Lebensdaten
vor 1132 bis 1196
Beruf/Funktion
Bischof von Brixen und Bamberg
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 121465497 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Otto II.
  • Otto II. von Andechs
  • Otto II. von Bamberg
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Zitierweise

Otto von Andechs, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd121465497.html [21.08.2018].

CC0

  • Genealogie

    Aus d. Geschl. d. Grafen v. Andechs (s. NDB I);
    V Berthold II., Gf. v. Andechs u. Plassenberg ( 1151), S d. Gf. Arnold v. Andechs u. d. Gisela v. Schweinfurt;
    M Sophie, T d. Mgf. Poppo II. v. Istrien;
    Ur-Gvv Poppo, Gf. v. Schweinfurt;
    B Poppo I, Gf. v. Andechs ( 1148, Kunizza v. Giech), Berthold III., Gf. v. Andechs u. Plassenberg, Mgf. v. Istrien ( 1188, s. NDB II);
    Schw Gisela ( Gf. Diepold v. Berg), Mechthild ( 1160), Äbtissin v. Edelstetten, Euphemia ( 1180), Äbtissin v. Altomünster;
    N Heinrich III., Abt v. Millstatt ( 1177), Berthold IV., Gf. v. Andechs u. Plassenberg, Mgf. v. Istrien u. Hzg. v. Meranien ( 1204, s. NDB II), Poppo, erwählter Bf. v. Bamberg ( 1245).

  • Leben

    O. war seit den 1150er Jahren Kanoniker am Augsburger Dom; spätestens 1164, wahrscheinlich aber bereits 1156 wurde er Propst zu St. Stephan in Bamberg und des Münsterstifts zu Aachen. 1165 wurde er zum Bischof von Brixen erwählt, als solcher aber nie geweiht und resignierte wohl 1170 aus unbekannten Gründen. 1174 gab er seine beiden Propsteien ab, um Dompropst in Bamberg zu werden. Nach dem Tod Bf. Hermanns II ( 1177) zum Bischof von Bamberg erwählt, erhielt er die Regalien vermutlich am 25.1.1178, die Weihe am 18.3.1179 in Rom. Während seiner fast 20jährigen Sedenzzeit war O. ein treuer Parteigänger der Staufer: Seit Beginn seiner Amtszeit verging kaum ein Jahr, in dem er nicht einmal, häufig auch mehrmals, den kaiserl. Hof aufsuchte, um an den Beratungen und Entscheidungen der Reichsfürsten teilzunehmen; wiederholt saß er dem Hofgericht vor. Für Friedrich Barbarossa, den er auf dem Italienzug 1184 begleitete, übernahm er mehrmals Gesandtschaften nach Italien (1183, zweimal 1187) und folgte ihm auf|dem Kreuzzug 1189 bis Preßburg. Im April 1191 nahm O. an der Kaiserkrönung Heinrichs VI. in Rom teil. Danach trat er mehrmals als Mitglied von Schiedsgerichten auf; dem sog. Erbreichsplan Heinrichs VI. scheint er positiv gegenüber gestanden zu haben. Seine Bedeutung als Bischof von Bamberg liegt in der Straffung und Sicherung der Hochstiftsvogtei sowie der Erschließung des Frankenwaldes, zu der er sich der bamberg. Eigenklöster Langheim, Ensdorf und Prüfening bediente. Durch eine gezielte Lehenspolitik trug O. während seiner Amtszeiten in Brixen und Bamberg wesentlich zur Festigung der andechs. Machtposition im Inn- und Pustertal sowie in Oberfranken bei. Darüber hinaus gelang es ihm, zusammen mit dem Abt des Klosters Michelsberg bei Papst Klemens III. 1189 die Heiligsprechung Bf. Ottos I. zu erreichen.

  • Literatur

    E. v. Oefele, Gesch. d. Grafen v. Andechs, 1877;
    E. v. Guttenberg, Das Bistum Bamberg (Germania Sacra II/1,1), 1937, S. 156-60 (ältere L);
    F. Tyroller, Geneal. d. altbayer. Adels im HochMA, 1964, Tafel 14;
    A. Schütz, Das Geschl. d. Andechs-Meranier im europ. HochMA, in: Herzöge u. Heilige, Ausst.kat. München 1993, S. 66 ff. (Qu, L);
    ders., Die Andechs-Meranier u. ihre Rolle in d. europ. Politik d. MA, in: Die Andechs-Meranier in Franken, Europ. Fürstentum im HochMA, Ausst.kat. Bamberg 1998;
    C. Göldel, O. v. Andechs, Stiftspropst v. Aachen, Bf. v. Bamberg, u. d. Tafelgüterverz., ebd., S. 75-79;
    U. Vorwerk, Die Andechs-Meranier u. d. Neubau d. Bamberger Domes, ebd. S. 209-18, bes. S. 213 f.

  • Portraits

    Sandsteintumba, Deckplatte mit Ritzfigur, 13. Jh. (Georgenchorkrypta im Bamberger Dom).

  • Autor/in

    Ludwig Holzfurtner
  • Empfohlene Zitierweise

    Holzfurtner, Ludwig, "Otto von Andechs" in: Neue Deutsche Biographie 19 (1999), S. 670-671 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd121465497.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA