Lebensdaten
erwähnt 826, gestorben 847
Beruf/Funktion
Erzbischof von Mainz
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 138793476 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Otger
  • Autgar
  • Otgar von Mainz
  • mehr

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Zitierweise

Otgar, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd138793476.html [21.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    Aus d. mittelrhein. Geschl. d. „älteren“ Otakare;
    V N. N.;
    M N. N.;
    Ov Richulf ( 813), Ebf. v. Mainz (seit 787).

  • Leben

    Im Frühjahr 826 erhob Ludwig d. Fromme seinen Hofkapellan und Vertrauten O., dem vielleicht schon dessen consanguineus, Ebf. Richulf v. Mainz, den Weg in die Kapelle Karls d. Gr. geebnet hatte, zum Nachfolger Haistulfs als Erzbischof von Mainz. O. pflegte zeitlebens enge Beziehungen zum Hof und besaß erheblichen Einfluß in der Reichspolitik. Am 24.6.826 taufte er im Beisein der Taufpaten aus der kaiserl. Familie Kg. Harald von Dänemark und dessen Gefolge im Mainzer St. Albanskloster; am gleichen Ort hielt er im Mai 829 die vom Kaiser befohlene Reformsynode ab. Daß O. im langjährigen Streit Ludwigs mit seinen Söhnen 833/34 zu Lothar überwechselte, der ihm – nach Thegan – die Bewachung seines Vaters in Aachen anvertraute, wirkte sich nicht nachteilig für ihn aus. Den Bitten des Mainzer Klerus und Volkes entsprechend, beließ Ludwig ihn aus politischen Gründen (Sicherung des Rhein-Main-Gebietes vor Ludwig d. Deutschen) im Amt, was O. ihm mit neuerlicher Treue und verstärktem Einsatz für Kaiser und Reich vergalt. Er gehörte zu den sieben Erzbischöfen, die Ludwig in Metz (Febr. 835) feierlich rekonziliierten und alle gegen diesen verhängten Strafen annullierten. Um eine Versöhnung mit Lothar herbeizuführen, entsandte ihn Ludwig Ende 835 nach Italien; auf der Rückreise erwarb O. in Ravenna Reliquien der Heiligen Severus, Vicentia und Innocentia für seine Kirchen in Erfurt und St. Alban. Ludwig belohnte O.s treue Dienste mit der Vergabe des Reichsklosters Weißenburg 839/40. Nach dem Tod Ludwigs am 20.6.840 auf einer Rheininsel bei Ingelheim, bei dem er zugegen war, schloß sich O. wieder Lothar an (u. a. Mitwirkung an der Restitution Ebos von Reims auf der Synode in Ingelheim im Aug. 840). Gegen Ende seiner Amtszeit (845) scheint O. auch mit seinem langjährigen Gegner Ludwig d. Deutschen Frieden geschlossen zu haben. O. unterhielt engere Kontakte zu Einhard (Briefe Nr. 10, 43, 44) und Hrabanus Maurus, der ihm gleich drei seiner Werke – den Kommentar zum Buch Jesus Sirach, das Figurengedicht „De laudibus sanctae crucis“ und das auf O.s Fragen zur kirchlichen Bußdisziplin verfaßte Bußbuch (841/42) – widmete. Ob er den Auftrag zur Abfassung der unter dem Namen Benedictus Levita bekannten, gefälschten Kapitulariensammlung gab, ist mehr als fraglich.

  • Literatur

    Regg. z. Gesch. d. Mainzer Erzbischöfe 742 ? – 1514, I, bearb. u. hg. v. C. Will, 1877, S. 55-63;
    A. Gerlich, Die Reichspol. d. Ebf. O. v. Mainz, in: Rhein. Vj.bll. 19, 1954, S. 286-316;
    M. Gockel, Karoling. Königshöfe am Mittelrhein, 1969, S. 254 f.;
    R. Kottje, Die Bußbücher Halitgars v. Cambrai u. d. Hrabanus Maurus, 1980;
    P. Depreux, Prosopogr. de l'entourage de Louis le Pienx (781–840), 1997, S. 339 f.

  • Autor/in

    Hubertus Seibert
  • Empfohlene Zitierweise

    Seibert, Hubertus, "Otgar" in: Neue Deutsche Biographie 19 (1999), S. 643 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd138793476.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA