Lebensdaten
1787 - 1860
Geburtsort
Göttingen
Sterbeort
Rom
Beruf/Funktion
Kupferstecher ; Maler
Konfession
evangelisch,katholisch
Normdaten
GND: 118992759 | OGND | VIAF: 2402003
Namensvarianten
  • Riepenhausen, Johann
  • Riepenhausen, Johann Christian (bis 1804)
  • Riepenhausen, Christian (bis 1804)
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Zitierweise

Riepenhausen, Johannes (seit 1804), Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118992759.html [08.05.2021].

CC0

  • Genealogie

    B Franz (s. 1); – ledig.

  • Leben

    Durch den Unterricht des Vaters im Zeichnen und Stechen früh in präziser Figurendarstellung geschult und im Umgang mit Gelehrten und Künstlern (Karl Friedrich v. Rumohr, Wilhelm Tischbein) auf kunsthistorischem und archäologischem Gebiet angeregt, debütierten die stets gemeinsam arbeitenden Brüder schon 1803 mit einer Rekonstruktion von Polygnots Gemälde „Untergang Trojas“ in der Lesche zu Delphi, die Goethes Interesse weckte. Während des Studiums in Dresden (Mai – Okt. 1804) bei Ferdinand Hartmann (1774–1842) schufen sie, beeindruckt von dessen Nachzeichnungen früher Italiener und der romantischen Atmosphäre im Kreis Ludwig Tiecks, die Zeichnungen zum „Leben der hl. Genoveva“ und konvertierten zum Katholizismus.

    Seit 1805 lebten sie in Rom, wo sie v. a. mit Bertel Thorvaldsen und Joseph Anton Koch in freundschaftlicher Beziehung standen. Sie begannen mit Madonnen im Stil Raffaels und Zeichnungen zum „Leben Raffaels“ sowie Aufnahmen altitalien. Malerei für einen auf 12 Hefte berechneten Zyklus. 1806-11 entstanden Entwürfe – meist großformatige Kartons – für fast sämtliche, später oft wiederholte Gemäldekompositionen; neben religiösen Themen vor allem zu solchen aus der Antike (Orpheus, Amorinenverkäuferinnen 1809) und Literatur (Das Mädchen aus d. Fremde 1807/8; Der Taucher, Der Kampf mit dem Drachen nach Schiller; Der Sänger, 1809 nach Goethe sowie e. unpublizierter Faust-Zyklus 1811). Den figurenreichen, mit kräftigen Lokalfarben an der Renaissance orientierten Bildern liegt oft die romantische Idee von der Poesie als Grundlage aller Künste und Gesittung zugrunde; später folgten Historien- und Genrethemen. Zeitlebens arbeiteten die Brüder auch als Zeichner und Stecher für Thorvaldsen und mehrere Archäologen.

    Bei verschiedenem Charakter – Franz sanft, ruhig, Johannes lebhaft, witzig und vornehmlich fähig zur Bilderfindung – läßt sich ihr Stil nur bei Zeichnungen, anhand von zwei ausnahmsweise einzeln signierten Blättern in Berlin (Franz) und Oslo (Johannes) unterscheiden.

    Trotz größerer Universalität und eines zeitlichen Vorsprungs standen die Brüder R. bald hinter den Nazarenern zurück. Seit etwa 1820 versiegten Erfindungskraft und Frische. Die vielen Wiederholungen wurden glatter und v. a. im Spätwerk von Johannes z. T. matt.

  • Werke

    Größere Komplexe v. Zeichnungen: Göttingen, Stadt. Mus.;
    Hannover, Kestner-Mus.;
    v. Gemälden: Hannover, Landesmus. u. Kopenhagen, Thorvaldsen-Mus. – Marienkrönung, 1806-08 (Altarbild in Sta. Maria del'Anima, Rom;
    Vorzeichnung Städt. Mus. Göttingen);
    Das Mädchen aus d. Fremde (2 frühe Exemplare Schweinfurt, Mus. Georg Schäfer u. Karlsruhe, Kunsthalle);
    Der Sänger, 1820 (St. Petersburg, Eremitage);
    Heinrich d. Löwe verteidigt Barbarossa, 1824/25 (Calenberg, Slg. Prinz Ernst August v. Hannover);
    Wer kauft Liebesgötter, um 1824 (Nürnberg, German. Nat.mus.);
    Vision Raffaels, um 1821 (Hamburg, Jenisch-Haus);
    Stich-Werke:
    Gemähide d. Polygnotos in d. Lesche zu Delpi, Nach d. Beschreibung Pausanias, gez. v. F. u. J. R., 1805, veränderte 2. Fassung u. d. T. Peintures de Polygnote …, 1829;
    Leben u. Tod d. hl. Genoveva, In XIV Platten v. d. Gebr. F. u. J. R., 1806;
    Le Statue e li Bassirilievi inventati e scolpiti in marmo dal Cavaliere Thorwaldsen …, Disegnati ed incisi dai R. e da F. Mori, 1811;
    Gesch. d. Mahlerei in Italien nach ihrer Entwicklung, Ausbildung u. Vollendung dargest. v. F. u. J. R., H. I u. II (mehr nicht ersch.), 1810;
    Bilder aus d. Leben Raphael Sanzio's v. Urbino. gez. v. F. u. J. R., o. J. (1816), Neuaufl. 1838, veränderte 2. Fassung u. d. T. Vita di Raffaelle da Urbino disegniata da G. R., 1833, dass. dt. u. d. T. Leben Raphaels v. Urbino …, 1835.

  • Literatur

    ADB 28;
    O. Deneke, Die Brüder R., in: Götting. Nebenstunden Nr. 15, 1936, S. 1-56;
    L. Ch. Pickert, Die Brüder R., Darst. ihres Lebens bis z. J. 1820, Diss. Leipzig 1950 (ungedr.);
    dies., Werke d. R. 1820-1860 (Ms., 1956, Hannover, Landesgal.);
    H. Geller, Die Bildnisse d. dt. Künstler in Rom, 1952;
    E. Börsch-Supan, Das Mädchen aus d. Fremde, in: Jb. d. Staatl. Kunstslgg. in Baden-Württ. 12, 1975, S. 225-60;
    R. Paulin, Die Textill. d. R. zu Tiecks „Genoveva“, in: Jb. d. Eichendorff-Ges. 38, 1978, S. 32-53;
    J. Huber, in: I Nazareni a Roma, Ausst.kat. Rom 1981, S. 237-41;
    E. Schröter, Raffael-Kult u. Raffael-Forschung, in: Röm. Jb. f. Kunstgesch. 26, 1990, S. 301-97;
    dies., F. u. J. R., in: Johann Dominicus Fiorillo, Kunstgesch. u. d. romant. Bewegung um 1800, 1997, S. 213-91;
    H. Börsch-Supan, Zwei Raffaele aus Göttingen, Die Brüder R., in: Romantik u. Renaissance, hg. v. S. Vietta, 1994, S. 216-40;
    Antike zw. Klassizismus u. Romantik, Die Künstlerfam. R., Ausst.kat. Stendal 2001 (L);
    ThB;
    Dict. of Art;
    zu Franz:
    NND 9 (1831), 1833, Nr. 11, S. 38-41.

  • Portraits

    beide: Zeichnung v. C. Vogel v. Vogelstein, 1813 (Dresden, Kupf.kab.), Zeichnung v. R. Suhrlandt, 1815 (Berlin, Kupf.kab.); Johannes:
    Radierung v. C. Küchler, 1840 (Rom, Bibl. Hertziana);
    Gem. v. C. Rahl, 1838 (Kriegsverlust d. Goethemus. Frankfurt).

  • Autor/in

    Eva Börsch-Supan
  • Empfohlene Zitierweise

    Börsch-Supan, Eva, "Riepenhausen, Johannes" in: Neue Deutsche Biographie 21 (2003), S. 601-602 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118992759.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA