Lebensdaten
1760 bis 1814
Geburtsort
Friedberg (Steiermark)
Beruf/Funktion
Papierfabrikant ; Kaufmann
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 136978819 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Pachner von Eggenstorf, Ignaz Theodor Edler
  • Pachner, Ignaz Theodor (bis 1790)
  • Pachner von Eggenstorf, Ignaz
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Zitierweise

Pachner von Eggenstorf, Ignaz, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd136978819.html [23.03.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Johann Georg P. v. E. (1725–90), Handelsherr in Krumau (Böhmen), Eigentümer d. dortigen Papiermühle (seit 1766) u. d. Münchener Hofpapiermühle (seit 1786);
    M N. N.;
    B Franz Josef, Johann Georg (beide Reichsrr. 1790);
    - Wien 1788 oder 1791 Maria Anna v. Bernhard (1774–1851);
    2 S, u. a. Anton (1794–1870), 2 T, u. a. Clarissa (1799–1817, Franz Frhr. v. Pillersdorff, 1786–1862, österr. Minister, s. ADB 26; ÖBL);
    E Anton Frhr. P. v. E. (1818–1901, österr. Frhr. 1879), Verw.beamter, k. k. Truchseß, Hofrat u. Kabinettssekr.

  • Leben

    P. lernte im elterlichen Betrieb die Papierfabrikation kennen und machte auf ausgedehnten Auslandsreisen reiche technologische und kaufmännische Erfahrungen. Da die beiden älteren Brüder Franz Joseph und Johann Michael nach dem Tod des Vaters dessen Papiermühlen übernahmen, ließ sich P. zu diesem Zeitpunkt als Handelsmann in Wien nieder und befaßte sich u. a. mit Papierhandel. 1793 erhielt er trotz der Widerstände des Verlegers Johann Thomas Trattner, der in Ebergassing eine Papiermühle betrieb, die Konzession für einen ebensolchen Betrieb, der feinere, bisher aus dem Ausland bezogene Papiere fertigen sollte. Standort der neuen Papiermühle wurde Klein-Neusiedl, das sich durch günstige Wasserverhältnisse, die Nähe zum Hauptabsatzmarkt Wien und günstige Bezugsbedingungen für ungar. Hadern auszeichnete. Der Bau dauerte drei Jahre, die Papiermühle wurde nach holländ. Vorbild mit modernster Rohstoffaufbereitung eingerichtet und mit 14 Schöpfbütten ausgestattet. Sie war damit die größte Papiermühle des Reiches und fertigte über 100 verschiedene Papiersorten.

    Bereits 1796 hatte P. mit der „k. k. Banco-Zettel-Hauptkasse“ einen Liefervertrag über Papier mit Sicherheitszeichen abgeschlossen und lieferte dann auch das Papier für sämtliche Banknoten der „k. k. priv. Nationalbank“ sowie für die Staatsnoten und staatlichen Effekten. P.s 1797 namens sämtlicher Papiermacher des Landes vorgetragenes Gesuch, ein generelles Verbot der Papiereinfuhr zu erwirken, wurde 1801 abgelehnt. Weitere Versuche scheiterten am Widerstand der Wiener Buchhändler. Erfolg war ihm hingegen bei der Reduzierung der täglichen Arbeitszeit der Papiermacher beschieden, die auf seine Initiative hin vom Kaiser auf die Zeit von 6 Uhr morgens bis 6 Uhr abends begrenzt wurde. Hauptargument P.s war, daß man bei den damaligen Kunstlichtbedingungen kein qualitätvolles Papier herstellen könne und wertvollen Rohstoff vergeude. 1803 erwarb P. zusätzlich die 1513 gegründete Leesdorfer Papiermühle und wurde damit zum wichtigsten Papierproduzenten der damaligen Monarchie. Der Betrieb in Klein-Neusiedl wurde 1809 durch franz. Truppen erheblich verwüstet. Nach P.s Tod wurde das Unternehmen bis 1837 von der Witwe und seinem Sohn Anton weiterbetrieben (die drei Töchter starben nach P.s Tod in rascher Folge an einer Epidemie), dann aber für 120 000 fl. an den Großhändler Georg Borekenstein verkauft, der das Unternehmen zusammen mit österr. Freunden und Industriellen aus der Schweiz in die „k. k. priv. Actiengesellschaft der Papierfabrik Klein-Neusiedl“ umwandelte. Heute betreibt die Neusiedler Aktiengesellschaft mit Sitz in Wien Werke in Kematen an der Ybbs und in Ulmerfeld-Hausmening (Werk Theresienthal).

  • Literatur

    G. Eineder, The Ancient Paper-Mills of the Former Austro-Hungarian Empire and their Watermarks, 1960, in: Monumenta Chartae papyraceae historiam illustrantia 8, S. 45 f.;
    Aus d. Gesch. d. Neusiedler Aktienges. f. Papierfabrikation, 1953 (P).

  • Autor/in

    Frieder Schmidt
  • Empfohlene Zitierweise

    Schmidt, Frieder, "Pachner von Eggenstorf, Ignaz" in: Neue Deutsche Biographie 19 (1999), S. 750 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd136978819.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA