Lebensdaten
1882 bis 1934
Geburtsort
Uthwerdum (Kreis Aurich)
Sterbeort
Göttingen
Beruf/Funktion
Sprachlehrer ; Übersetzer
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 138011605 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Othmer, Heinrich Friedrich Wilhelm
  • Othmer, Wilhelm
  • Othmer, Heinrich Friedrich Wilhelm
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Zitierweise

Othmer, Wilhelm, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd138011605.html [19.09.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Friedrich (1852–1935), Wegebauaufseher in Georgsheil, S d. Carsten Heinrich (1830–98), Gefängnisaufseher in Bergen, u. d. Ilse Marie Elisabeth Stuckenschmidt (* 1831), beide aus Düshorn;
    M Charlotte (1852–1934), T d. Heinrich August Friedrich Mertens, Ger.diener u. Gefangenenwärter in Hameln, u. d. Charlotte Sophie Krumfuhs (* 1834);
    1) Tsingtau 1911 Elisabeth (1874–1920), Krankenschwester, T d. Josef Buri (1838–97), Schreiner, Hotelier in Donaueschingen, u. d. Mathildis Straub (1850–1916), 2) Victobur 1922 Maria Buri (1892–1971, Schw d. Elisabeth), med.-techn. Assistentin;
    2 S aus 1), Gerhard (1912–96), Oberstudienrat in Hameln, Wilhelm (1914–86), Buchhalter in Donaueschingen, 1 S aus 2) Carsten (* 1923, Herta Fillmann, Apothekerin), Apotheker in Ohringen u. Heilbronn, 1 T aus 2) Gudrun (* 1926, Dr. med. Siegfried Naumann), Auslandskorrespondentin.

  • Leben

    O. besuchte 1892-1900 das Gymnasium in Norden (Ostfriesland), wo sein Sprachentalent und sein hervorragendes Gedächtnis auffielen. Er begann in Greifswald ein Studium der Geographie und Geschichte, das er in Berlin durch philologische Studien ergänzte. Hier wurde er bei dem historischen Geographen Wilhelm Sieglin (1855–1935) mit der Arbeit „Die Völkerstämme von Hispania Tarraconensis in der Römerzeit“ (1904) promoviert. Nach dem Vorbereitungsdienst für das Höhere Lehramt nahm er ein Angebot des Auswärtigen Amtes an, in China an einer deutschen Schule für Chinesen zu lehren. Ende 1907 traf er in Peking ein und lernte rasch die Landessprache, doch das Projekt kam nicht zustande. O. ging daher 1909 an die Deutsch-Chines. Hochschule in Tsingtau, wo er den Deutschunterricht zielbewußt ausbaute. Auf Anregung der deutschen Kaufleute gab er auch Chinesischunterricht. Hieraus entstand gemeinsam mit Ferdinand D. Lessing (1882–1961) der damals vielgebrauchte „Lehrgang der nordchines. Umgangssprache/Han-yü t'ung-shih“ (1912, Nachdr. 1933). Von den geplanten drei Bänden konnte wegen des Kriegs nur der erste erscheinen, die engl. Übersetzung verbrannte. 1914-20 verbrachte O. in Japan. Gefangenschaft teils in Osaka, teils in Ninomiya, wo er im Lager Chinesisch- und Japanischunterricht erteilte. Nach seiner Rückkehr wurde er 1920 als Professor für Deutsch an die Tungchi-Universität nach Shanghai berufen. Die gesamte Auflage eines chines.-deutschen Taschenwörterbuchs (1932) verbrannte bei einem japan. Angriff. An der Universität gab er die „Deutsche Monatsschrift/Te-wen yüeh-k'an“ (2 Bde., 1924–27) heraus. Wie kein anderer hat O. damals durch seinen enthusiastischen Unterricht in China das Deutschlandbild einer ganzen Generation geprägt. Die Gedenkschrift seiner Freunde und Schüler enthält viele bedeutende Namen aus dem Kulturbereich, wie Ts'ai Yüan-p'ei, T'eng Ku und Chiang Fu-tsung. Im August 1933 wurde O. aufgrund des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums in den Ruhestand versetzt.|

  • Auszeichnungen

    Mitgl. d. Kant-Ges. (Shanghai) u. d. Royal Asiatic Society (North China Branch); Gründer u. Vors. d. Dt. Ges. f. Natur- u. Völkerkde. Ostasiens (Ortsgruppe Shanghai) u. d. „Sinica“, Freunde d. China-Inst. (Frankfurt/M.); Dr. h. c. (Nanking 1933).

  • Werke

    Überss.: Dr. Sun Wën, Grundzüge d. staatl. Aufbaus, in: Mitt. d. Seminars f. Oriental. Sprachen zu Berlin, 1. Abt., 28, 1925, S. 48-58;
    Allg. Satzung d. Chines. Volkspartei, ebd., S. 139-64;
    Vorläufiges Verz. d. Schrr. Dr. Suns, ebd., S. 165-69;
    A. Nakanome, Grammatik d. Nikbun-Sprache (des Giljakischen), in: Research Review of the Osaka Asiatic Soc. 5, 1927;
    ders., Grammatik d. Orokko-Sprache, ebd. 8, 1928;
    Welchen Weg sollen wir einschlagen? Von Dr. Hu Schi, in: Ostasiat. Rdsch., 1931, S. 231-35;
    Die Lebensgesch. d. Feldherren Sü Da (1332–1385), Aus d. Gesch. d. Ming-Dynastie, Kap. 125, in: Jubiläumsbd., hg. v. d. Dt. Ges. f. Natur- u. Völkerkde. Ostasiens anläßl. ihres 60j. Bestehens, 1873–1933, 1933, T. II, S. 305-27.

  • Literatur

    Gedenkschrr. an Prof. Dr. W. O./Ou-t'e-man chiao-shou ai-szu-lu, 1934 (P);
    F. Lessing, in: Ostasiat. Rdsch. 15, 1934, S. 31-34;
    R. Bergemann, Mit Dr. O. in japan. Kriegsgefangenschaft, ebd. S. 87;
    Dt. Shanghai-Ztg. v. 28.1.1934 (P);
    Dt. Mschr. 3, H. 1, 1936, S. 1;
    H. Wilhelm, in: Aus dt. Geistesleben/Chung-te hsüeh-chih 6, 1944, S. 5-7.

  • Autor/in

    Hartmut Walravens
  • Empfohlene Zitierweise

    Walravens, Hartmut, "Othmer, Wilhelm" in: Neue Deutsche Biographie 19 (1999), S. 645 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd138011605.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA