Lebensdaten
1522 oder 1530 bis 1584 oder 1583
Geburtsort
Münster
Sterbeort
Braunschweig
Beruf/Funktion
Maler
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 119485427 | OGND | VIAF: 47572707
Namensvarianten
  • Ring der Jüngere, Ludger tom
  • Ring, Ludger tom
  • Ring der Jüngere, Ludger tom
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Zitierweise

Ring, Ludger tom, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119485427.html [04.03.2021].

CC0

  • Genealogie

    V Ludger d. Ä. (s. 1);
    M Anna v. Rorup;
    B Hermann (s. 2);
    Braunschweig Ilse Badenwerper, aus B., Wwe d. Hermann Kuer.

  • Leben

    Wie sein älterer Bruder Hermann erhielt R. seine Schulung auf Reisen und in der väterlichen Werkstatt, in der er nach dem Tod des Vaters mit dem Bruder mindestens bis 1555 arbeitete. Ein Selbstbildnis von 1547 (Braunschweig, Hzg. Anton Ulrich-Mus.) ist sein frühestes erhaltenes Gemälde. Nach der Auflösung der Werkstattgemeinschaft sind die folgenden Jahre R.s nicht belegt – ein Brief legt einen Aufenthalt in Antwerpen nahe. Sein Schlüsselwerk ist das Küchenstück mit der Hochzeit von Kana (1562, ehemals Berlin, Staatl. Museen, Kriegsverlust 1945). In dem großformatigen Bild setzt er sich mit den Küchen- und Marktbildern der holländ. Maler P. Aertsen und J. Beuckelaer auseinander; Porträt, Historienbild, Stilleben und Tierbild sind darin vereint. Mehrere undatierte Tierbilder (London, Slg. Davis; Dtld., Privatbes.; Münster, Westfäl. Landesmus.; Aix-en-Pro-vence, Musée Granet) sowie Ölstudien von Tieren und Pflanzen (Wien, Österr. Nat.bibl.) sind in engem Kontext zu diesem Küchenstück zu sehen. Zwei Vasenbilder mit Iris und Lilien (1562, Münster, Westfäl. Landesmus.) und weitere Blumendarstellungen in Vasen (ebd.; Dtld., Privatbes.; Zürich, Privatbes.; Wien, Kunsthandel) lassen R. zu einem der ersten Maler autonomer Stilleben werden. Eine Tafel mit drei Pfauen ist ein frühes Tierlebenbild (1566, Münster, Westfäl. Landesmus.).

    Parallel arbeitete R. als Porträtist; in den 60er Jahren vornehmlich für den niedersächs. Adel, seit 1569 in Braunschweig für das Bürgertum, wo er 1572 auch das Bürgerrecht erwarb. Sein aufmerksamer Blick auf die beseelte und unbeseelte Natur trug Wesentliches zur Formulierung der neuen Bildgattung des Stillebens bei und machte ihn zu einem subtilen Porträtisten, der psychologische Aspekte ebenso beachtete wie die Inszenierung und Ausstattung einer Person in raffinierter Stofflichkeit.

  • Werke

    Heinrich u. Magdalene v. Peine, 1572 (Privatbes.);
    Mathildis v. Münchhausen, um 1572 (Hamburg, Kunsthalle);
    Bildnis eines 42jährigen, 1564 (Münster, Westfäl. Landesmus.);
    Tile III. u. Dorothea v. Vechelde, 1571 (Krakau, Wawelschloß,|Staatl. Kunstslg.);
    Reinhard u. Gese Reiners, 1569 (Braunschweig, Hzg. Anton Ulrich-Mus.).

  • Literatur

    ADB 28;
    P. Pieper, Hermann tom Ring als Bildnismaler, in: Westfalen 34, 1956, S. 72-101;
    ders., Ludger tom R. d. J., Die Hochzeit zu Kana, in: Niederdt. Btrr. z. Kunstgesch., 1962, S. 219-38;
    ders., Ludger tom R. d. J. u. d. Anfänge des Stillebens, in: Münchner Jb. d. Bildenden Künste 15, 1964, S. 113-22;
    ders., Ludger tom R. d. J. als Porträtist d. Adels u. d. Bürgertums, in: Stadt im Wandel, Ausst.kat. Braunschweig 1985, S. 687-99;
    K. H. Kirchhoff, Maler u. Malerfamilien in Münster zw. 1350 u. 1534, in: Westfalen 55, 1977, S. 98-110;
    I. Bergström, Ludger tom R. the Younger as a Painter of Birds and Beasts, in: Tableau 9, Nr. 3, Dez. 1986, S. 60-63 u. Nr. 4, Febr. 1987, S. 58, 70-73;
    A. Lorenz, Hermann tom R. (1521-1596), Fam.bildnis d. Gf. Johann II. v. Rietberg, Münster, Westfäl. Landesmus., in: Das Kunstwerk d. Monats, März 1992;
    dies. (Hg.), Die Maler tom R., Ausst.kat. mit Werkverz., 2 Bde., Münster 1996 (Bibliogr.);
    J. Luckhardt, Das Selbstbildnis Ludger tom R. d. J. (1547), 1999;
    ThB;
    Dict. of Art.

  • Autor/in

    Angelika Lorenz
  • Empfohlene Zitierweise

    Lorenz, Angelika, "Ring, Ludger tom" in: Neue Deutsche Biographie 21 (2003), S. 630-631 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119485427.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA