Lebensdaten
1564 bis 1629
Geburtsort
Lüneburg
Sterbeort
Rostock
Beruf/Funktion
Musiktheoretiker ; Komponist ; Dichter
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 118665324 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Burmeister, Joachim
  • Burmeisterus, Joachimus
  • Burmeisther, Joachim
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Zitierweise

Burmeister, Joachim, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118665324.html [14.12.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Joachim, Perlsticker in Lüneburg;
    M Marg. Soltau;
    B Ant. (V des Franz Joachim [s. 1]), Kantor an St. Michaelis, Franz, Organist an St. Lamberti in Lüneburg, Georg (Buhrmeister), Rektor an St. Michaelis in Lüneburg;
    1) Lüneburg 12.4.1592 Mette Bleker, 2) Cath., T des Senators Dethlovius, 3) Dorothea Nederheiden;
    S aus 3) Joachim, Organist an St. Petri in Rostock, Stammvater einer Organistenfamilie.

  • Leben

    B. war der älteste von fünf Brüdern, die ebenfalls im Leben geachtete Stellungen bekleideten. 1586 kam er auf die Universität Rostock und erhielt dort die Würde eines Magisters. Bald darauf wurde er Schulkollege und Kantor am Rostocker Gymnasium. Sein Amtsvorgänger in dieser Stellung ist wahrscheinlich der Flame Heinrich Brucaeus ( 1583 Rostock) gewesen. B. führte dem Musikleben seiner Lateinschule zweifellos neues Leben zu. Wichtiger jedoch als sein kompositorisches Schaffen wurden seine musiktheoretischen Werke. Diese sind dadurch bedeutungsvoll, daß sie sich wohl als erste auf deutschem Boden ausführlich mit den Beziehungen beschäftigen, die sich zwischen der Musik und der Redekunst (Rhetorik) knüpfen lassen. Von seinem „Hypomnematum Musicae Poeticae …“ (Rostock 1599) bis zu seiner „Musica Poetica“ (ebenda 1606) zieht sich diese Verbindung in Beispiel und Lehre wie ein roter Faden hindurch und führt den Leser von den äußerlichen Übereinstimmungen beider Künste bis zu ihrer Verschmelzung in der Affektdarstellung, der sogenannten Figurenlehre. Seine theoretischen Darlegungen sowie die von ihm gegebenen Beispiele aus der praktischen Musik haben eine weite Wirkung auf die Musiktheorie des Barock, die in der musikalischen Oratorie gipfelt, gehabt, denn sein rhetorisches System wird von fast allen Musiktheoretikern des Barock als grundlegend erwähnt. So bildet seine erste musiktheoretische Schrift, das „Hypomnematum“ (1599) zweifellos die Frühgrenze einer Lehre von der musikalischen Rhetorik in Deutschland, während diese 1788 in Johann Nik. Forkels Einleitung zu seiner „Geschichte der Musik“ ihre Spätgrenze erreicht.

  • Werke

    Weitere W Musica αὐτοσχεδ ιαστικοῦ…, Rostock 1601;
    Musica Theorica H. Brucaei, ebenda 1609.

  • Literatur

    ADB III;
    H. Brandes, Stud. z. musikal. Figurenlehre im 16. Jh., Diss. Berlin 1935;
    W. Voll, Dan. Friderici, 1938;
    H.-H. Unger, Die Beziehungen zw. Musik u. Rhetorik im 16.-18. Jh., 1941;
    W. Gurlitt, Musik u. Rhetorik, in: Helicon 5, 1944, S. 67 ff.;
    Riemann;
    F. Blume, in: MGG (W, L).

  • Autor/in

    Hans-Heinrich Unger
  • Empfohlene Zitierweise

    Unger, Hans-Heinrich, "Burmeister, Joachim" in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 54 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118665324.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Burmeister: Mag. Joachim B., gelehrter Musikschriftsteller und Componist, Schulcollege zu Rostock, geb. zu Lüneburg um 1560. Man kennt von ihm: „Synopsis Hypomnematum Mus. poet. ad chorum gubernand. cantumque componend. conscripta ex Isagoge, cujus et idem Autor est“, Rostock 1599, 2 Tafeln. Also ein Auszug aus einem größeren unbekannt gebliebenen Werke desselben Verfassers. Musica αὐτοσχεδιαστιϰοῦ, quae per aliquot accessiones in gratiam philomusorum ad Tractat. de Hypomnem. Mus. poet. ejusdem auctoris in unum corpusculum concrevit“, Rostock 1601. Einiges vom Inhalt s. Gerber N. L. „Musica poetica“, Rostock 1606. Fétis' Biographie nennt noch „Musicae practicae sive artis canendi ratio etc.“, Rostock 1601. Auch|sind von ihm gedruckt: „Psalmen D. Mart. Luther's und anderer, mit Melodien“, Rostock 1601. Burmeister gab auch 1609 des Brucaeus (s. d.) Musica theorica heraus. v. Dommer.

    Außerdem erschienen 1605 zu Rostock von ihm ein „Χϱιστὸς πεϕασμένος, der geoffenbarte Christus, Comödia“ etc., welcher die Osterreise des zwölfjährigen Jesus mit seinen Eltern zu 5 Acten aufschwellt durch allerlei theils komisch sein sollende (plattdeutsch redende Bauern, Prügelscenen), theils lehrhafte Zuthaten. Gebildete aber unpoetische Schulmeisterarbeit; im Vordergrund Interesse für Kindererziehung. — B. war der Sohn des Perlstickers Joachim B. in Lüneburg und ward im Juli 1586 an der Universität Rostock immatriculirt.

  • Autor/in

    W. Scherer.
  • Empfohlene Zitierweise

    Dommer, Arrey von, "Burmeister, Joachim" in: Allgemeine Deutsche Biographie 3 (1876), S. 628-629 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118665324.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA