Lebensdaten
1870 – 1954
Geburtsort
Elisabethstadt (Siebenbürgen)
Sterbeort
Bukarest
Beruf/Funktion
Publizist ; Politiker ; Lyriker
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 137780001 | OGND | VIAF: 81918244
Namensvarianten
  • Orendi-Hommenau, Victor
  • Orendi-Hommenau, Viktor
  • Orendi-Hommenau, Victor
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Zitierweise

Orendi-Hommenau, Viktor, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd137780001.html [11.08.2022].

CC0

  • Genealogie

    V Wilhelm Orendi, Klavierlehrer;
    M Jeanette Farkas Edle v. Hommenau;
    Temesvar 1904 Hedwig (Ps. „Hede v. der Heide“, 1883-1956), Lyrikerin (s. L), T d. Wilhelm Ruß, Handelsschullehrer, u. d. Elisabeth Piffl;
    2 S, u. a. Lothar Wilfried (1908–58), Journalist (s. L), 2 T.

  • Biographie

    O., der zu den produktivsten deutschsprachigen Publizisten und Lyrikern des Banats vor dem 1. Weltkrieg zählt, war weitgehend Autodidakt; im Privatstudium absolvierte er ein Pädagogium. Seine Dichtung ist der romantisierenden Heimatliteratur zuzuordnen, während seine Publizistik um die Jahrhundertwende durch kämpferisch-nationale Akzente gegen die Magyarisierung der deutschen Bevölkerung des Banats geprägt ist. 1894 gab O. in Neumarkt das kurzlebige „sozial-belletristische“ Blatt „Das kleine Universum“ heraus. Ein Jahr danach redigierte er in Sächsisch-Regen das „Szász-Réener Wochenblatt“ (1895/96) und betätigte sich dann als freier Publizist. Seine Dichtungen jener Jahre sind im Band „Blätter und Blüten“ (1896, ²1902) gesammelt erschienen. In Temesvar begann O. mit der Herausgabe des „Deutschen Tagblatts für Ungarn“ (1902) seinen Kampf gegen den ungar. Nationalismus, der die nationalen Minderheiten zu assimilieren drohte. Seine kompromißlos oppositionelle Haltung, die er in den von ihm herausgegebenen Periodika, der Wochenzeitung „Deutsch-ungarischer Volksfreund“ (1903-19) und der Monatsschrift „Von der Heide“ (1909-19, 1922-27, 1937) vertrat, brachte ihm Presseprozesse, Gefängnis- und Geldstrafen ein. Daneben war O. vor allem als Kulturpolitiker und Übersetzer wirksam. Seine bedeutendste literarische und publizistische Leistung stellt die von ihm allein redigierte und herausgegebene Monatsschrift „Von der Heide“ dar. Als einzige deutschsprachige Kulturzeitschrift des Banats im ersten Viertel des 20. Jh. sollte sie der Förderung des einheimischen (Banater) deutschen Schrifttums und der Erhaltung des Deutschtums in diesem Raum dienen. Als Mitarbeiter der „Heide“ konnte O. die namhaften banatdeutschen Autoren der Zeit gewinnen, darunter Josef Gabriel d. Ä. (1853–1927), Otto Alscher (1880–1944), Nikolaus Schmidt (1874–1930), Franz Xaver Kappus (1883–1966) und Adam Müller-Guttenbrunn (1852–1923). Auch siebenbürgisch-deutsche Autoren sowie Schriftsteller aus Österreich und Deutschland wurden in der „Heide“ publiziert. Als Kulturpolitiker setzte sich O. für die Gründung des ersten Volksbildungsvereins der Banater Deutschen ein. Er war einer der Initiatoren des „Deutsch-Schwäbischen Kulturverbandes“ (1919) und wurde nach dem Anschluß des Banats an Rumänien zum Prüfungskommissär für die deutschen Schulen dieses Gebiets ernannt, nachdem er schon vor 1918 mit rumän. Politikern im Banat zusammengearbeitet und als Vermittler zwischen deutscher und rumän. Literatur und Kultur hervorgetreten war. Seit seiner Übersiedelung nach Bukarest 1934 zog er sich zunehmend aus der Politik zurück.|

  • Ehrungen, Auszeichnungen und Mitgliedschaften

    Ministerialrat h. c. (1932);
    Mitgl. d. Dt.-Österr. Schriftst.genossenschaft;
    Ehrenmitgl. d. Dt. Kulturpol. Ges. (Leipzig, 1930) u. d. Akadem. Verbandes „Jung-Rumänien“ (Wien, 1930);
    Goldene Medaille f. Wiss. u. Kunst „Bene Merenti“ I. Kl. (1924);
    Silberne Medaille d. Dt. Ak. in München;
    Ritterkreuz d. rumän. Kronenordens (1928).

  • Werke

    Weitere W u. a. Das Heidebuch, Alm., 1919;
    Dt. Dichter aus d. Banat, Lit. Skizze, 1921;
    Aus Licht u. Leid, Ausgew. Gedichte, 1922;
    Lit. u. Volkskunst d. Rumänen, 1928;
    Was ich an d. Rand schrieb, Skizzen u. Aphorismen, 1930;
    Michael Eminescu, Ausgew. Gedichte in dt. Übers., 1932. |

  • Nachlass

    Nachlaß: StA Hermannstadt (Siebenbürgen).

  • Literatur

    Marksteine, Literaturschaffende d. Banats, hg. v. H. Stănescu, 1974, S. 113-43 u. 344-48 (L-Verz.);
    „Von der Heide“, Anthologie e. Zs., hg. v. W. Engel, 1978 (P);
    L. Geier, in: Karpatenrdsch. Nr. 42 v. 22.10.1982, S. 6;
    ders. in: Neue Banater-Ztg., Kulturbote, 11. u. 25.12.1988 u. 19.2.1989;
    Biogr. Lex. Banat (W, L; auch zu Hedwig u. Lothar Wilfried)
    ;
    Wi. 1935;
    Kosch, Lit.-Lex.³

  • Autor/in

    Walter Engel
  • Zitierweise

    Engel, Walter, "Orendi-Hommenau, Viktor" in: Neue Deutsche Biographie 19 (1999), S. 586-587 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd137780001.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA