Lebensdaten
1517 bis 1576
Sterbeort
Bückeburg
Beruf/Funktion
Graf von Schaumburg ; postulierter Bischof von Hildesheim
Konfession
katholisch,evangelisch
Normdaten
GND: 123679117 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Otto IV. von Schaumburg
  • Otto IV. von Schauenburg
  • Otto IV.
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Zitierweise

Otto IV., Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd123679117.html [16.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Jobst I. Gf. v. Holstein u. Sch. (1483–1531), S d. Johann IV. (um 1450–1527) u. d. Kordula v. Gemen ( 1528);
    M Maria (1491–1547), T d. Johann V. Gf. v. Nassau-Dillenburg (1455–1516, s. ADB 14) u. d. Elisabeth v. Hessen (1466–1523);
    B Adolf XIII. Gf. v. Sch. (1511–1556), seit 1547 Ebf. v. Köln (s. NDB I), Anton Gf. v. Sch. ( 1558), seit 1556 Ebf. v. Köln (beide s. Gatz III);
    1) Stettin 1544 Maria (1527–54), T d. Hzg. Barnim IX. v. Pommern-Stettin (1501–73, s. NDB I) u. d. Anna v. Braunschweig-Lüneburg (1502–68), 2) Celle 1558 Elisabeth Ursula (1539–86), T d. Hzg. Ernst v. Braunschweig-Lüneburg (1497–1546, s. NDB IV) u. d. Sophie v. Mecklenburg (1508–41);
    4 S aus 1), u. a. Hermann (1545–92), 1567-82 Bf. v. Minden (s. Gatz III), Adolf XIV. Gf. v. Sch. (1547–1601), reg. seit 1582, Anton (1549–99), seit 1587 Bf. v. Minden (s. Gatz III), 1 S aus 2) Ernst Gf. v. Sch. (1569–1622), reg. seit 1595, 2 T aus 2).

  • Leben

    O. studierte in Löwen und hielt sich dann am bayer. Hof auf. Er gelangte in den Besitz eines Kanonikats in Köln (1524) und der Dompropstei in Hildesheim. Auf Empfehlung Karls V. postulierte das Hildesheimer Domkapitel O. am 28.7.1531 zum Bischof. Bis zu seiner definitiven Ablehnung 1537 ließ er das Kapitel über die Annahme seiner Postulation im Unklaren. Zu Beginn der 1540er Jahre nahm O. im Dienst des Kf. Joachim von Brandenburg am Feldzug gegen die Osmanen in Ungarn teil. 1544 trat er die Regierung der Gfsch. Schaumburg an. Durch seine erste Ehefrau Maria von Pommern wurde er mit der luth. Lehre vertraut. Mit Rücksicht auf seinen älteren Bruder Adolf, den Erzbischof von Köln, duldete er sie nicht offiziell, unterließ aber auch ein energisches Vorgehen gegen deren Ausbreitung. Nach dem Tod seiner Brüder Adolf und Anton und nach seiner Vermählung mit Elisabeth Ursula von Braunschweig-Lüneburg, der im Heiratsvertrag die Ausübung des ev. Gottesdienstes zugesichert worden war, trat O. 1559 offen zum Protestantismus über und führte die Reformation auf der Grundlage der Mecklenburgischen Kirchenordnung von 1552 ein; 1564 erfolgte die erste Visitation. 1561 setzte sich die neue Lehre auch in der mit Schaumburg in Personalunion verbundenen Herrschaft Holstein-Pinneberg durch.

    Trotz seiner prot. Konfession blieb O. in span. Militärdiensten. Bereits 1552 hatte er eine Bestallung der span.-niederländ. Regierung erhalten und 1557 an der Schlacht von St. Quentin teilgenommen. 1566 kämpfte er erneut als span. Oberst in den Niederlanden und stellte Philipp II. in der Folgezeit Truppen zur Verfügung. Da der span. König die bis 1574 aufgelaufenen Sold- und Pensionsforderungen in Höhe von 100 000 Gulden nicht beglich, vergrößerte sich die Schuldenlast der Grafschaft.

    1551 kaufte O. das Amt Lauenau von Hzg. Erich II. von Calenberg, das 1565 in ein Erblehen umgewandelt wurde. Einfluß nahm er während der Regierung seines Sohnes Hermann auf die politische Entwicklung im Hochstift Minden. Seine Bautätigkeit konzentrierte sich auf die Schlösser in Stadthagen und Bückeburg, wohin er 1563 seine Residenz verlegte. In der „Sukzessions-, Haus- und Regimentsordnung“ (1570) legte O. die Unteilbarkeit der Grafschaft fest und bestimmte den „fähigsten“ seiner Söhne zum Nachfolger. Nach O.s Tod setzte ein Streit um die Erbfolge zwischen seinen Söhnen aus erster Ehe sowie Gfn. Elisabeth Ursula und deren Sohn Ernst ein.

  • Literatur

    A. Bertram, Gesch. d. Bistums Hildesheim II, 1916, S. 63-67;
    W. Wiegmann, Heimatkde. d. Fürstentums Schaumburg-Lippe, 1912, S. 238-42;
    H. Heidkämper, Schaumburg-Lippische KGesch. I, 1917, bes. S. 26-60;
    H. Bei der Wieden, Fürst Ernst, Gf. v. H.-Sch. u. seine Wirtsch.pol., 1961, bes. S. 16-22;
    ders., Schaumburg. Genealogie, 1966, bes. S. 125 f., 130-36;
    O. Bernstorf, Bf. Hermann v. Minden aus d. Gräfl. Schaumburger Hause, in: Mindener Btrr. 10, 1964, S. 73-148;
    W. Maack, Die Gesch. d. Gfsch. Schaumburg, 1986, S. 51-54;
    T. Albrecht, Landesherrl. Baumaßnahmen im 16. Jh. am Beispiel d. Gfsch. Schaumburg im Spiegel archival. Qu., in: U. Großmann (Hg.), Renaissance im Weserraum II, 1989, S. 159-190;
    Gatz III.

  • Portraits

    Gem., anonym (Bückeburg, Schloß).

  • Autor/in

    Hans-Georg Aschoff
  • Empfohlene Zitierweise

    Aschoff, Hans-Georg, "Otto IV." in: Neue Deutsche Biographie 19 (1999), S. 693-694 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd123679117.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA