Lebensdaten
1801 bis 1882
Geburtsort
Lödderitz bei Dessau
Sterbeort
Fachingen bei Diez/Lahn
Beruf/Funktion
Wasserbauingenieur
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 13698133X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Edeling, Eduard Adolph (seit einem Attentat 1878 Namensänderung)
  • Nobiling, Eduard Adolph
  • Edeling, Eduard Adolph (seit einem Attentat 1878 Namensänderung)
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Zitierweise

Nobiling, Eduard Adolph, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd13698133X.html [20.10.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Wilhelm Ferdinand (1768–1822), Oberförster in L., S d. Johann Gottlieb, Kaufm. in Berlin, u. d. Marie Sabine Beyer;
    M Luise, T d. Rudolf Neubaur, Amtmann zu Dornburg, u. d. Johanna Luise Henriette Oldenburg;
    1) Meline Münch ( 1840), 2) 1842 Marie Henriette v. Brietzke (Britzke) (1822–82);
    1 S, 1 T aus 1), 2 S aus 2);
    N Karl Eduard (1848–78) aus Kollno (Posen), Dr. phil., Landwirt, verübte am 2.6.1878 e. Attentat auf Kaiser Wilhelm I., daraufhin Namensänderung in „Edeling“; Verwandter Karl Philipp (* 1799), Stadtrat in Berlin, Vf. v. Aufzeichnungen z. Rev. in Berlin 1848 (s. L).

  • Leben

    Nach dem Besuch des Gymnasiums in Magdeburg ließ sich N. dort zum Feldmesser ausbilden. Seine praktische Lehrzeit schloß er mit der staatl. Feldmesserprüfung und mit der Vereidigung im Juni 1819 ab. Daraufhin beschäftigte ihn die sächs. Regierung in Magdeburg bei Stromaufnahmen, Deichanlagen und Bauausführungen im Wasser- und Straßenbau. Während dieser Zeit leistete N. seinen Militärdienst (1820/21) als Einjährig-Freiwilliger ab. Im Oktober 1823 schrieb er sich an der Berliner Bauakademie im Fach Baukunst ein und absolvierte 1825 die Staatsprüfung. Anschließend war er als Baukondukteur in Magdeburg tätig, ehe er 1828 als Grabeninspektor in Havelberg seine erste feste Anstellung erhielt. 1831 wurde er als Wasserbauinspektor nach Torgau versetzt. 1836 erfolgte die Berufung nach Trier, wo ihm als Regierungs- und Baurat Regulierungsarbeiten an Saar und Mosel als Voraussetzung für die Einführung der Dampfschifffahrt übertragen wurden. 1844 wechselte er nach Düsseldorf; innerhalb des Regierungsbezirks hatte er die Oberaufsicht über die Rheinstrombauten und die Regulierungsarbeiten an der Ruhr. 1849 wurde ihm zusätzlich die Beratung und Oberbauleitung der|Baumaßnahmen in den Regierungsbezirken Köln und Koblenz übertragen. Im Zuge der Neuordnung der Wasserbaumaßnahmen am Rhein und seinen Nebenflüssen wurde 1851 die zentrale Rheinstrombauverwaltung beim Oberpräsidenten der Rheinprovinz in Koblenz eingerichtet, deren Leitung der 1850 zum Strombaudirektor ernannte N. bis zu seinem Ausscheiden 1877 innehatte. Mit dieser neuen Behörde fiel ein 355 km langer Rheinabschnitt von der Nahemündung bis zur holländ. Grenze in den Kompetenzbereich N.s. Er konnte damit die wasserbaulichen Maßnahmen am Rhein und seinen Nebenflüssen nach einem einheitlichen Konzept erfolgreich umsetzen.

    Die aufkommende Dampfschiffahrt, vor allem die Dampfschleppschiffahrt, und die allgemeine Belebung des Verkehrs durch die Beseitigung handels- und zollrechtlicher Hemmnisse rückten die Fahrrinne ins Zentrum der wasserbaulichen Arbeiten, wobei anstelle der Uferverbauung und der Erhaltung des Bestehenden die systematische Regulierung des Rheinstromes trat, unter Berücksichtigung der Hochwassergefährdung der angrenzenden Kulturlandschaft. N. ließ die Ruhrorter Hafenanlagen ausbauen und eine Hafenbahn anlegen. Die nach ihm benannten Buhnen (Dammkörper), die sog. Nobiling-Köpfe, sind noch heute an der Ruhr zu sehen. Auf seine Befürwortung hin wurde die Seilschleppschiffahrt, die sog. Tauerei, auf dem Rhein eingeführt, die sich allerdings auf Dauer nicht durchsetzen konnte. Dem weiteren Ausbau des Rheins seit 1880 wurden seine Pläne zugrunde gelegt. Für mehrere Monate war N. in Galatz und an der unteren Donau als Mitglied der technischen Kommission zur Untersuchung der Stromverhältnisse und als Berater der türk. Regierung beim Ausbau der unteren Donau tätig.- Roter Adlerorden II. Kl. (1869); preuß. Kronenorden II. Kl.

  • Werke

    Nachrr. über d. Rheinstrom, in: Zs. f. Bauwesen 6, 1856, S. 307-54;
    Der Weserstrom, ebd. 7, 1857, S. 525-44;
    |

  • Nachlaß

    Nachlaß: Rhein-Mus. Koblenz.

  • Literatur

    Cbl. d. Bauverw. 3, 1883, S. 7 f.;
    Dt. Bauztg. 17, 1883, S. 28;
    W. v. Rohr, Der Rheinstrom u. d. Entwicklung seiner Schiffahrt, in: Jb. d. Schiffbautechn. Ges. 4, 1903, S. 235-316;
    G. Kentenich, Zur Gesch. d. Dampfschiffahrt auf d. Mosel, in: Trier. Chronik 6, 1910, S. 81-96;
    D. v. dem Bussche-Haddenhausen, E. A. N., d. erste Rheinstrombaudir., in: Btrr. z. Rheinkde. 9, 1958, S. 18-34 (P);
    G. Mantz, ebd. 34, 1982, S. 22-38 (P);
    W. Kordt, in: Die Heimat 13, 1962, S. 321-30 (P);
    M. Kutz, Zur Gesch. d. Moselkanalisierung v. d. Anfängen bis z. Gegenwart, in: Schrr. z. rhein.-westfäl. Wirtsch.-gesch. 14, 1967, S. 11-110;
    L. U. Scholl, in: Dt. Schiffahrtsarchiv 5, 1982, S. 31-40 (P);
    ders., Als die Hexen Schiffe schleppten, Die Gesch. d. Ketten- u. Seilschleppschiffahrt auf d. Rhein, 1985;
    Gerhard Nobiling, Chronik d. Fam. N. 1583-1968, 1968 (P).

  • Autor/in

    Lars U. Scholl
  • Empfohlene Zitierweise

    Scholl, Lars U., "Nobiling, Eduard Adolph" in: Neue Deutsche Biographie 19 (1999), S. 303 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd13698133X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA