Lebensdaten
1839 bis 1913
Geburtsort
Kastel bei Mainz
Sterbeort
Villa Lilly bei Bad Schwalbach (Hessen)
Beruf/Funktion
Bierbrauer ; Industrieller
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 135706548 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Busch, Adolphus

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Zitierweise

Busch, Adolphus, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd135706548.html [20.10.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Ulr. (1779–1852), Gastwirt, Gutsbesitzer u. Händler in Weinen u. Brauereibedarf, S des Matthias (Matthäus) (1743-1816), Schiffer in Kastel;
    M Barbara Pfeiffer (1797–1844) aus Kastel;
    B Ulr., Kaufm. in St. Louis, dann Chicago ( Anna Anhäuser);
    Schw Apollonia (⚭ Franz Reisinger, Sekretär Kossuths 1848 u. Besitzer der Mittelrheinischen Zeitung); weitere 18 Geschwister;
    1861 Lilly (1844–1928), T des Eberh. Anhäuser (1805–80) aus Kreuznach, Seifensiedermeister in Helmstedt, dann Inhaber der Bavarian Brewery in St. Louis (Missouri) (ref.), u. der Maria Doroth. Franziska Richter aus Schöningen (Braunschweig);
    14 K, u. a. Aug. Anhäuser-Busch Sr.(1865-1934, Alice Zisemann), Präsident der Anheuser-B. Inc., Leiter der Brauerei während der National Prohibition (1920–1933) u. Kämpfer für deren Aufhebung, Edmee (⚭ Hugo Reisinger [1856–1914], N v. B., kaufmännischer Direktor mehrerer amerikanischer Unternehmungen, darunter 1898 der Diesel-Motor Company of America, Kunstsammler und Förderer des dt.-amerikanischen Kunst- u. Literaturaustausches), Wilhelmina|([1884-1952] 1) Eduard Aug. Scharrer [ 1932], Exportkaufmann in Stuttgart u. bulgarischer Generalkonsul, 3) Sam E. Woods, Generalkonsul der USA), Erbauerin v. Schloß Höhenried (Starnbergersee, Oberbayern), Stifterin des Naturparks Bernried;
    E Adolphus III (S v. Aug. Anhäuser-B.), 1934-46 Präsident der Anhäuser-B. Inc., Aug. jr., seit 1946 Präsident der Anhäuser-B. Inc.

  • Leben

    B. besuchte höhere Schulen in Mainz, Darmstadt und Brüssel und erwarb kaufmännische Kenntnisse in Mainz und Köln. 1857 folgte er Verwandten nach den USA, wo er Angestellter auf einem Mississippidampfer wurde. Mit dem väterlichen Erbe begründete er 1859 mit seinem Bruder ein Brauereibedarfsgeschäft in Saint Louis. Im Bürgerkrieg diente er als Korporal der US-Armee. 1866 wurde er Geschäftsführer der schwiegerväterlichen Brauerei, deren Jahreserzeugung in 9 Jahren von 8000 auf 35 000 barrels (zu 163,8 l) stieg. 1875 wurde sie mit $ 240 000 Kapital A.G., 1879 in Anheuser-Busch Brewing Association umbenannt, deren Präsident B. wurde. In wenigen Jahren gehörte das Unternehmen zu den führenden Brauereien der Welt, 1907 verkaufte es 1 600 000 barrels und hatte in Saint Louis selbst 6000 Beschäftigte. Es war von besonderer Bedeutung für diesen Aufstieg, daß B. seit 1876 das Schwergewicht der Erzeugung auf ein helles, leichtes Bier von hoher Qualität, das „Budweiser“ verlegte. Da es ganz einem amerikanischen Bedürfnis entsprach, wurde es ein sofortiger Erfolg. Seinen anderen Qualitätsbieren gab B. die Namen „Faust“ und „Michelob“. Auf B. gehen mehrere technische Neuerungen in der amerikanischen Brauindustrie wie die Pasteurisierung von Flaschenbier für Verwendung in heißem Klima zurück. Entscheidender war sein Einfallsreichtum in der Erweiterung des Marktes für Anheuser-B.-Erzeugnisse. Als einer der ersten „super-salesmen“ Amerikas bereiste er werbend in einem privaten Eisenbahnwagen das Land. Er gewann Texas und einen Großteil der übrigen Südstaaten für das Flaschenbier, indem er an strategischen Punkten zwischen Saint Louis und südlichen Städten an der Bahnlinie Eiskeller erbaute.

    B. gründete eine große Bierflaschenfabrik, erwarb die Aktienmehrheit der Kühlwagenfabrik Saint Louis, Kohlengruben in Illinois und eine Eisenbahn dorthin und beteiligte sich an Banken. 1897 kaufte er für eine Million Mark die amerikanischen Alleinrechte zum Bau des soeben entwickelten Dieselmotors. Er ließ als Präsident der Diesel Motor Company of America Lizenzen an Maschinenfabriken weiterverkaufen und 1898 in Saint Louis den ersten amerikanischen Dieselmotor bauen. In Verbindung mit den Schweizer Lizenzinhabern gründete er 1912 eine eigene Fabrik für Dieselmotoren, die B.-Sulzer-Brothers Diesel Engine Company in Saint Louis (1945 von den Erben an die Nordberg Manufacturing Company of Milwaukee, Wisconsin verkauft). B.s „industrial empire“ machte ihn zu einem der reichsten Amerikaner. Sein Vermögen wurde bei seinem Tode auf $ 60 000 000 geschätzt. Er stiftete in seinem Leben fast $ 1 000 000 für Erziehungs- und Wohltätigkeitsorganisationen, darunter $ 100 000 an die Harvard University (Cambridge, Massachusetts), für den Bau des 1902 von Kuno Francke begründeten Germanic Museum, das altdeutsche Kultur und Kunst zeigen sollte und 1917 eröffnet wurde. 1950 schenkte B.s Tochter Edmee Reisinger dem Museum nochmals $ 300 000 (jetzt Busch-Reisinger Museum of Germanic Culture). B. selbst kam auch als „Bierkönig“ in seinen späteren Jahren noch jedes Jahr nach Deutschland.

    Seine Brauerei erreichte 1953 eine Jahreserzeugung von 6 711 222 barrels Anheuser-B.-Bieren. Sie stellt heute mit Werken in Saint Louis, Newark, New Jersey und Los Angeles einen Reinwert von fast $ 400 000 000 dar und bezahlt jährlich Löhne und Gehälter in Höhe von über $ 200 000 000.

  • Literatur

    H. L. Conard u. W. Hyde, Enc. of the History of St. Louis, St. Louis 1899;
    R. J. Rombauer, The Union Cause in St. Louis in 1861, ebenda 1909;
    Who's Who in America, Chicago 1912 bis 1913;
    St. Louis Globe-Demokrat, 11., 12., 24., 25., 28. Okt. 1913;
    St. Louis Post-Dispatch, 11., 12., 25., 26. Okt. 1913;
    G. Holland, The King of Beer, in: American Mercury, New York, Okt. 1929;
    King of Bottled Beer, in: Fortune, Chicago, Juli 1935;
    W. R. Jackson, Missouri Democracy, Springfield (Ill.) 1935;
    I. Dilliard, in: DAB XXI, Suppl. 1, New York 1944;
    E. Diesel-G. Strößner, Kampf um eine Maschine, die ersten Dieselmotoren in Amerika, 1950 (P);
    R. Krebs, Making Friends is Our Business: 100 Years of Anheuser-B., St. Louis 1953 (P, auch f. andere Fam.Mitgl.);
    The Baron of Beer, in: Time, New York 11.7.1955;
    1852-1952 Anheuser-B., in: The Brewers Digest 1952, S. 62 ff. (P auch v. E. Anhäuser u. S Aug.).

  • Portraits

    Ölbild v. Anders Zorn (Kopie im Mus. of Germanic Culture, Harvard University, Cambridge [Mass.]).

  • Autor/in

    James N. Primm, Wolfgang Zorn
  • Empfohlene Zitierweise

    Primm, James N.; Zorn, Wolfgang, "Busch, Adolphus" in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 58 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd135706548.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA