Lebensdaten
1868 bis 1945
Geburtsort
Rotenhaus bei Görkau (Böhmen)
Sterbeort
Dresden
Beruf/Funktion
Agrikulturchemiker
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 12661539X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Neubauer, Hugo
  • Neubauer, Hugo Ernst

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Neubauer, Hugo, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd12661539X.html [09.12.2019].

CC0

  • Genealogie

    V N. N.;
    M N. N.;
    Hedwig, T d. N. N. Rabovsky, Gutsbes.

  • Leben

    Nach dem Abitur in Chemnitz studierte N. 1887-90 Chemie an der TH Dresden und wurde 1893 in Rostock mit einer Arbeit über „Die Zuverlässigkeit der Phosphorsäurebestimmung aus Magnesiumpyrophosphat, insbesondere nach der Molybdänmethode“ promoviert. Nach einer schweren Lungenerkrankung folgten Assistentenjahre in Pommritz, Hamburg und Breslau. 1905 wurde N. an die Landwirtschaftliche Versuchsstation in Bonn berufen, der er fast 20 Jahre als Direktor vorstand. Während seiner Assistentenzeit und später in Bonn befaßte er sich mit der Prüfung und Verbesserung von Phosphor- und Kalium-Bestimmungsmethoden in Düngemitteln, Pflanzen und Bodenextrakten sowie (in Bonn) vor allem mit der Bewertung von Futtermitteln anhand der von ihm erarbeiteten „Futterpreistafeln“ vermittels sog. „Futter- und Eiweißzahlen“ und mit Grünlanddüngeversuchen zur Gewinnung von proteinreichem Kraftfutter.

    Nach Ende des 1. Weltkrieges begann N. mit seinem Assistenten W. Schneider das Nährstoffaneignungsvermögen junger Keimpflanzen zu untersuchen. Zur Ermittlung der pflanzenverfügbaren P- und K- Gehalte des Bodens entwickelten beide 1921-23 die später weltweit bekannt gewordene „Keimpflanzenmethode von Neubauer-Schneider“. 1924 wurde N. an die Landwirtschaftliche Versuchsanstalt nach Dresden berufen und setzte dort die Arbeiten zur Verbesserung der Keimpflanzenmethode sowie die Erforschung der Wechselbeziehungen von Boden und Pflanze fort. 1936 wurde die verbesserte und vereinfachte Keimpflanzenmethode zur Verbands- und Standardmethode des Verbandes der Landwirtschaftlichen Untersuchungs- und Forschungsanstalten (VDLUFA) erklärt, an der andere Bodenuntersuchungsmethoden geeicht werden sollten. Die Einführung der Keimpflanzenmethode kann, zumindest im damaligen Deutschen Reich, als die Geburtsstunde der modernen Bodenuntersuchung bezeichnet werden. Millionen Böden in der ganzen Welt wurden mit dieser Methode untersucht. In den letzten Jahren seiner Tätigkeit in Dresden versuchte N., auch den wurzellöslichen Stickstoff mit Hilfe der Keimpflanzenmethode zu bestimmen (Ergebnisse 1946 postum publiziert). Bis heute nicht überholt ist seine 1944 erschienene Publikation „20 Jahre Keimpflanzenmethode“ mit grundlegenden Ausführungen zum Wert der Bodenuntersuchung. Weitere Arbeiten N.s in Dresden galten vor allem der Humuswirtschaft des Bodens und der Kompostierung. 1935 trat N. in den Ruhestand. In der Nacht vom 13. zum 14. Februar 1945 wurde während des Bombenangriffes auf Dresden N.s Wirkungsstätte und der größte Teil seines Arbeitsnachlasses zerstört. Seit 1952 wird die „Hugo-Neubauer-Auszeichnung“ von der VDLUORG als höchste Auszeichnung verliehen. – Tit.-Professor (1912); Vors. (1930–34), Ehrenvors. (seit 1938) d. VDLUFA; Ehrenmitgl. d. Dt. Bodenkundl. Ges.; Mitgl. d. Leopoldina (1925); Dr. h. c. (Berlin 1935); Adlerschild d. Dt. Reiches (1938).

  • Werke

    u. a. Futterpreistafel, Einfaches Verfahren z. Aufstellung preiswürdiger Futterrationen a. d. Kellnerschen Grundlage, 1914;
    Ein Laboratoriumsverfahren z. Bestimmung d. von d. Pflanzen aus d. Boden aufnehmbaren Mengen v. Phosphorsäure u. Kali, in: Landwirtschaftl. Versuchsstation 100, 1923, S. 119;
    Die Nährstoffaufhahme d. Keimpflanzen u. ihre Anwendung auf d. Bestimmung d. Nährstoffgehalts d. Böden, in: Zs. f. Pflanzenernährung, Düngung u. Bodenkde. A 2, 1923, S. 339 (mit W. Schneider);
    Die Ausdehnung d. Keimpflanzenmethode auf d. Stickstoffbestimmung im Boden u. in Komposterden, ebd. 37 (82), 1946, S. 97;
    Ein neues Verfahren z. Bestimmung d. Bodennährstoffe u. seine Bedeutung f. d. Landwirtsch., 1924;
    Die Keimpflanzenmethode nach N. u. Schneider, in: F. Honcam-Rostock. (Hg.), Hdb. d. Pflanzenernährung u. Düngerlehre, 1931;
    Vertrauenswürdigkeit d. Keimpflanzenmethode, Ernährung d. Pflanze, 1932, Die Keimpflanzenmethode, 1939. 21940;
    20 J. Keimpflanzenmethode, Eine Betrachtung über Bodenuntersuchung, 1944.

  • Literatur

    Bodenkde. u. Pflanzenernährung 9/10, 1938, S. 1-10 (W-Verz.);
    S. Goy, in: Dt. Landwirtsch. 1, 1947, S. 61 f.;
    H. Kemmler, F. Kertscher u. L. Schmitt, in: Landwirtschaftl. Forschung 8, 1955, S. 91-99;
    F. Kertscher, in: Zs. f. Landwirtschaftl. Versuchs- u. Untersuchungswesen 1, 1955, S. 483-89;
    Biogr. Lex. Böhmen;
    Pogg. VII a;
    Biogr. Hdb. Pflanzenbau.

  • Autor/in

    Werner Bergmann
  • Empfohlene Zitierweise

    Bergmann, Werner, "Neubauer, Hugo" in: Neue Deutsche Biographie 19 (1999), S. 96 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd12661539X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA