.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Rühmkorff: Heinrich Daniel R. (nicht Ruhmkorff, wie vielfach nach französischer Schreibweise angegeben wird), geboren am 15. Januar 1803 in Hannover; am 19. December 1877 in Paris. R. ging als Arbeiter 1825 in die mechanische Werkstätte von Charles Chevalier, begründete 1840 ein eigenes mechanisches Geschäft und widmete sich fast ausschließlich der Herstellung elektromagnetischer Apparate. Seine Galvanometer und die seinen Namen tragenden Inductionsapparate sind wol in fast allen besser ausgerüsteten Sammlungen physikalischer Instrumente eingeführt worden. R. ist wegen seiner hervorragenden Leistungen auf dem gedachten Gebiete mehrfach ausgezeichnet worden. 1855 erhielt er auf der Weltausstellung die Medaille 1. Classe und den Orden der Ehrenlegion, 1864 den großen Preis von 50 000 Francs für die vorzüglichste Arbeit in der angewandten Elektricität.

    E. Gläser, Biographie nationale des contemporains 1876. — G. Vapereau, Dictionnaire universel des contemporains, Ed. 5, 1880.

  • Autor/in

    K.
  • Empfohlene Zitierweise

    K., "Rühmkorff, Heinrich Daniele" in: Allgemeine Deutsche Biographie 29 (1889), S. 615 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116697237.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA