Lebensdaten
geboren Ende 15. Jahrhundert
Beruf/Funktion
Maler
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 135883881 | OGND | VIAF: 306336911
Namensvarianten
  • Busch, Felten
  • Busch, Vanten
  • Meister Valentin
  • mehr

Zitierweise

Busch, Valentin, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd135883881.html [13.04.2021].

CC0

  • Genealogie

    Idatte;
    1 S.

  • Leben

    Die Akten des Metzer Domkapitels berichten als einzige zeitgenössische Quellen über B. und seine künstlerische Tätigkeit in der Kathedrale von Metz. Seine Werke sind dort 1520-39 nachzuweisen. Er wird in den Urkunden als Meister „Felten“, „der Deutsche“, „aus Straßburg“ (er mag auch in Straßburg geboren sein) vorgestellt, dessen künstlerischer Ruhm dem Auftrag des Domkapitels (11.5.1520 Arbeitsvertrag) vorausgeeilt sein wird, da er bereits als Meister nach Metz gekommen war und andere von hohen Fürstlichkeiten und Herren an ihn ergangene Aufträge zugunsten der in Metz auszuführenden Arbeiten abgewiesen hat. Der Meister bewohnte in Metz ein Haus, das heute noch steht (Rue de Chèvremont Nummer 30), und wo er auch seine Werkstatt gehabt hat. Aus seinem in französischer Sprache abgefaßten Testament vom 25.3.1541, das jedoch nur auszugsweise nach einer Abschrift überliefert ist (Le Vieil, Baltus), ist zu entnehmen, daß B. als reicher Mann gestorben sein muß. Neben einigen Sonderbestimmungen vermachte er dem Domkapitel unter anderem eine von ihm in Öl gemalte Madonna. Dies veranlaßte Le Vieil, wie Bégin und Wentzel darauf hinzuweisen, daß B. neben der handwerklichen Tätigkeit als Glasmaler auch Maler gewesen ist. In einer urkundlichen Nachricht vom 7.4.1559 wird diese Ansicht insofern bestätigt, als der Glasmaler als maistre Valentin le painctre bezeichnet ist. Die Urkunden des Domkapitels geben weiterhin auch Aufschlüsse über die künstlerische Tätigkeit des Meisters in der Kathedrale. Die meisten Fenster sind zudem signiert und datiert. Mit der Verglasung im Chor und Südquerschiff hat B. als bedeutendster Künstler das Schaffen im spätgotischen Bauteil der Kathedrale von Metz abgeschlossen. Die Entwicklung seines Stiles und die Phasen seiner künstlerischen Reife sind deutlich aus den Domfenstern abzulesen. So sind drei große Abschnitte innerhalb der Stilbildung festzustellen, wonach der erste von 1520 bis zur Fertigstellung der Chorpolygonfenster im Jahre 1523 festzusetzen ist, in dem sich das künstlerische Werden des Meisters ausdrückt, während das Verkündigungsfenster in der Nordchorkapelle von 1524 die nächste Stufe einleitet und bis 1528, den letzten Arbeiten im südlichen Querhaus, zu verfolgen ist, die zugleich den Höhepunkt seines Schaffens repräsentieren. Zur letzten Gruppe gehören die im Zeitraum 1534-39 entstandenen Glasfenster, die den Altersstil des Meisters darstellen. B. kommt aus der Tradition des Oberrheins und schließt „im Figürlichen wie Ornamentalen die Tradition von Peter Hemmel ab“ (Wentzel), in dessen Werkstatt er auch gearbeitet hat. Sein Stil hat sich an bedeutsamen Vorbildern entwickelt, vor allem haben Hans Baldung und Grünewald auf ihn eingewirkt. Aber auch die italienische Kunst hat ihm genügend Vorbild gegeben, so in der monumentalen Auffassung seiner Figurendarstellungen, der perspektivischen Durchgestaltung seiner Architekturkompositionen und seinen dekorativen Details (Mantegna, Bramante). B. hat in Metz mit einem größeren Werkstattbetrieb gearbeitet. Es lassen sich mehrere Hände feststellen, die an den Domfenstern mitgearbeitet haben.

  • Werke

    Verglasung d. Maßwerkrose im Südfenster d. südl. Querhauses, 1520-21, gleichzeitig bis 1523 drei Fenster d. Chorpolygons;
    Mittelfenster d. östl. Chorkapelle, 1522, ungefähr gleichzeitig linkes Fenster d. Südkapelle;
    rechtes Fenster d. Nordkapelle, 1524;
    3 Galerien im Südfenster d. südl. Querhauses, 1526-27;
    2 östl. Obergadenfenster ebenda, 1528;
    Fenster im Langchor (1534 das 2., 1538 das 1. Fenster im Obergaden d. Südseite, 1537-38 das 1., 1539 das 2. d. Nordseite im Langchor), alle Kathedrale Metz.

  • Literatur

    P. Le Vieil, L'art de la peinture sur verre I, Paris 1774, S. 42 ff.;
    D. Friedley, Additions to the Collection of Stained Glass, in: Bull. of the Metropolitan Mus. of Art, New York 1913, S. 46 ff.;
    J. Ernst Weis, in: Elsaß-Lothring. Jb. 7, 1929, S. 129;
    J. B. Pett, La Cathédrale de Metz, Metz 31937;
    ders., Textes extraits principalement des Registres Capitulaires, ebenda 1930;
    M. Aubert-J. Gruber, La Cathédrale de Metz, Paris 1931;
    A. Dedenon, Hist. du Prieuré Bénédictin de Flavigny s. M., Nancy 1936;
    L. Schürenberg, Der Dom zu Metz, 1942, S. 30 ff.;
    O. Schürer, Das alte Metz, 1944, S. 123 ff.;
    H. Wentzel, Glasmaler u. Maler im MA, in: Zs. f. Kunstwiss. 3, 1949. S. 61 ff.;
    ders., Meisterwerke d. Glasmalerei, 1951, S. 68;
    Metzer Dombaubl., Nr. 17, S. 20 ff., 26 ff., 34 ff., Nr. 18, S. 30 ff.;
    ThB;
    eigene Stud.

  • Autor/in

    Anneliese Ganster
  • Empfohlene Zitierweise

    Ganster, Anneliese, "Busch, Valentin" in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 64-65 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd135883881.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA