Lebensdaten
unbekannt
Beruf/Funktion
Augsburger Kattundruckerfamilie
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 138223629 | OGND | VIAF: 88272038
Namensvarianten
  • Neuhofer

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Zitierweise

Neuhofer, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd138223629.html [18.04.2024].

CC0

  • Biographie

    Seit dem 16. Jh. waren aus der Familie zahlreiche Tuchscherer hervorgegangen. Jeremias, Tuchscherer, und sein Bruder Georg (1660–1735), Goldschlager, führten Ende des 17. Jh. die neue Technik des Tuchdrucks in Augsburg ein. Um 1686 kamen in der Stadt Tuche aus Holland und England auf den Markt, die mit Hilfe einer neuen, aus Indien kommenden Drucktechnik mit Wasserfarben bedruckt waren. Waschecht und ohne Geruch, waren sie den bisher mit Ölfarben bedruckten Tuchen überlegen. Jeremias, der sich bisher erfolglos im Tuchdruck versucht hatte, schickte 1689 seinen Bruder Georg in die Niederlande. Georg versuchte zunächst vergeblich durch Bestechung, dann auf einer zweiten Reise durch fünfmonatige Arbeit bei einem holländ. Tuchdrucker das Geheimnis des Druckverfahrens zu erkunden. Im August 1689 kehrte Georg, der möglicherweise auch in England gewesen war, mit der neuen „Invention“ zurück. Die beiden Brüder konnten das Geheimnis nicht hüten; bald experimentierten auch weitere Augsburger Tuchdrucker mit den neuen Methoden. 1693 erhielt Jeremias als einer von 16 Augsburgern eine Druckergerechtigkeit sowie ein zweijähriges Monopol auf das „Crapprot Färben auf gedruckte Wahr“. Er druckte mit großem Erfolg Barchent, Bomasin, Baumwollstoffe und Leinwand, später druckte und färbte er auch auf holländ. Art blau. Nach seinen eigenen Angaben brachte er damit in den ersten Jahren nicht weniger als 40 000 fl. in die Stadt. Er ging aber auch Risiken ein, verschuldete sich, ging bankrott und verließ Augsburg 1701. Nach seiner Rückkehr 1708 starb er in sehr bescheidenen Verhältnissen (Vermögen 150-300 fl.). Über die unternehmerische Tätigkeit seines Bruders ist wenig bekannt. Spätestens seit 1709 als Kattundrucker genannt, war er erfolgreicher als Jeremias, erwarb drei Häuser und versteuerte 1716 ein beachtliches Vermögen von 1750 fl, bis 3500 fl., mit welchem sein Sohn Georg Abraham einer der führenden Kattunfabrikanten Augsburgs wurde; in den 1770er Jahren geriet er jedoch in finanzielle Schwierigkeiten. Sein Sohn Georg Christoph verkaufte 1788 die Neuhoferische Druckereigerechtigkeit.

  • Literatur

    W. Zorn, Handels- u. Industriegesch. Bayer. Schwabens 1649-1870, 1961, S. 26, 43, 229;
    R. Forrer, Die Kunst d. Zeugdrucks v. MA bis z. Empirezeit, 1898, S. 30-38;
    C.-P. Clasen, Textilherstellung in Augsburg in d. frühen Neuzeit, II, 1995, S. 353-499.

  • Autor/in

    Claus-Peter Clasen
  • Zitierweise

    Clasen, Claus-Peter, "Neuhofer" in: Neue Deutsche Biographie 19 (1999), S. 130 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd138223629.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA