Lebensdaten
1900 bis 1957
Geburtsort
Antwerpen
Sterbeort
Zürich
Beruf/Funktion
Komponist ; Musikschriftsteller
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 103930434 | OGND | VIAF: 76742890
Namensvarianten
  • Oboussier, Robert Alfred Walter
  • Oboussier, Robert
  • Oboussier, Robert Alfred Walter
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Zitierweise

Oboussier, Robert, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd103930434.html [18.09.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Eduardus (1854–1913), aus d. Westschweiz, Kaufm. in A.;
    M Margareta Maria Augusta Blaess (1872–1941), aus Dtld.

  • Leben

    Nach Beginn seiner Studien in Heidelberg (Philipp Wolfrum) und Mannheim (Arno Landmann) setzte O. seine Ausbildung 1920/21 in Zürich bei Volkmar Andreae, Carl Vogler und Philipp Jarnach (1892–1982) fort. Letzterem folgte er 1921/22 als Kompositionsschüler nach Berlin und besuchte zudem die Dirigierklasse von Siegfried Ochs und Rudolf Krasselt. 1922-28 lebte er als freischaffender Komponist in Florenz, danach in München und Paris, wo er auch Musikkritiken verfaßte (Revue Musicale, Ménestrel, Revue hebdomadaire, Münchner Neueste Nachrichten). Seit 1930 war O. in Berlin Korrespondent für die Frankfurter Zeitung, seit 1933 Musikredaktor der Deutschen Allgemeinen Zeitung. 1938 verließ er Deutschland und arbeitete als Komponist und als Musikreferent der Zeitung „Die Tat“ in Zürich. 1941 berief ihn die Schweizer. Gesellschaft der Urheber und Verleger (Suisa) als Mitarbeiter, seit 1948 war er deren Vizedirektor.

    Nach kompositorischen Anfängen zumal mit Liedern in einem spätromantischen, von der Tonsprache Max Regers angeregten Stil, stellte sich O. 1923 in Donaueschingen mit dem Streichquartett op. 3 (1922) erstmals einer breiteren Öffentlichkeit vor. Das ausgeprägte Formgefühl, durch seinen Lehrer Jarnach vermittelt, erlaubte ihm, verschiedene musikalische Techniken und Stile in ein Komponieren einzuschmelzen, das der musikalischen Tradition große Aufmerksamkeit schenkt. Die Bandbreite reicht von der Archaik der Kantate „Trilogia sacra“ (1929) auf Texte Rilkes über einen polyphonen, neobarocken Stil in seinem ersten Orchesterstück, der Suite in C (1931/32), sowie in den beiden Konzerten für Violine (1952/53) und Klavier (1932/33, revidiert 1944) bis zu einer Reverenz an die engl. Virginalisten in den „Four old English Songs“ (1953). Mit der Zwölftontechnik beschäftigte sich O. in „Introitus“ (1945/46) für Streichorchester, ohne sich jedoch letztlich von tonalen Bindungen zu lösen. Seine einzige Oper, „Amphitryon“ (1949), die sich am Modell der Nummernoper orientiert, stellt die erste Bearbeitung dieses Stoffes für das Musiktheater dar. O.s Œuvre umfaßt alle Gattungen, bevorzugt jedoch die Vokalmusik, was sich teilweise aus seiner eigenen literarischen Begabung erklärt: Das Libretto zu „Amphitryon“ richtete O. nach den Vorlagen von Molière und Kleist selbst ein, zudem übersetzte er Texte von Paul Valéry und Anna de Noailles für seine Liederzyklen.

  • Werke

    Weitere W u. a. Sinfonie Nr. 1, 1933/36;
    Trauermusik f. Orchester, 1942/43;
    Entrada f. Trompete in C u. Streichorchester, 1943;
    Antigone f. Alt u. großes Orchester, 1939. – Vokalmusik: Lobgesänge f. Sopransolo, gemischten Chor u. gr. Orchester, 1955;
    Drei Psalmen f. Tenor- u. Sopransoli, gemischten Chor u. gr. Orchester, 1947;
    „Not ist der Seelen Sühne od. Tod“ f. gemischten Chor;
    Lieder u. Liederzyklen. – Schrr.: Die Sinfonien v. Beethoven, Einführungen, 1937, 31961;
    Berliner Musik-Chronik 1930-1938, Ausgew. Rezensionen u. Essays, hg. v. M. Hürlimann, 1969;
    Amphitryon, in: K. Kanzog u. H. J. Kreutzer (Hg.), Werke Kleists auf dem modernen Musiktheater, 1977. – Mithg.: Der Sänger, 1934, 21959. - W-Verz.:
    Schweizer. Musik-Archiv (Hg.), R. O., 1970.

  • Literatur

    H. Heyer, Amphitryon auf d. zeitgenöss. Musikbühne, in: Schweizer. Musikztg. 91, 1951, S. 320-22;
    K. H. Wörner. in: Musica 8, 1954, S. 427-30 (P);
    F. Wohlfahrt, ebd. 11, 1957, S. 380-82 (P);
    ders., Das Werk R. O.s, in: Schweizer. Musikztg. 99, 1959, S. 308-11;
    P. Mieg, in: 40 Schweizer Komponisten d. Gegenwart, 1956, S. 140-46 (P);
    C. Regamey, R. O.: Introitus, pour orchestre à cordes, in: ders., Musiques du vingtième siècle, 1966, S. 176 f;
    W. Schuh, R. O.: Introitus, in: Fünfzig J. Collegium Musicum Zürich, 1994, S. 170 f.;
    Baker's Biogr. Dict. of Musicians, 81992;
    MGG;
    Riemann mit Erg.bd.;
    New Grove;
    BHdE II;
    Schweizer Lex. IV.

  • Autor/in

    Patrick Müller
  • Empfohlene Zitierweise

    Müller, Patrick, "Oboussier, Robert" in: Neue Deutsche Biographie 19 (1999), S. 403 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd103930434.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA