Lebensdaten
1777 bis 1859
Geburtsort
Ulm
Sterbeort
Lübeck
Beruf/Funktion
Konfektbäcker
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 138227136 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Niederegger, Johann Georg

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Zitierweise

Niederegger, Johann Georg, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd138227136.html [26.02.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Leonhard (1739–1823), Handelsmann u. Kramer in U., S d. Daniel ( 1774), Handelsmann in U., seit 1737 nachweisbar, Bürger 1739, u. d. Elisabethe Hundshag ( 1772), Wwe d. Johann Christoph Rau, Kramer in Ulm;
    M Anna Judith Kaufmann (1738–1806);
    Anna Dorothea Auguste Schumacher (1769–1824), aus Oldenburg (Holstein);
    2 T.

  • Leben

    N., der vermutlich auf der Wanderung nach Lübeck gekommen war, trat etwa 1800 als Geselle in das 1786 von Johann Gerhard Maret gegründete Konditorgeschäft ein, das er nach dessen Tod 1804 zwei Jahre lang für dessen unmündigen Sohn leitete. Im März 1806 pachtete N. die Konditorei und führte das Geschäft auf eigene Rechnung. Trotz wirtschaftlicher Schwierigkeiten während der franz. Besetzung Lübecks behielt das Unternehmen Bestand, bis das Pachtverhältnis durch die Geschäftsübernahme des nun mündigen Maret endete und N. 1822 eine eigene Konditorei gegenüber dem Rathaus in einem ein Jahr zuvor erworbenen Haus einrichtete. Er erreichte durch mehrere gerichtliche Instanzen 1824 die (später nicht wahrgenommene) Genehmigung zur Destillerie und zum Ausschank alkoholischer Getränke und war als einziger der acht, später zwölf Lübecker Konditoren im Adreßbuch für Kaufleute und Fabrikanten verzeichnet. Erfolgreich verteidigte er 1832 die Rechte der Konditoren zur Herstellung von Mandel- und Makronenkonfekt gegen die Freibäcker. In der vielfältigen Warenpalette des feinen weißen Lübecker Marzipans (im Gegensatz zum abgedämmten Königsberger Marzipan) scheint N. schon damals einen Markenartikel produziert zu haben. Zur Krämerkompanie gehörig, konnten N. und seine Kollegen 1853 freilich nicht erreichen, in die Kaufmannschaft aufgenommen zu werden. Um 1830 führte er das Geschäft mit zwei Gehilfen und einem Lehrling; erst 1851 wird ein zweiter Konditor genannt.|Zum weiteren Aufstieg des Betriebs kam es unter seinem aus Delitzsch stammenden und schon seit 1829 mitarbeitenden späteren Schwiegersohn Karl Georg Barth (1804–84), der 1856 das Geschäft übernahm. Ihm folgte 1864 der aus Ulm stammende, seit 1859 im Geschäft tätige Gehilfe Wilhelm Köpff (1838–95), der vom Hand- zum Fabrikbetrieb (im Nachbarhaus) überging, das Café ausbaute und neue Absatzmärkte erschloß. Das Personal erhöhte sich auf 13 Mitarbeiter. Unter Köpffs Sohn Johann Georg Leonhard (1865–1931), seit 1897 Alleininhaber, wurde das Geschäftshaus umgestaltet und die erste Etage ausgebaut. 1921 folgte dessen Schwiegersohn Carl Arthur Strait (1884–1960), der unter dem durch Alfred Mahlau geschaffenen Firmensignet das bis heute existierende älteste und bedeutendste deutsche Geschäft der Marzipanherstellung zur Weltfirma machte, indem er 1930 den Schritt von der handwerklichen zur industriellen Fertigung vollzog. Dieser Weg und der Ausbau der Firma, die heute deutscher Marktführer in ihrem Segment ist, wurde unter seinen Söhnen und seinem Enkel erfolgreich weitergeführt.

  • Quellen

    Qu Stadtarchiv Ulm; Archiv d. Hansestadt Lübeck; Das Firmenarchiv ist durch Kriegseinwirkung verloren.

  • Literatur

    Lübeck. Anz. v. 1.3.1806 (Beil.), ebd. 20.3.1822;
    Vaterstädt. Bll. 1905, S. 209-11, 1906, S. 38 f.;
    C. Pieske, Marzipan aus Lübeck, 1975, S. 42, 46, 48 (P), 62 f., 101;
    M. Thiede, in: SZ Nr. 293 v. 20.12.1997.

  • Autor/in

    Otto Wiehmann, Antjekathrin Graßmann
  • Empfohlene Zitierweise

    Wiehmann, Otto; Graßmann, Antjekathrin, "Niederegger, Johann Georg" in: Neue Deutsche Biographie 19 (1999), S. 222 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd138227136.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA