• Leben

    Reinerding: Franz Heinrich R., katholischer Theolog, geboren am 16. September 1814 zu Damme im Großherzogthum Oldenburg, zu Fulda am 25. Februar 1880, legte die Gymnasialstudien in Vechta zurück, die theologischen anfänglich in Münster, dann von Ostern 1836 bis Herbst 1842 am Collegium Germanicum in Rom, und wurde hier zum Priester geweiht, auch Dr. phil. et theol. Zurückgekehrt wurde er im selben Jahre Lehrer am Gymnasium zu Vechta, im J. 1851 Professor der Philosophie und Dogmatik an der mit dem Seminar verbundenen bischöflichen Lehranstalt zu Fulda, nahm 1858 die Professur der Dogmatik am St. Luthbertscolleg zu Ushaw (England) an, nahm 1863 die frühere Stelle in Fulda wieder an; gleichzeitig war er seit 1872 Domherr. R. war ein streng römischer Theolog, curialistisch, gleichwol bedauerte er auch nach dem 18. Juli 1870 die vaticanischen Beschlüsse. Die Lebensnotizen rühren von ihm selbst her, der Todestag ist den öffentlichen Blättern entnommen. — Schriften: „Die Principien des kirchlichen Rechts in Ansehung der Mischehe, eine Begründung der jüngsten kirchlichen Erlasse, mit besonderer Rücksicht auf die Praxis.“ Paderborn 1853 (veranlaßt durch den Erlaß des Bischofs von Trier vom 15. März 1853). „Der h. Bonifacius als Apostel der Deutschen mit Bezugnahme auf sein Verhältniß zu Fulda.“ Würzburg 1855. „Kurze Lebensgeschichte des h. Bonifacius“ u. s. w. Das. „Theologiae fundamentalis tractatus duo.“ Münster 1864. „Beiträge zur Honorius- und Liberiusfrage, eine Beleuchtung der neuesten kirchenhistorischen Forschungen über dieselben.“ Münster 1865. Die Schrift versucht deren Rechtfertigung.

  • Autor/in

    v. Schulte.
  • Empfohlene Zitierweise

    Schulte, von, "Reinerding, Franz Heinrich" in: Allgemeine Deutsche Biographie 28 (1889), S. 28 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116416599.html#adbcontent

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